
Berlin (kobinet) Den Medienpreis "Bobby" der Bundesvereinigung Lebenshilfe erhielt heute Juliana Götze gemeinsam mit ihren Kollegen vom Münchner "Polizeiruf 110", Michaela May und Edgar Selge. Bundesvorsitzender Robert Antretter überreichte den Preis in der Berliner Kulturbrauerei, wo die 24-jährige Schauspielerin mit Down-Syndrom ihr Handwerk im Berliner Theater "RambaZamba" gelernt hat. Ausgezeichnet wurden auch Regisseur und Grimme-Preisträger Andreas Kleinert, Produzent Jakob Claussen sowie die Drehbuchautoren Matthias Pacht und Alex Buresch.
Juliana Götze spielt in der ARD-Krimiserie die schwangere Rosi, deren Mutter überfallen und lebensgefährlich verletzt wurde. Ist Rosi nur Zeugin oder in den Fall verwickelt? Sensibel und eindrucksvoll schaffen die drei Hauptakteure - Juliana Götze als Rosi sowie die Kommissare Jürgen Tauber (Edgar Selge) und Jo Obermaier (Michaela May) - eine besondere Atmosphäre und Spannung.
Vom ersten poltrigen Tauber-Satz "Na sauber, ein Mongo" zu Beginn der Ermittlungen bis zu den leisen, nahen Momenten, als es Tauber gelingt, sich auf Rosis Welt einzulassen. Kommissarin Jo Obermeier, warmherzig und resolut, ist schon zu Anfang des Films ihrem Kollegen weit voraus: "Man sagt nicht Mongo, sondern Trisomie 21."
Stark und selbstverständlich hat sich die schwangere junge Frau längst für ihr ungeborenes Kind entschieden: "Man kann es nicht wegmachen, es ist doch schon da!" Für Rosi steht ihr Recht auf Selbstbestimmung außer Frage. Und damit berührt der Film "eine der zentralen Forderungen werteorientierten, humanistischen Denkens, der sich unsere Gesellschaft stellen muss, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht", so Robert Antretter in seiner Laudatio.
Mit diesem Film, so Antretter, "nehmen die Beteiligten die Zuschauer mit, bewegen sie im Innehalten und machen in vielfältiger Weise deutlich, dass eine Gesellschaft ohne Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung für behinderte Menschen eine verarmte Gesellschaft wäre. Im Mittelpunkt sollte immer der Mensch mit all seinen Verschiedenheiten, Eigenarten, Wünschen und Sehnsüchten stehen, ob behindert oder nicht." sch