
Berlin (kobinet) Die Kritik des Vereins Mobil mit Behinderung an der Internetplattform www.abgeordnetenwatch.de hat eine rege Diskussion unter den kobinet-LeserInnen ausgelöst. Bisher sind 22 Leserbriefe dazu eingegangen.
Der Verein Mobil mit Behinderung hatte kritisiert, dass die Internetplattform die Schreiben der Mitglieder des Vereins mit Fragen zur Verbesserung der Mobilität für behinderte Menschen an die einzelnen Abgeordneten blockiert hat. Heinrich Buschmann teilte mit, dass der Verein weiterhin versuchen will, diese "Zensur" aufzuheben. Derweil diskutieren die kobinet-LeserInnen kräftig über diesen Vorfall in der Leserbriefrubrik der kobinet-nachrichten. moh
Wolf Lefèvre schrieb am 10.09.2009, 16:26
Abgeordnete antworten auf unsere Fragen zu Artikel 20 der UN-Behindertenrechtskonvention
Anbei die Antwort von Dr. Gysi, der unser Anliegen zur ausführlichen Beantwortung unserer Fragen zur Sicherung des Anspruchs auf persönliche Mobilität an seinen Kollegen Dr. Ilja Seifert weiter vermittelt hat.
Zitat:
....
Ihre Nachricht vom 7.9. hat mich erreicht. Selbstverständlich haben wir die Frage schon erörtert und es gibt dazu auch Vorstellungen.
Ich habe mir erlaubt, Ihr Schreiben an unseren Abgeordneten Dr. Ilja Seifert mit der Bitte weiterzuleiten, Ihnen eine ausführlichere Antwort zukommen zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
Wolf Dietrich Lefèvre schrieb am 06.09.2009, 16:16
Liebe Leser des Kobinet,
die Probleme die "abgeordnetenwatch" mit der Übermittlung unserer Fragen an unsere gewählten Volksvertreter zum Stand der Diskussion, über eine Gewährleistung und Ermöglichung der persönlichen Mobilität behinderter Menschen entsprechend Artikel 20 der UN-Konvention hat, sind umso unverständlicher, als z.B. ehemalige oberste Hüter unseres Grundgesetzes (beim Bundesverfassungsgericht), sowohl in der Funktion als Schirmherrin, wie auch als Mitglied des Kuratoriums bei "abgeordnetenwatch" mit verantwortlich sind.
Wenn man allerdings als betroffener schwerbehinderter Mensch konkrete eigene Erfahrungen mit unmenschlichen und sozialschädlichen Gerichtsentscheidungen hat, welche die Grundrechte des Artikel 6 der EMRK und die Notlage behinderter Menschen missachten, fällt es einem zwar schwer diese Tatsachen hinzunehmen, aber man kann die Kommunikationsblockade gegen die Anliegen der behinderten Menschen, die ehrlicherweise kaum jemanden in unserer Gesellschaft tatsächlich interessieren, nachvollziehen.
Um so mehr müssen die behinderten Menschen selbst und die Menschen, die sich mit für die Belange der Betroffenen mit verantwortlich fühlen, sich dafür einsetzen die Bekenntnisse zur UN-Behindertenkonvention in tatsächlich gewährte Rechte und Pflichten zur Erfüllung einzufordern.
Die Barrieren in den Köpfen der Menschen die sich nicht betroffen fühlen und die Nöte behinderter Menschen sogar Missachten, sind für uns das größte Hindernis, dass es zu überwinden gilt.
Wenn wir aktiv und immer wieder unsere Bedürfnisse einfordern, können wir die Verbesserung unserer jeweils persönlichen Einschränkungen erreichen und viele Barrieren überwinden.
Helft alle mit, es ist unsere Pflicht. Danke !!!
Gruß Wolf Lefèvre (Tetraplegiker und Beamter in Vollzeit)
Heinz Risse schrieb am 04.09.2009, 10:24
wieder eine weitere Diskreminierung der Behinderten von unseren Volksvertretern!
Ilja Seifert schrieb am 03.09.2009, 15:54
Liebe kobinet-Leserinnen und -Leser,
ich habe abgeordnetenwatch.de gebeten, die Fragen von „Mobil mit Behinderung“ für mich frei zu schalten, um sie im Namen der Bundestagsfraktion DIE LINKE in meiner Funktion als Behindertenpolitischer Sprecher zu beantworten.
Die Antwort können Sie nachlesen unter:
www.abgeordnetenwatch.de/dr_ilja_seifert-180-25233.html
Mit den besten Grüßen
Ilja Seifert