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kobinet-nachrichten 02.07.2009 - 20:34
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Lufthansa wieder ohne Bordrollstuhl

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Kiel (kobinet) Die Kieler Kay Macquarrie will morgen von Hamburg nach Köln/Bonn fliegen. Doch entgegen seinen Erwartungen wird die Lufthansa wieder keinen Bordrollstuhl dabei haben.

"Ich dachte ja schon, dass wir weiter wären, nachdem der Unternehmenssprecher der Deutschen Lufthansa im November letzten Jahres großspurig verkündete, dass es Bordrollstühle nun auch auf Kurzstreckenflügen gibt", schrieb Macquarrie heute in seinem Blog recht auf klo.

Montag Abend hatte der Kieler einen Flug gebucht und am Dienstag bei der Hotline angerufen, um den Bordrollstuhl anzumelden. Doch die Dame an der Hotline nur kurz: Bordrollstühle bieten wir nur auf Langstreckenflügen an!

Der Rollstuhlfahrer schildert in seinem Blog weiter, wie er am Telefon wieder zwischen Hotline und medizinischem Dienst hin und her geschoben wurde. Sein Kampf müsse nun in eine neue Runde gehen. Nach dem Kurzfilm des Norddeutschen Rundfunks, der über seine Bemühungen noch mit Unterstützung der Lufthansa gedreht wurde, wird er wohl weiter um sein Recht auf Klo kämpfen müssen.

Der Bordrollstuhl, mit dem er auf die ohnehin nicht barrierefreie Toilette im Flieger kommen könnte, wäre für ihn wie für andere in ihrer Mobilität eingeschränkte Passagiere eine Erleichterung. Für die führende deutsche Luftfahrtgesellschaft scheint die Mitnahme eines Bordrollstuhls im europäischen Flugverkehr aber zu einer Belastung geworden zu sein, deren mögliche technische, organisatorische oder finanzielle Gründe von den betroffenen Passagieren nicht einzusehen sind. sch

 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Wasilios Katsioulis schrieb am 08.07.2009, 22:50

Blog Barrierefreier Flugverkehr

hab grade fuer die internationale Kontaktanbahnung im Bereich Barrierefreier Flugverkehr etwas gefunden:

Candy Harrington is the editor of Emerging Horizons (www.emerginghorizons.com) and the author of several best-selling guide books for disabled travelers, including her newest release, the third edition of Barrier Free Travel; A Nuts and Bolts Guide for Wheelers and Slow Walkers (www.BarrierFreeTravel.net). She also blogs regularly about accessible travel issues at www.BarrierFreeTravels.com.

Christoph Steinhardt schrieb am 08.07.2009, 07:36

Moin

Moin Kay,

wir trafen uns am 3.7. am Kölner Flughafenbus und kamen zufällig ins Gespräch. Bei Deiner Kampagne wünsche ich Dir alles gute. Hoffe das Gespräch mit der Welle lief gut.

Ciao

Christoph

Kay Macquarrie schrieb am 06.07.2009, 22:44

Stand der Petitionen

für barrierefreies Fliegen, die ich im Oktober 2008 sowohl an den Bundestag als auch an das Europäische Parlament eingereicht habe, finden sich nun neu unter: www.rechtaufklo.de/?page_id=276

Der Petitionsausschuss des Bundestags wird über die Petition beraten und das Europäische Parlament hat das Anliegen u.a. an den Verkehrsausschuss weitergeleitet.

@ Wasilios Katsioulis
vielen Dank für die Tipps und die Kontaktdaten! Ich werde dort einmal nachhaken.

Wasilios Katsioulis schrieb am 05.07.2009, 21:12

und weiter?

die Antwort ist doch positiv.

Ich wuerde jetzt den Transportausschuss anschreiben und anfragen inwieweit das Petitionsbegehren beruecksichtigt wurde:

Abgeordneter: ulrich.stockmann@europarl.europa.eu (MEP im TRANS)

sowie gleiches Disability Intergroup

Abgeordneter: richard.howitt@europarl.europa.eu (Praes. Disability Intergroup)

diese werden dann vermutlich mitteilen, dass das an die Europaeische Kommission weitergeleitet haben und diese wuerde dann mitteilen was diese draus gemacht hat.

Wenn die Antwort unbefriedigend ist, wuerde ich ein neues PETI Verfahren einleiten, mit der Begruuendung, dass nicht gemacht wurde, obwohl der PETI die Weiterleitung an die Ausschuesse empfohlen hat und die Petition ausdruecklich zugelassen hat

Beste Gruesse

Kay Macquarrie schrieb am 05.07.2009, 11:43

Petition beim Europäischen Parlament

@ Wasilios Katsioulis

Eine Petition habe ich im Oktober 2008 beim Europäischen Parlament eingereicht. Eine Antwort habe ich auch bekommen. Sie besagt, dass die Petition zulässig ist, dass sich der Petitionsausschuss mit dem Anliegen nicht befassen kann. Das Anliegen wurde weitergeleitet...

Die vollständige Antwort gibt es hier zu lesen: www.rechtaufklo.de/?p=162

Wasilios Katsioulis schrieb am 05.07.2009, 09:28

Lufthansa

das bei der Lufthansa noch immer so einiges in Bezug auf diskriminierungsfreies Reisen im Argen liegt, macht auch die Tatsache deutlich, dass es die Lufthansa bis heute nicht fuer Notwendig erachtet hat sich bei uns dafuer zu entschuldigen, dass mein Sohn Lucas und meine Frau als Begleitperson einen Tag vor Weihnachten 2007 der Flug von Sao Paulo nach Muenchen gaenzlich verweigert wurde wegen seiner Behinderung.

Am besten koennen solche Probleme durch Petitionsverfahren in das Europaeische Parlament abgestellt werden.

Gerd Frank Frank schrieb am 04.07.2009, 03:08

Umweltaspekte einbringen

ist ja schön und gut. Außerdem Diskriminierung einfach hinnehmen, weil die Lufthansa sich gewissermaßen durch ihr diskriminierdes Verhalten behinderte Menschen auszuschließen ist so nicht hinnehmbar. Reisen mit der Bahn ist sicherlich schon besser geworden. Im Grunde könnte die Bahn sich genau so verhalten, wie die Lufthansa. Warum müssen behinderte Menschen überhaupt öffentliche Verkehrsmittel benutzen????? Es gibt schließlich Fahrdienste die behindertengerecht sind.
Jeder behinderte Mensch hat das Recht selbst zu entscheiden wie er reisen will. Dazu gehört es eben einen Service anzubieten der dies ermöglicht. So wie die Lufthansa sich verhält ist einfach mies, ihr Ziel scheint es zui sein durchmiesen Service behinderte Menschen vom Reisen abzuhalten. Genau dieses Ziel hat sie ja schon bei ihnen erreicht Herr Dr. Drebes. Es schreckt sie ab mit dem Flugzeug im Inland zu reisen. Umweltaspekte sind ein Grund warum ich nicht im Inland fliegen sollte ist eine andere Sache die aber hier nicht das Thema ist.
Es geht darum, das die Lufthansa sich gewissenmaßen davor drücken will behinderte Menschen übehaupt zu befördern, indem sie ihren Service verweigert und auf eine gewisse Art behinderte Menschen reisen mit dem Flugzeug im Inland mies machen will.
Die Bahn könnte sich genau so verhalten wie die Lufthansa.

Ob es nun einfacher bzw. bequemer ist mit der Bahn zu reisen bleibt dahingestellt.

Kay Macquarrie schrieb am 04.07.2009, 00:41

Freie Wahl

Lieber Herr Drewes,

Ihre Argumente in Ehren, aber es gibt Reisende mit Behinderung, die einfach lieber fliegen. Und Sie haben dazu jedes Recht. Das ist die neue Freiheit, die uns die EU in Form der Flugverordnung und die Weltgemeinschaft durch die UN Konvention für Menschen mit Behinderung gegeben hat.

Dass es vermutlich umweltschonender ist, mit der Bahn zu reisen, stimmt sicherlich. Aber es ist ein anderes Thema.

Die Fluggesellschaften sind nun an der Reihe, geltende Konventionen umzusetzen. Und eine zentrale Forderung ist es, endlich allen Passagieren die Möglichkeit zu geben, eine Toilette nutzen zu können.

Sven Drebes schrieb am 04.07.2009, 00:26

Nichts zu danken

Liebe Frau Moesch,

ein sprachbehinderter, rund um die Uhr auf Assistehz angewiesener Spastiker im E-Rollsduhl, der einen (echten) Doktortitel hat, passt wohl nicht in Ihr Bild vom "eingesperrten und ausgesonderten Krüppelchen". Aber ich bin der lebende Beweis, dass es so was gibt!
Auißerdem kann ich Ihnen versichern, dass meine Einschätzung, dass Bahnfahren im Rolli bequemer als fliegen ist, aus vielen eigenen Reise-Erfahrungen stammt. Ich wurde an diversen Flughäfen schön ausgesondert und mit abenteuerlichen Geräten in Flugzeuge mit winzigen Klos und ohne Bordrolli gewuchtet und getragen. Nur nebenbei bemerkt bekam ich meinen Handrolli (den E-Rolli hatte ich zum Glück nicht mitgenommen, weil ich ihn sonst Tage vorher abgeben hätte müssen und erst deutlich nach der Landung wieder bekommen hätte) nach der Landung verbogen wieder bekommen. Also, warum soll man sich so eine Diskriminierung freiwillig antun, wenn es bessere Alternativen gibt? "Besser" heißt dabei übrigens auf keinen Fall, dass die Bahnen nicht auch noch viel tun müssen, um barrierefrei zu sein. Und habe ich nicht geschrieben, dass ich grundsätzlich hinter den Forderumgen zum barrierefreien Fliegen stehe?
Ich will übrigens behinderten Menschen weder Inlandsflüge noch Klogänge auf Inlandsflügen "verbieten", wie einige andere glauben. Allerdings erwarte ich von behinderten wie von nichtbehinderten Menschen, dass sie auch die Folgen ihres Handelns für Umwelt und Klima bedenken. Wenn Sie meinen, behinderte Menschen hätten das nicht nötig, weil sie ja so sehr ausgesondert und diskriminiert werden, diskriminieren Sie uns selbst.

Vielleicht sollten Sie nicht alles durch die "Krüppelbrille" lesen. Viele behinderte Menschen sind nämlich dazu in der Lage, auch über den Tellerrand zu blicken.

MfG
Dr. Sven Drebes


Dorothea Moesch schrieb am 03.07.2009, 12:35

Ich verneige mich in Dankbarkeit

vor Herrn Drebes, der sich darum "kümmert", wie es für uns sogenannte "Behinderte" viel viel "bequemer" ist zu reisen. Richtig süß und bemüht macht er das. Andere nennen es bevormundend - aber wenn er es doch aus vollem Herzen lieb meint und so gar nicht "böse", ist das doch mit Dankbarkeit und einem Lächeln zu quittieren.

Anstatt solchermaßen ins Behindi-Cliche zu geraten, möchte ich doch gern selbst entscheiden, wie ich reise. "Behinderte" müssen auch kein besonders ausgeprägtes Öko-Gewissen haben, warum auch?

Es wurde auch "lediglich" eine UN-Resolution Gesetz, in dem die volle TEILHABE an der Gesellschaft erklärt wurde - und das bedeutet eben auch das Fliegen - und zwar in nicht erniedrigender Art und Weise. Das sich-Verkneifen von Klogängen gehört sicherlich zur Erniedrigung.

Also, lieb-lieber Herr Drewes, machen Sie sich Gedanken um sonstwen - "Behinderte" haben Ihre paternalistische Kümmerantentour sicherlich nicht "nötig". Manche verbitten sie sich sogar.

Markus Walloschek schrieb am 03.07.2009, 10:56

Diskriminierung

Dies ist eindeutig eine Diskriminierung von uns Rollstuhlfahrern.
@Dr. Drebes - es sollte wohl jedem Menschen seine freie Wahl sein welches Verkehrsmittel er benutzen möchte. Die DB ist mit Sicherheit nicht viel besser, was barrierefreiheit angeht, aber das ist ein anderes Thema.

Gerry Webler schrieb am 03.07.2009, 01:30

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit heisst eine Infrastruktur bereitzustellen, die es dem (behinderten) Passagier ermöglicht FREI zu entscheiden.

Die Dinge, die sie z.T. aufzählen zeugen davon, dass wir heute bei der Lufthansa noch weit von der BarriereFREIheit entfernt sind.

Christiane Creutzburg schrieb am 02.07.2009, 23:24

@ Dr. Drebes

Hallo Herr Dr. Drebes,
wollen SIe aller ernsthaft es auch einem Elternteil mit Kind, das noch im Säuglingsalter ist, auch das Fliegen innerhalb von Deutschland verbieten, mit der Begründung, es ist niemand da, der sich um das Kind kümmert? Man/Frau sollte sich bei Ihrer Argumentation an den Kopf fassen, vor lauter "harntreibender" Argumentation Ihrerseits.
Christiane Creutzburg

Sven Drebes schrieb am 02.07.2009, 23:04

Warum fliegen?

Lieber Herr Macquarrie,

ich verstehe ja grundsätzlich, dass Sie sich so stark für die Barrierefreiheit im Luftverkehr einsetzen und unterstütze das Anliegen auch vollständig. Aber muss man auf Inlandsreisen wirklich fliegen? Abgesehen vom Umweltaspekt ist die Bahn aus der Sicht eines Rollstuhlfahres dem Flugzeug doch aus folgenden Gründen überlegen:
- Man fährt von Innenstadt zu Innenstadt (möglicherweise mit einem Umstieg) und spart Umwege über Flughäfen in der Pampa.
- Man nimmt den Rollstuhl mit in den Waggon. So kann man wählen, ob der Zugsitz oder der Rollstuhl bequemer ist und muss nicht um die Unversehrtheit des Rollstuhls sorgen.
- Man erspart sich unbequeme Bordrollstühle und das "Die-Flugzeugtreppe-Hoch-und-Ruter-Tragen".
- Man kommt so gut wie immer aufs Klo.

Die Zeitersparnis durch den Flug schrumpft bei Betrachtung der kompletten Reise übrigens ziemlich zusammen.

Viele Grüße
Dr. Sven Drebes

© Kooperation Behinderter im Internet e.V.
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