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04.09.2009 - 07:07

Kommerzialisierung von Gesundheit schadet Patienten.

Berlin (kobinet) Die Zuweisung von Patienten zur Krankenhausbehandlung gegen Bares ist nach Ansicht des Bundesgeschäftsführers des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Dr. Bernd Niederland ethisch verwerflich und muss unterbunden werden. Niederland ging mit dieser Kritik auf die Debatte über Prämien ein, die von Krankenhäusern an Ärzte für die Überweisung von Patienten zur stationären
Behandlung bezahlt werden.

"Das Setzen auf die Selbstkontrolle reicht dazu nicht aus. Vor allem muss die Kommerzialisierung gesundheitlicher Leistungen gestoppt werden. Dafür trägt in erster Linie die Politik die Verantwortung", so Dr. Niederland. "Solche Praktiken untergraben das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten. Wenn statt der Gesundheitsbelange des Patienten monetäre Interessen Vorrang erhalten, verstößt dies nicht nur gegen das ärztliche Ethos, sondern auch gegen den Gedanken eines solidarischen Gesundheitssystems. Im Extremfall können selbst Schädigungen für Patienten nicht ausgeschlossen werden. Daher ist die Politik gefragt, dieser Entwicklung nicht tatenlos zuzuschauen."

Der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität wies darauf hin, dass ein Zusammenhang mit gesundheitspolitischen Weichenstellungen der letzten Jahre bestehe. "Die Umstellung der Finanzierung auf ein Fallpauschalensystem hat Anreize geschaffen, möglichst viele Patienten in kürzester Dauer und mit den geringsten Kosten zu behandeln, gleichzeitig aber für volle Auslastung der Kapazitäten zu sorgen. Das mag im Sinne der Wirtschaftlichkeit richtig sein. Gesundheitliche Versorgung darf jedoch nicht nur an betriebswirtschaftlichen Kennziffern gemessen werden. Der Rückgang der durchschnittlichen Verweildauer auf nur noch 8,1 Krankenhaustage, der Verlust von 7.500 Krankenhausbetten allein im Jahre 2008 sowie der in den letzten Jahren erfolgte Abbau von gut 50.000 Pflegekräften in Krankenhäusern weisen in eine problematische Richtung." moh
 

 
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