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kobinet-nachrichten 28.07.2009 - 08:58
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Direkter Draht zu Bundestagskandidaten

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Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl

Berlin (kobinet) Auf abgeordnetenwatch.de können die Direktkandidatinnen und -kandidaten zur Bundestagswahl am 27. September schon öffentlich befragt werden. Wer sich um ein Bundestagsmandat bewirbt, erfahren Interessenten einfach durch die Eingabe ihrer Postleitzahl. Ihre Fragen werden auf dem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Portal ebenso veröffentlicht wie die Antworten der Politiker. Die Chancen, auch gelesen zu werden, sind nicht schlecht. Über drei Millionen haben bisher die Seite im Monat geklickt, auf der 95 Prozent der befragten Bundestagsabgeordneten auch antworteten.

Die christdemokratische Abgeordnete und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bisher lieber andere oder eigene Kanäle im Web genutzt, um ihre Botschaften unters Wahlvolk zu bringen. Der sozialdemokratische Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, der sich nun im neuen Heimatland Brandenburg um ein Bundestagsmandat bewirbt, nutzt als ihr Herausforderer bereits eifrig diese Möglichkeit des Kontakts zu Wählerinnen und Wählern.

Vor der Berliner Wahl- und Informationsparty des Blauen Kamels (kobinet 27.7.09) können bereits die erwarteten Gäste befragt werden, die als Spitzenkandidaten dann am 3. September in der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg Rede und Antwort stehen.

Hier wohnt und kandidiert der sozialdemokratische Spitzenmann Wolfgang Thierse. Für die Linke tritt Gregor Gysi in Treptow-Köpenick an. Als Nummer eins der Christdemokraten bewirbt sich Monika Grütters in Marzahn-Hellersdorf um einen Platz unter der Reichstagskuppel. Mit dem Fahrrad von Kreuzberg aus unterwegs ist Hans-Christian Ströbele, der wieder das einzige Direktmandat für die Grünen in Berlin erobern möchte. Bei den Freidemokraten wurde Martin Lindner aus Steglitz/Zehlendorf als Spitzenkandidat gekürt.

Am Ende funktioniert die Demokratie im Netz dann, wenn die Bürger nicht nur Mails schicken, sondern die Menschen aus der Politik auch im wirklichen Leben treffen und mit ihnen diskutieren. Die Verfassungsjuristin Jutta Limbach ermuntert als Schirmherrin von Abgeordnetenwatch zum Mitmachen. "Eine stabile Demokratie lebt von der Meinungsfreude ihrer Bürgerinnen und Bürger", so die einstige Vorsitzende des Bundesverfassungsgerichts. "Wer sich dem verweigert und hier Vorsicht walten lässt, verkennt den Wert einer staatsbürgerlichen Kultur."
 

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