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03.08.2009 - 10:05

Elternratgeber zur inklusiven Beschulung online.

Berlin (kobinet) Tipps für das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder gibt ein Wegweiser, den die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und die Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen heute in Berlin vorstellten. Die Broschüre enthält Informationen zu den Möglichkeiten inklusiver Beschulung in den einzelnen Bundesländern sowie Tipps von Eltern, die bereits über Erfahrungen mit dem gemeinsamen Unterricht verfügen, teilte Karin Evers-Meyer in einer Presseinformation mit.

"Eine gemeinsame Beschulung, individuelle Förderung und ein Aufwachsen in Vielfalt kommen allen Kindern zugute - ob mit oder ohne Behinderung. Viele Eltern behinderter Kinder wünschen sich, dass ihr Kind gemeinsam mit den Geschwistern und Nachbarskindern in die Schule gehen kann", erklärte Evers-Meyer. Die 1. Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft, Camilla Dawletschin-Linder, ergänzte: "Viele Eltern behinderter Kinder wollen vor allem, dass ihren Kindern etwas zugetraut wird und dass sie unvermutete Qualitäten zeigen können. Das reduzierte Angebot in Sonderschulen setzt dem enge Grenzen".

Artikel 24 der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen fordert eine gemeinsame Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder."In Deutschland gehen bislang lediglich 15% der behinderten Kinder gemeinsam mit ihren nicht behinderten Altersgenossen in die Schule. In unseren europäischen Nachbarländern liegt diese Quote bei 60 bis 80%", bedauerte die Behindertenbeauftragte.

Dawletschin-Linder kritisierte, dass die Entscheidung der Eltern bei der Entscheidung für eine Schule in Deutschland eine mehr oder weniger nachgeordnete Rolle spiele. Per Gesetz entschieden Sonderpädagogen, Behörden, die begrenzten Haushaltsmittel oder einer Umgebung, die der pädagogischen Aufgabe nicht gewachsen sei. Evers-Meyer: "Allzu häufig scheitern die Eltern an diesen Rahmenbedingungen und entscheiden sich dann doch für eine Förderschule. Ich hoffe, dass dieser Ratgeber vielen Eltern behinderter Kinder Hilfestellung bietet und Mut macht, den Weg einer inklusiven Beschulung für ihr Kind gehen zu können." sch

Der Elternratgeber kann auf den Webseiten www.behindertenbeauftragte.de und www.gemeinsamleben-gemeinsamlernen.de heruntergeladen werden und soll voraussichtlich ab Oktober als Druckversion vorliegen

 

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