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kobinet-nachrichten
03.09.2009 - 06:15
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Röhrnbach (kobinet) Wolf-Dieter Flakowski wollte eigentlich nichts anderes als viele andere Menschen auch: einmal einen Wellness-Urlaub verbringen. Nach einem Tag gab dem Rollstuhlfahrer das Hotel "Jagdhof" in Röhrnbach im Bayerischen Wald jedoch zu verstehen, dass dort Behinderte in der Sauna nicht erwünscht seien nachdem sich Gäste über dessen Anwesenheit beschwert hatten.
Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge hatten sich Gäste beschwert. Der Chef des Familienhotels, Josef Ritzinger, bestätigte der SZ, das Paar nach einem Saunabesuch angesprochen zu haben. "Ich muss Interessenvermittler aller Gäste sein, da kommt es leider mitunter zu Konflikten", wird er in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Zwei Paare hätten sich beschwert, die Sauna nicht mehr besuchen zu wollen, wenn der Rollstuhlfahrer weiter Zugang habe. Sein Anblick deprimiere andere Gäste, berichtet der Hotelchef. Und sagt auch: "Ich an seiner Stelle würde anderen den Anblick dieses schlimmen Schicksals nicht zumuten wollen."
Der Urlaub des 66 Jahre alten Wolf-Dieter Flakowski aus Fürstenfeldbruck endete damit unerwartet schon nach einem Tag. Noch nie in seinem Leben sei sie so beleidigend und entwürdigend behandelt worden, beschreibt Elisabeth Zeller, die Wolf-Dieter Flakowski begleitete, diesen Vorfall.
"Die Vorkommnisse im Hotel "Jagdhof" im Bayerischen Wald zeigen mal wieder deutlich, mit welch offenen Diskriminierungen behinderte Menschen tagtäglich zu kämpfen haben. Sowohl das Hotelmanagement als auch der Landkreis verhalten sich unsäglich. Barrierefreiheit ist nicht nur baulicher Natur. Sie beginnt in den Köpfen. Ich verlange Wiedergutmachung vom Hotelmanagement sowie eine klare Positionierung des Landkreises zur Antidiskriminierung", erklärte der behindertenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Markus Kurth, nach Bekanntwerden des Vorfalls. Vonseiten des Landkreises Freyung-Grafenau sei nach dem Vorfall keinerlei Kritik gekommen und auch die Behindertenbeauftragte des Landkreises wollte der Süddeutschen Zeitung gegenüber nichts sagen. moh
Peter Hilpmann schrieb am 09.09.2009, 12:21
Liebe Kobinetleser und - Leserinnen !
In meinen vorherigen Brief habe ich die Frage nach den Realschulabsolventen die Deutschland auf der Welt-karte nicht finden konnten und so weiter nicht beantwortet. Aber auch hier fehlte das zwischen-menschliche.
Wären die Prüfungskandiatinen der Meinung gewesen, das Sie wissen müssen das der Bundespräsident Guildo Horn heisst ( kleiner Scherz) hätten Sie es gewusst. Denn Guildo Horn sein bürgerlicher Name ist Horst Köhler.
Was ich mit dem Begriff zwischenmenschlich meine kann man in den Artikel vom 30.11.2005 Auf Behinderte Menschen zugehen in meinem Leserbrief nachlesen. Die Internetadresse befindet sich auf meinem vorherigen Leserbrief.
Mit freundlichem Gruß
Peter
Peter Hilpmann schrieb am 07.09.2009, 23:47
Liebe Gabi !
Diese Aussagen sind leider real passiert. In deiner Interpretation hast du bis auf einen Punkt recht. Ich unterstelle den Nichtbehinderten keine Blödheit. Die Ursache ist das zwischenmenschliche fehlt.
Wäre es vorhanden gewesen bei den Gästen, hätten sie sich nicht beschwert. Das gleiche gilt auch für denjenigen vom Hotel der dem Rollstuhlfahrer das gesagt hat.
Allso auch der Rollstuhlfahrer musste Zumutungen über sich ergehen lassen.In dem Ihm solche schlimmen Dinge gesagt wurden.
Denn den Nichtbehinderten Gäste empfanden es als Zumutung den nackten Körper des Betroffenen zu sehen.
Ich möchte noch auf den Artikel vom 30.11. 2005 Auf behinderte Menschen zugehen hinweisen.
Besonders auf den Leserbrief von Uwe Heineker und von mir.
Die Internetadresse www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,10201/ticket,g_a_s_t.. Sie behandelt diese
Situation.
Mit freundlichem Gruß
Peter
Gabi Hofmann schrieb am 07.09.2009, 16:19
Hallo Peter,
ich frage mich angesichts solcher Aussagen -
"Wenn nichtbehinderte Menschen mit Realschulabschluss nicht mal in der Lage sind Deutschland auf einer Weltkarte zu finden. dieses bezog auf das Wissensmagazin Gallileo. In der Sendung wurde ein Einstellungstest gezeigt. Keiner dieser Leute wusste wie der Bundespräsident heißt. Deutschland wurde in Asien gesucht. Die Kandidatinnen suchten an der Thailändischen Grenze nach Deutschland.
Eine bekannte von mir hatte diesen Beitrag auch gesehen und Ihr Enkelkind die hochgradig Hörbehindert ist
Fragen gestellt. Das Enkelkind fühlte sich beleidit Ihr solche einfachen Fragen zu stellen. "
- wie Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung funktionieren soll wenn so geschimpft wird und Nichtbehinderte als grundsätzlich blöd dargestellt werden. Solche Töne tragen sicher nichts zu einer fruchtbaren Diskussion bei!
viele Grüße
Gabi
Peter Hilpmann schrieb am 04.09.2009, 10:33
Liebe Kobinet Leser und Leserinnen!
Frau Heinker hat Recht wenn Sie auf das Frankfurter Behindertenurteil hinweist. Der Richter hatte in seinem Urteil gesagt , das alle Behinderten Menschen Ihres Geistes und Ihrer Sprache nicht mächtig sind.
Aber ich frage mich zu diesem Urteil wie doof sollen die Menschen mit Behinderung sein. Wenn nichtbehinderte Menschen mit Realschulabschluss nicht mal in der Lage sind Deutschland auf einer Weltkarte zu finden. dieses bezog auf das Wissensmagazin Gallileo. In der Sendung wurde ein Einstellungstest gezeigt. Keiner dieser Leute wusste wie der Bundespräsident heißt. Deutschland wurde in Asien gesucht. Die Kandidatinnen suchten an der Thailändischen Grenze nach Deutschland.
Eine bekannte von mir hatte diesen Beitrag auch gesehen und Ihr Enkelkind die hochgradig Hörbehindert ist
Fragen gestellt. Das Enkelkind fühlte sich beleidit Ihr solche einfachen Fragen zu stellen.
Zurück zum Frankfurter Urteil. Ich würde mich nicht wundern wenn die Gäste die sich beschwert haben, eine Entschädigung zu bekommen falls Sie vor Gericht klagen.. Denn das ist ja damals auch geschehen mit der Klägerin aus Deutschland. Die Rollstuhlafrerinnen kamen meines Wissens nach aus Schedee. Und in diesem Land hat dieses Gerichtsurteil großes entsetzen ausgelöst.
Trotz UN-Konvention hat sich an dieser Situation nichts geändert. Es wird daher Zeit das dem Rollstuhlfahrer eine Entschädigung gezahlt wird.
Mit freundlichem Gruß
Peter
A. Heinker schrieb am 04.09.2009, 08:29
siehe auch: siehe Ernst Klee: "Das Frankfurter Urteil":
Behinderte im Urlaub? Das Frankfurter Urteil; eine Dokumentation. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1980
A. He.
Guntram Hoffmann schrieb am 03.09.2009, 16:54
Da verschlägt es mir die Sprache und ich denke, das kann doch nicht wahr sein.
Ich finde die Einstellung des Hoteliers einfach inakzeptabel, insbesondere
wenn er ein Geschäftsmann sein will. Oder was verkehren in dem Hotel für Gäste, daß der Hausherr meint, sich so verhalten zu müssen
Ich denke, hier muß man mit mehr öffentlicher Aufklärung etwas dagegen tun.
Aber ob dies allein ausreicht?...
Zum Glück ist mir als Sauna- und Badefreund bei früheren Urlauben in guten
Hotels, Thernal- und Freizeitbädern so etwas noch nie passiert. Im Gegenteil wurde mir eher unkompliziert Hilfe angeboten und ich erlebte gerade in solchen Einrichtungen die Menschen aufgeschlossener als sonst. Natürlich sind Behinderte in solchen Einrichtungen erstmal ungewohnt und das kann bei anderen schon zu Unsicherheiten und Ablehnungen führen. Dies generell zu leugnen wäre Quatsch. Die Frage ist nur, wie der Behinderte und der Hotelier damit umgeht.
Kopfschüttelnde Grüße
Guntram Hoffmann
Wiebke Hendeß schrieb am 03.09.2009, 13:53
Saunas, Schwimmbäder, Diskos oder erotische Parties, das sind leider immer noch Orte, auf die sich Menschen mit Behinderungen meist nicht trauen. Diese Orte verbinden wir u. a. mit Ausziehen, positiver Körperlichkeit, Flirten und Lebensfreude. Alle diese Attribute gibt unsere Gesellschaft oft nicht Menschen mit Behinderungen. Ich selbst besuche alle diese Orte sehr gerne und offensiv und habe meist gute und anerkennende Erfahrungen gemacht. Natürlich spüre ich oft die Blicke. Es ergeben sich aber auch gute Gespräche. Wir sollten dieses Negativbeispiel als Anlass nehmen, vermehrt diese Orte zu besuchen und es so zunehmend normal werden lassen.
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