
Von kobinet-Korrespondent Keyvan Dahesch
München (kobinet) Mit 76 Millionen Euro will die bayerische Landesregierung die Situation ihrer Bürgerinnen und Bürger mit Behinderungen verbessern. "Damit sind die Weichen für den weiteren Ausbau von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gestellt", sagte Sozialministerin Christine Hadertauer (CSU) in München.
"Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten müssen wir auf diejenigen besonders achten, die unserer Unterstützung bedürfen. Ich freue mich daher sehr, dass ich weitere 76 Millionen Euro für den Bau von Werkstätten, Förderstätten und Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen freigeben konnte", erklärte die Politikerin.
Ihren worten nach bedeutet das konkret: "Grünes Licht für 56 neue Projekte." Die Ministerin sieht darin ein "tolles Signal und eine echte Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in wesentlichen Lebensbereichen - vor allem bei Arbeit und Wohnen". Die Projekte würden 2009 in allen 7 Regierungsbezirken wegen ihres regionalspezifischen Bezugs einen wertvollen Beitrag zur Wirtschaftsbelebung vor Ort leisten, erwartet die Ministerin. sch
Gerd Frank schrieb am 24.07.2009, 07:40
Hier wird schön beschrieben das was eine dieser "Christlichen " unter Integration versteht.
Die Vergangenheit lässt herzlich grüßen.
Max Mütze schrieb am 18.07.2009, 21:17
Einst Schwarm behinderter Menschen auch in Berlin und damals im Gespräch als Chef eines aus VdK und SoVD fusionierten Großverbandes, hat sich der Bayern-Boss auf dem heute beendeten CSU-Parteitag weiter entzaubert. Vom Hoffnungsträger für einen Neuanfang wurde Horst Seehofer wieder zum Politkarrieristen, der auf leisen Sohlen in die ausgetretenen FJS-Galoschen (Gott hab Franz Josef Strauß selig) schlüpfen will und so das bayerische Querulantentum gegen Berlin bedienen muss. Für Bayerns Behindertenpolitik wird das nicht gut ausgehen. Schon wird ein sektiererischer Widerstand gegen Brüssel und eine Vervollkommnung des europäischen Antidiskriminierungsrechts geschürt, was Seehofer mit zu verantworten hat.
Elfriede Stumböck schrieb am 11.07.2009, 11:24
Bayern wird ihre Aussonderungspolitik nicht ändern.
Kinder mit Behinderung werden immer noch aussortiert
und abgeschoben in Sonder (Förder!!!) schulen Eltern
müssen kämpfen, dass ihr Kind in die Regelschule gehen
kann. Da viele kirchliche Verbände in diesem Bereich tätig sind,
ist die Einflußnahme auf die Sozialpolitik "gesichert". Es ist bekannt,
dass Bayern in der Republik an letzter Stelle steht mit nur ca. 10%
von Kinder mit Behinderung in der Regelschule.
Van Helsing schrieb am 09.07.2009, 22:41
"Förderstätten",
"Werkstätten",
"Betreuten Wohnen".
Die Liste wird garantiert noch länger.
Hat die Bayrische Staatsregierung immer noch nicht kapiert,
dass Behinderte, alte, junge, Pflegebedürftige etwas anderes im Jahr 2009
gebrauchen, als Satt, Sauber und "Förderung" nach Gutsherrenart.
Wenn die 76 Millionen Euro Nutzen bringen sollen,
setzt euch mit Vertreter der Patienten/Betroffenen oder auch direkt mit denen zusammen.
Unterm Strich kommt da bestimmt was besseres heraus.
Gerd Frank schrieb am 07.07.2009, 07:45
Man hat echt den Eindruck diese Partei ignoriert Gesetze der Bundesrepublik und der Eu, das sie der Meinung sind als Freistaat können sier ihre eigenen Gesetze machen.
Mit ihren 76 Millionen für Einrichtungen belegen sie mal wieder überdeutlich welche Einstellung sie gegenüber Menschen mit Behinderungen vertreten.
Als Freistaat können sich alles erlauben. Am liebsten würden sie doch ihren Ministerpräsidenten zum König machen der über das Volk herrscht wie ein Sonnenkönig oder ????
Inge Rosenberger schrieb am 06.07.2009, 13:15
Zitat: "Damit sind die Weichen für den weiteren Ausbau von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung gestellt", sagte Sozialministerin Christine Hadertauer....
Ja, so kann man es wohl sagen: die Weichen auf das Abstellgleis sind gut geschmiert und funktionieren!
Im neuen Bayerischen Heimgesetz gibt es zudem noch die Einschränkung, dass die Vorschriften für Stationäre Einrichtungen in Kraft treten, wenn Wohngruppen Personen aufnehmen, die der "permanenten persönlichen Anwesenheit von Betreuungskräften während des gesamten Tages und während der Nacht bedürfen", oder die nicht in der Lage sind, "ihre Interessen und Bedürfnisse mitteilen zu können".
Dadurch wird Menschen mit bestimmten Behinderungen der Zugang zu betreuten Wohnformen erschwert oder gar verhindert - und es werden dadurch Menschen diskriminiert, die eine ständige Betreuung benötigen und Menschen, die nicht in der Lage sind, auf die übliche Weise ihre Bedürfnisse mitteilen zu können.
Wie lässt sich das mit dem Grundgesetz und der UN-Konvention vereinbaren??
Inge Rosenberger
Nina Waskowski schrieb am 06.07.2009, 10:04
...überall kämpft die Behindertenbewegung für die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention, für die mitunter jeder Groschen gebraucht wird und hier schießt man 76 Millionen Euro in die Schaffung neuer Werkstätten, Förderstätten und Wohnheime?
Sollte man nicht davon Barrierefreiheit schaffen? Barrierefreien Wohnraum, in dem die Menschen mit Behinderung alleine mit Assistenz unabhängig und selbständig leben können? Das Geld könnte man auch für die Schaffung behindertengerechter Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt verwenden statt für die Schaffung neuer Werkstätten, aus denen man in den allerseltensten Fällen wieder herauskommen. Statt neuer Förderstätten sollte man mit dem Geld Möglichkeiten finanzieren, die den Gedanken der inklusiven Bildung, welcher in der Behindertenrechtskonvention eindeutig verankert ist, umsetzen.
Für alle Mitstreiter der Behindertenpolitik bzw. -bewegung, die sich mit aller Kraft für die UN-Konvention eingesetzt haben und es auch noch immer tun, dürften solche Meldungen der absolute Schlag ins Gesicht sein. Warum hierfür Gelder genehmigt werden, ist absolut nicht nachvollziehbar! Die Verantwortlichen hierfür sollten die jeweiligen Empfänger mit allem Nachdruck dazu verpflichten, die Gelder ausschließlich im Sinne der Behindertenrechtskonvention zu verwenden. Das hieße, wenn man dem Artikel Glauben schenken darf, sämtliche Konzeptionen zu ändern!
Gerd Frank schrieb am 05.07.2009, 21:29
doch mal wieder wie einige Politker der Christlichen Parteien ticken.
Ihr Motto Behinderte Menschen müssen behütet und beschützt werden, vor den bösen Nichtbehinderten. Das behinderte Menschen durchaus in der Lage sind selbst zu entscheiden was sie wollen und welche Bedürfnisse sie haben. Diese o.g. Parteien scheinen immer noch zu glauben behinderte Menschen sind zu doof selbst zu entscheiden.
Es ist nicht mehr zu ertragen das immer noch dieser vollkommen überholte Fürsorgegedanke in deren Köpfen herumgeistert. Die haben immer noch nicht begriffen das solche Art von Heimen vollkommen überflüssig sind. Diesen Einrichtungen geht es nicht um die Menschen, sondern nuir um ihren Profit. Wie kann ich einen behinderten Menschen am besten ausbeuten.
Matthias Grombach schrieb am 05.07.2009, 17:40
"Die Ministerin sieht darin ein, tolles Signal... " (...) Das tolle Signal ist für die Behinderten in Bayern mit Sicherheit ein dunkelrotes. Toll wäre es allerdings, wenn jemand der bayerischen Sozialministerin mal die BehindertenrechtsKonvention der Vereinten Nationen in die Hand drücken würde, damit sie diese ausgiebig studieren kann. Das gleiche gilt für Frau Kuppe in Sachsen-Anhalt und die Sozialagentur in Halle!
Matthias Grombach
manfred keitel schrieb am 03.07.2009, 15:43
Es bleibt einem nichts anderes, als die Hände über den Kopf zusammenzuschlagen und daran zu appelieren, die stolze Summe von 76 Millionen Euro für und nicht - wie es sich tatsächlich verhält - gegen die behinderten Menschen in der Gesellschaft einzusetzen. "Daheim statt im Heim" ist längst in aller Munde, doch Bayern legt hier den Rückwärtsgang ein und tritt die Rechte der Bürger mit Füßen.
Christine Hadertauer ist als Sozialministerin fehl am Platze, wenn sie Ausgrenzungen unterstützt und weiteres zum Himmel schreiendes Unrecht ermöglicht. Als Heimerfahrener weiss ich leider nur zu gut, wovon ich hier schreibe.
MfG
Manfred Keitel
forsea.de/projekte/2004_marsch/marsch_g_keitel.shtml
Hans Helmut Hauf, der meinen Auszug erschwerte, arbeitet dort immer noch und leitet ironischerweise sogar einen Sonderfahrdienst. Sicher sehr einträglich.
forsea.de/projekte/2004_marsch/marsch_start.shtml
Jörg Kaldenbach schrieb am 03.07.2009, 14:39
Es ist schon sehr traurig wenn so viel Geld in Projekte wandern muß, welche eben nicht mit der UN Konvention konform
gehen. Der Streit wird immer und ewig mit unseren Politiker der CDU und CSU weitergehen. Lest einfach mal "Mensch ,das Magazin" Ausgabe 03/09 - die Wahlprüfsteine der einzelnen Parteien - bei der CSU ist ist doch schon alles in Ordnung- Danke, die Damen und Herren Abgeordneten, die Bundestagswahl ist am 27.09.09
Dorothea Moesch schrieb am 03.07.2009, 12:25
Da kann man noch mehr sogenannte "Behinderte" abschieben.
Dorothea Moesch schrieb am 03.07.2009, 12:24
Bravo! UN-Resolution? Inklusion? Och - Firlefanz, die Behindis gehören ordentlich weggeräumt unter ihresgleichen.
Bayerische Sozialpolitik = nix dazugelernt!