
Berlin (kobinet) Der Deutsche Behindertenrat hat heute die Bundesregierung aufgefordert, mit der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen für Gleichberechtigung im gesellschaftlichen Leben zu sorgen. Neuer Vorsitzender im Sprecherrat dieses Aktionsbündnisses wurde Adolf Bauer, der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD).
Auf der Veranstaltung am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung übernahm Bauer bis zum 3. Dezember 2010 den Staffelstab von Hannelore Loskill, die in diesem Jahr für den Bundesverband Selbsthilfe dieses Ehrenamt ausgeübt hatte. Loskill und Bauer waren sich heute einig, dass die neue Bundesregierung rasch mit der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention beginnen müsse.
Die Konvention ist seit März dieses Jahres in Deutschland in Kraft. Bis 2011 muss die Bundesregierung bei den Vereinten Nationen einen Bericht vorlegen, wie diese Menschenrechtskonvention umgesetzt wurde. Die im Deutschen Behindertenrat zusammengeschlossenen Sozial- und Behindertenverbände behielten es sich vor, den Vereinten Nationen einen Schattenbericht zukommen zu lassen, kündigte Bauer an.
Für den neuen Vorsitzenden des Sprecherrats sind die Forderungen nach gemeinsamem Schulunterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder besonders wichtig. Nur knapp 16 Prozent der behinderten Kinder besuchten eine reguläre Schule. Mehr als 400.000 behinderte Kinder würden auf Sonderschulen unterrichtet. 77 Prozent von ihnen verließen die Schule ohne Abschluss, so Bauer. sch