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04.01.2010 - 06:19

Diskriminierungsfreie Kirchen gefordert.

Berlin (kobinet) Nachdem Papst Benedikt XVI. am Neujahrstag eine Welt ohne Diskriminierung gefordert hat schlägt das Netzwerk Artikel 3 vor, dass er damit anfängt, die Diskriminierungen gegenüber behinderten Menschen im kirchlichen Bereich zu bekämpfen.

"Frieden beginnt mit einem respektvollen Blick auf den anderen, der in diesem den Mitmenschen erkennt - unabhängig von seiner Hautfarbe, seiner Nationalität, seiner Sprache und seiner Religion", sagte der Papst laut einem Bericht von tagesschau.de beim Neujahrsgottesdienst im Petersdom. Nicht zuletzt im Hinblick auf die UN-Behindertenrechtskonvention müssten diese Ausführungen des Papstes nach Ansicht des Netzwerk Artikel 3 auch auf behinderte Menschen ausgeweitet werden, die ebenfalls vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt sind. Vor allem beim Besuch von Gottesdiensten und kirchlichen Einrichtungen gäbe es noch vielfältige Benachteiligungen und Hindernisse. Angefangen von Eingängen zu Kirchen, die oft nur über Stufen oder Hintereingänge erreichbar seien, bis zur Position behinderter Menschen in kirchlichen Funktionen, gäbe es in der katholischen, aber auch in den anderen Kirchen noch viel zu tun.

Gerade im Hinblick auf das Ziel der Inklusion behinderter Menschen in sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens haben nach Ansicht des Netzwerks Artikel 3 die Kirchen eine äußerst wichtige Funktion und Chance, Menschen zusammen zu bringen und Netzwerke aufzubauen. Diese dürfe nicht durch Barrieren und Diskriminierungen durch die Kirchen vertan werden. Das Netzwerk Artikel 3 fordert daher die Kirchen auf, ähnlich wie die einzelnen Regierungen Aktionspläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in ihrem Bereich zu entwickeln und konsequent umzusetzen. Nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels müsste dies eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, um auch älteren Menschen mit Einschränkungen eine Perspektive für die weitere Teilhabe am kirchlichen Leben zu bieten.

Das Netzwerk Artikel 3 ist ein verbands- und behinderungsübergreifender Zusammenschluss, der seine Wurzeln im Kampf für die Aufnahme des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz und dem Wirken für Gleichstellungsgesetze hat. moh
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Wilhelmine Gerrau schrieb am 04.01.2010, 12:08

Absicht oder nicht?

das der Papst die Behinderten vergessen hat wird wohl nicht unabsichtlich geschehen sein, schliesslich verdient die Kirche mit Pflegeheimen, Behindertenwerkstätten, Sonderschulen u.s.w. sehr viel Geld.

Ein unabhängiges Leben, wie es sich Behinderte wünschen wird bei der Kirche zu hohen Einkommensverlusten führen.

Wer aber in der Bibel nachliest wird schnell finden, dass es nicht auf den Mammon ankommt,
sondern darauf dass alle gerecht behandelt werden, dass da Behinderte nicht ausgenommen werden dürfen ist doch wohl jedem klar!

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