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25.09.2009 - 19:12

Wiener Braille-Ehrung in französischer Botschaft.

Wien (kobinet) Mit einer "Lesung im Dunkeln" in der französischen Botschaft hat der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) gestern in Wien Louis Braille geehrt. "Die Braille-Schrift muss auch in unserer Zeit unbedingt der Welt erhalten bleiben", unterstrich ÖBSV-Präsident Gerhard Höllerer die Bedeutung der Blindenschrift im Computerzeitalter. Braille-Schrift auf Medikamentenpackungen oder ab dem nächsten Jahr auf der E-Card seien aktuelle Beispiele dafür.

Auf der Festveranstaltung zum 200. Geburtstag von Louis Braille führte die sozial engagierte ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher durch den Abend. Philippe Carré, Frankreichs Botschafter in Österreich, erzählte über das für einen blinden Menschen in der damaligen Zeit außergewöhnliche, aber kurze Leben seines Landsmannes Louis Braille.

Eine "größtmögliche Teilhabe von behinderten Menschen" am gesellschaftlichen Leben forderte Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Barrierefreiheit und Integration sollten längst eine Selbstverständlichkeit sein. "Dort, wo der Schuh drückt, helfen wir sofort", versprach der Bundesminister und konnte in Zeiten des Sparstiftes mit der Nachricht aufwarten: "Das Budget des Bundessozialamtes wird auch 2010 nicht gekürzt!"

Höhepunkt des Abends war neben dem Auftritt von Prof. Erich Schmid vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut als Louis Braille die Lesung im abgedunkelten Festsaal von Ausschnitten aus "Der kleine Prinz" - auf Französisch und Deutsch.

Nach einem "Runden Tisch", an dem Betroffene mit Ingrid Thurnher über die Bedeutung der Blindenschrift diskutierten, wurde die "Wiener Braille-Erklärung" des ÖBSV vorgetragen. "Die Fähigkeit, selbst zu lesen, muss stets das Ziel für blinde Menschen sein", stellt der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband darin fest. Er fordert, dass beim pädagogischen Schulpersonal zumindest Grundkenntnisse in Braille vorhanden sein müssen, bei Bedarf auch darüber, die Vermittlung der Brailleschrift als fixer Bestandteil in jeder Rehabilitationsmaßnahme berücksichtigt wird und allen blinden Schülerinnen und Schülern im Informatikunterricht die Möglichkeit geboten wird, das für das Berufsleben so wichtige Computerbraille zu erlernen. sch
 

 
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