
Bonn (kobinet) Fast 570.000 Kurse, rund 9 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mehr als 15,1 Millionen Unterrichtsstunden - Zahlen, die eine neue Bestmarke definieren: Die Volkshochschulen in Deutschland konnten ihren vor einem Jahr aufgestellten Rekord noch einmal übertreffen. Diese Bilanz zog der Deutsche Volkshochschul-Verband.
"Die vorgelegte VHS-Statistik 2008 unterstreicht eindringlich, wie immens das Interesse und der Bedarf an Weiterbildung sind und dass die Volkshochschulen für Weiterbildung die erste Adresse sind", betonte der Vorsitzende des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), Dr. Ernst Dieter Rossmann, in Bonn. Sprachen sind der mit Abstand größte Programmbereich: Hierauf entfielen 41,9 Prozent aller Unterrichtsstunden, gefolgt von Gesundheit (18,1%), Arbeit/Beruf (14,9%), Kultur/Gestalten (10,8%), Grundbildung/Schulabschlüsse (9,7%) und Politik/Gesellschaft/Umwelt (4,5%). 383 Millionen Euro Teilnahmegebühren nahmen die Volkshochschulen in 2008 ein. Länder und Kommunen schossen weitere 396 Millionen Euro hinzu.
"Wir hoffen, dass auch in Zeiten der Wirtschaftskrise dieses Potenzial erhalten bleibt", erklärte Rossmann. "Denn nur dann können Volkshochschulen dauerhaft garantieren, zu sozial ausgewogenen Preisen flächendeckend Weiterbildung anzubieten, eben auch in strukturschwachen Regionen und für sozial schwache Bevölkerungsgruppen. Damit sorgen sie letztlich für mehr Chancengerechtigkeit für alle." Als Beispiel nannte er Kurse für funktionale Alphabeten - also Menschen, die trotz Schulbesuch nicht ausreichend lesen und schreiben können, um sich im Alltag zurechtzufinden - und Schulabbrecher. "Bildung ist schließlich die Investition in die Zukunft schlechthin", sagte der DVV-Vorsitzende. Deshalb müssten gerade jetzt auch sozial Schwache und die vielzitierten "bildungsfernen Schichten" noch stärker als bisher erreicht werden. Der Deutsche Volkshochschul-Verband ist die bildungs- und verbandspolitische Vertretung der Volkshochschulen und der VHS-Landesverbände auf Bundes- und europäischer Ebene. Hinter ihm stehen die rund 1.000 Volkshochschulen in Deutschland.
Für den Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul, haben die Volkshochschulen nicht nur eine wichtige Bedeutung für die Verbesserung der Bildung, sondern auch eine bedeutende soziale Funktion. "Hier treffen sich ganz verschiedene Menschen, lernen gemeinsam, lernen sich anhand ähnlicher Hobbies kennen und unterstützen sich zum Teil gegenseitig. Die Volkshochschulen haben also einen ganz wichtigen Anteil am Sozialraum der Menschen, der auch für behinderte Menschen gleichberechtigt zugänglich sein muss. Deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Volkshochschulen noch barrierefreier und offener für die unterschiedlichsten Menschen mit Behinderung werden", so Ottmar Miles-Paul. moh