![]()
Druckversion
kobinet-nachrichten
04.09.2009 - 07:34
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Leipzig/Dresden (kobinet) Mobilitätseingeschränkte Menschen können im Bereich der S-Bahn Dresden bis 30 Minuten vor Abfahrt des Zuges die zum Einsteigen oder Einfahren erforderliche Hilfe und Unterstützung über die Telefonnummer 0351 2068290 (zum Ortstarif) anfordern. So werde gewährleistet, dass das Servicepersonal im Zug beim Halt an der gewünschten Station zur Stelle ist und bei der Bedienung der ausfahrbaren Fahrzeugbrücke und beim Einsteigen behilflich sein kann.
Der Anmeldeservice steht laut einer Presseinformation der DB Mobility Networks Logistics montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 20 Uhr, an den Wochenenden und feiertags von 10 bis 18 Uhr zur Verfügung. Notwendige Angaben sind die Art der Mobilitätseinschränkung, die Abfahrtsstation, die Fahrtrichtung und das Fahrtziel, die gewünschte Abfahrtszeit und die Telefonnummer des Anrufenden. Damit sei es möglich, dem Reisenden gegebenenfalls eine Auftragsbestätigung zu übermitteln und über Unregelmäßigkeiten oder Fahrplanabweichungen zu informieren. Dieser erweiterte Service steht für die S-Bahn-Linie S 1 Meißen Triebischtal-Dresden-Schöna, S 2 Pirna-Dresden-Dresden Flughafen und S 3 Dresden-Tharandt zur Verfügung.
Auf dem Bahnsteig sollten sich die mobilitätseingeschränkten Fahrgäste in der Nähe des Halteplatzes des Steuerwagens aufhalten, welcher über die technischen Einrichtungen für behinderte Menschen verfügt (ausfahrbare Fahrzeugbrücke, barrierefreies WC, geräumiges Mehrzweckabteil). Eine Übersicht über die barrierefrei zu erreichenden Bahnsteige im Einzugsgebiet der S-Bahn Dresden ist unter www.vvo-online.de veröffentlicht. Für die mit DB Servicepersonal besetzten Bahnhöfe Dresden Hauptbahnhof und Dresden-Neustadt gilt die bisherige Regelung: Reisende können sich bis 20 Minuten vor Abfahrt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im DB Service Point wenden.
Auf diese Verfahrensweise haben sich das vom Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) geleitete Projekt "ÖPNV/SPNV für alle" mit dem Verkehrsbetrieb Südostsachsen der DB Regio AG und dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) verständigt. "Mit diesem erweiterten Service für mobilitätseingeschränkte Menschen möchten wir einen aktiven Beitrag leisten, dass diese Zielgruppe unserer Fahrgäste selbstbestimmt am Leben teilhaben und mobil sein kann. So haben wir gemeinsam wieder einen Schritt in die richtige Richtung getan", fasst Klaus-Dieter Martini, Sprecher des Verkehrsbetriebes Südostsachen, das Engagement zusammen. moh
Dorothea Moesch schrieb am 07.09.2009, 01:25
Ich will lediglich Barrierefreiheit. Die allerdings umfassend.
Muss schwierig zu verstehen sein, so eine ganz unbescheidene "Behinderte", die nicht mit zugewiesenen Plätze-lein "zufrieden" ist und sich kuscht.
Veit Riffer schrieb am 06.09.2009, 23:13
Frau Moesch und Herr Hellinger scheinen mit ihren Äußerungen nicht auf der Höhe der Zeit zu sein. Nachfolgend werde ich meine Vermutung begründen.
1. Die genannten S-Bahn-Verbindungen sind für einigermaßen mobile Rollifahrer komplett ohne Hilfe des Bahnpersonals nutzbar - ich selbst praktiziere dies hier bereits mehrere Jahre so. Weiterhin sind die Zugbegleiter in jeder Form beim Ein- und Aussteigen behilflich - sie bieten ihre Unterstützung auch ungefragt an. Das jetzt beschriebene Verfahren ist ein ZUSÄTZLICHES Angebot für mobilitätseingeschränkte Personen.
2. Die eingesetzten Doppelstockwagen haben barrierefreie Abteile. Man kann als Rollifahrer nur eben halt nich "oben" sitzen.
Bevor Sie als offensichtliche Vertreter der "Ich will alles"-Fraktion solchen Unsinn hier schreiben, sollten Sie zunächst erst mal überlegen, ob Sie damit nicht am Ziel vorbeischießen!
Dorothea Moesch schrieb am 06.09.2009, 15:39
sind natürlich KEINE Kuhkäffer, ganz im Gegenteil!
Genau deswegen halte ich es doch für einen SKANDAL, dass sogenannte "Behinderte" diese tatsächlich irre spannenden Städte nur bis 18 Uhr besuchen dürfen - genau so, als WÄREN es Kuhkäffer, in denen nach Dunkelwerden die Bürgersteige hochgeklappt werden.
Durch diese tolle und beklatschenswerte AusSONDERungsregel werden sogenannte "Behinderte" doch daran GEHINDERT, das Spannende an Dresden und Leipzig in aller Fülle erleben zu können.
Man, man, man - manchesmal reicht es eben nicht, einen Namen zu lesen und sofort draufzuhauen. Manchesmal sollte das sinnentnehmende Lesen geschult werden - oder sind sog. "Behinderte" und ihre Angehörigen so eingeschränkt, dass sie Sarkasmus weder erkennen noch ertragen können?
Und ja: ich spitze zu. Auch als sogenannte "Behinderte" nenne ich einen Haufen Dung "einen Haufen Dung" und säusele nicht "rösleinrot" dazu. Die brave, liebe und lächelnde Behindi-Kindi-Rolle, die einer Rollstuhlfahrerin so angedient wird, liegt mir nicht. Da bleibe ich lieber zynische Intellektuelle.
Die allerdings passt manchen Liebeleins nicht. Ist klar. Muss aber auch nicht. Everyones Darling ist schließlich everyones Depp.
Arnd Hellinger schrieb am 05.09.2009, 16:35
Normalerweise ist es bei S-Bahnen wie etwa in Berlin, Hamburg, Nürnberg, München, Rhein-Neckar und teilweise Rhein-Ruhr üblich, dieselben auch als "mobilitätseingeschränkter" Kunde des örtlichen Verkehrsverbundes OHNE Voranmeldung nutzen zu können. Das verstehe ich dann unter Barrierefreiiheit und DAS deckt sich u.a. auch mit der UN-Konvention...
Warum klappt das im Raum Dresden nicht? Weil der Verkehrsverbund Oberelbe der DB Regio AG nach wie vor erlaubt, die dortige "S-Bahn" mit Doppelstock-Wendezügen zu fahren, die anderswo als Regionalexpress eingesetzt werdenn und mit den in Dresden seit 1994 gebauten bzw. grundsanierten S-Bahnsteigen nicht kompatibel sind. Der VVO wollte wohl die Kosten eines passenden - aber relativ kleinen - Fuhrparks sparen.
Geeignete, wirklich barrierefreie Züge für die S-Bahn Dresden könnten DB und VVO übrigens direkt aus den "neuen" Bundesländern (Bombardier Bautzen/Görlitz oder Stadler-Rail Berlin) beziehen. Hier ist sächsische Landes- und Dresdener Kommunalpolitik gefragt.
Und ja, auch ohne (bisher) richtige S-Bahn ist Dresden natürlich KEIN "unbedeutendes Kaff". Wer nämlich Frau Moesch hier öfter liest, weiß auch, dass sie die Dinge gerne auch einmal sehr, sehr überspitzt darstellt...
A. Heinker schrieb am 04.09.2009, 20:02
Sehr geehrte Frau Mösch,
in Ihrem Leserin-Brief am 04.09.2009 bei kobiinet-nachrichten.org bezeichnen Sie Dresden und Leipzig als Käffer.
Ich möchte Sie fragen, ob Sie mal selber in Dresden und Leipzig waren oder woher Sie Ihre Meinung / Ihre Erfahrungen über beide und mit beiden Städte(n) haben?
A. He.
Dorothea Moesch schrieb am 04.09.2009, 16:59
Da "dürfen" Behindis in Dresden und Leipzig - also absoluten Kuhkäffern, in denen es nichts zu sehen oder erleben gibt - tatsächlich samstags bis 18 Uhr die S-Bahn nutzen! Toll! Superklasse! Und sogar zum Abendessen und zur Bettzeit nach den Nachrichten wieder zuhause - ganz toller Service!
Applaus zu soviel Barrierefreiheit!
© Kooperation Behinderter im Internet e.V.
Alle Rechte vorbehalten