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kobinet-nachrichten
03.09.2009 - 06:27
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Brüssel (kobinet) Der Prozess gegen die Europäische Schule in Brüssel ist verloren. Dies teilte Wasilios Katsioulis den kobinet-nachrichten mit. "Mein Sohn, der wegen seiner Behinderung vom Unterricht ausgeschlossen wurde, darf nicht mehr zur Schule und hat in Belgien keine deutschsprachige Alternative", so die erste Reaktion von Wasilios Katsioulis.
Wasilios Katsioulis, der im Europäischen Parlament in Brüssel angestellt ist, um dort die Barrierefreiheit zu verbessern und deshalb von Hamburg nach Brüssel mit seiner Familie gezogen war, kämpft seit Monaten dafür, dass sein 9jähriger Sohn Lucas trotz seiner autistischen Behinderung weiter die Europäische Schule besuchen darf. "Die Schule vertrat die Position, 'die UN-Konvention über die Rechte Behinderter sei nicht anwendbar, weil sie für die Europäische Schule nicht gelte", fasst der frustrierte Vater die Haltung der Schule zusammen. moh
Cornelia Persicke schrieb am 03.09.2009, 14:49
Es ist einfach traurig.
Wo bleibt eigentlich die Kirche????
Oder kümmert diese sich nur um gesunde Kinder.
Ich glaube das hatten wir schon alles einmal.
Stefan Krusche schrieb am 03.09.2009, 13:42
Lieber Wassili,
mit Bestürzung habe ich von der heutigen Gerichtsentscheidung zu der weiteren Beschulung Deines Sohns gelesen. Du darfst auf keinen Fall jetzt aufgeben! Notfalls werden wir einen Spendenfonds für Deine Anwaltskosten einrichten, wenn Du keine Rechtsschutzversicherung haben solltest.
Es gibt aus meiner Sicht 2 Ansätze:
1. Das Verfahren vor den Europäischen Menschengerichtshof bringen. Es muss einfach geklärt werden, ob nicht die UN-Konvention über einer Schulkonvention einer europäischen Schule rechtlich einzuordnen ist.
2. Den genauen Text der Schulkonvention der europäischen Schule studieren. Sieht diese Konvention Konfliktlösungsverfahren für vergleichbare Sachverhalte vor? Der in Deutschland geltende Grundsatz der Verhältnismäßigkeit schreibt vor, dass zunächst alle milderen Mittel eingesetzt werden müssen, um eine Situation zu entschärfen, bevor das schwerwiegendste Mittel (in diesem Fall der Ausschluss des Schülers) überhaupt zum Einsatz kommen darf. Ob dieser Grundsatz auch in Belgien gilt, weiß ich natürlich im Moment nicht.
Alles Gute für Euch und viele Grüße von
Stefan Krusche
Cordula Müller schrieb am 03.09.2009, 09:52
Unfassbar! UN Konventionen gelten also nicht nur NICHT in den einzelnen Bundesländern sondern auch da nicht, wo es oft drauf ankommt : In Brüssel. Was ist das für eine Begründung, wenn eine Schule sich selber eigene Richtlinien machen darf.
Was wird nun aus Lukas?
Was müssen wir Eltern von besonderen Kindern denn noch alles durchstehen?
Karin Henning - Hauck schrieb am 03.09.2009, 09:23
Es tut mir so leid für Lukas, jedes Kind hat es verdient an eine Schule zu gehen.
Jeden kann es treffen, du kannst morgen im Rollstuhl sitzen.(ich wünsche es keinem )
Nicht die Behinderten müssen sich ändern, sondern die Einstellung jeden einzelnen Bundesbürgers.
Ich wünsche mir, dass es mehr Eltern gibt, die angergiert und koragiert sind und gegen diese Ungerechtigkeiten
vorgehen.
Meine Tochter darf seit dieser Woche nicht mehr auf die IDSB ( Deutsche Schule Brüssel ), warum fragen sie sich?
Weil sie unter selek.Mutismus leidet und mit den Lehrern nicht spricht.
Ich möchte keine Eliteschule !! Ich möchte eine Schule für alle Kinder.
Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, genau denen zu helfen, die sich alleine nicht wehren können,
und das sind unsere Kinder.
Viele Grüße Karin Henning - Hauck
Wasilios Katsioulis schrieb am 03.09.2009, 09:02
begruendet wurde dies damit, dass die Schule eine eigene Schulkonvention hat und keine Internationalen Vereinbarungen fuer sie gelten wuerden.
Karin Kestner schrieb am 03.09.2009, 08:51
Welche Begründung gab es denn, warum sie nicht für die europäische Schule gilt?
Gruß Karin
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