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kobinet-nachrichten 24.07.2009 - 08:03
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Kompetenzgerangel um barrierefreie Brückensanierung?

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Berlin (kobinet) Der Berliner Behindertenverband (BBV) mobilisiert weiter für eine Aktion vor der Zentrale der Deutschen Bahn am 11. August, damit eine barrierefreie Sanierung der Spreebrücke zwischen Bahnhof Friedrichstraße und Schiffbauerdamm nicht im Zuständigkeitsgerangel untergeht.

Auf den offenen Brief des BBV-Vorsitzenden Ilja Seifert an den Bahnchef (kobinet 13.7.09) antwortete der für Berlin zuständige Konzernbevollmächtigte Ingulf Leuschel, dass es sich bei der Sanierung der Fußgängerbrücke lediglich um "Instandsetzungsarbeiten" handele und sich eine "behindertengerechte Querung" nur über "einen parallelen Neubau ... erreichen" ließe, wofür dann "allerdings das Land Berlin zuständig" sei.

Zu den Ausflüchten des Konzerns erklärte jetzt Seifert in einer Pressemitteilung "Barrierenbeseitigung ist Pflicht", dass bei gründlichen Sanierungen aber die Schaffung von Barrierefreiheit verbindlich vorgeschrieben sei - unabhängig vom Eigentümerstatus. Es gehe übrigens nicht um "Behindertengerechtigkeit", sondern um Barrierenbeseitigung: Der Nutzen liege bei allen!

"Die Bahn AG soll endlich aufhören, uns immer wieder wortreich zu erklären, warum dies oder jenes angeblich nicht ginge, sondern mit uns gemeinsam nach Lösungswegen suchen", betonte der BBV-Vorsitzende. Sollte sich herausstellen, dass auch Senat und Bundesregierung ins Boot geholt werden müssten, dann würde sich der Verband darum bemühen. "Aber Barrieren, deren Beseitigung Pflicht ist, weiterhin akzeptieren, können wir nicht."

Die Fußgängerbrücke wurde nach dem Krieg als "Ersatz" für den zerstörten Schlütersteg unter der Eisenbahnbrücke "eingehängt". Es gibt keinen Grund, Menschen mit Behinderungen, Familien mit Kinderwagen, Radfahrer oder Reisende mit viel Gepäck von deren Nutzung auszuschließen. "Falls unser Vorschlag, Schrägaufzüge einzubauen, zu kompliziert ist, könnten wir uns auch eine Verlängerung des Bahnsteigs über die Spree und einen Senkrechtaufzug vorstellen. Wenn schon Laien verschiedene Varianten einfallen, sollten es Experten doch erst recht als willkommene Herausforderung empfinden, realisierbare Lösungsvorschläge zu unterbreiten", meint Seifert. sch

 

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