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kobinet-nachrichten 16.01.2010 - 15:00
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Hilfe auf dem Weg durchs Dunkel

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Dortmund (kobinet) Der Aufbau eines Beratungsnetzes in Nordrhein-Westfalen, das blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags helfen soll, ist abgeschlossen. Sozialminister Karl-Josef Laumann kam heute nach Dortmund, wo Zertifikate an weitere Berater übergeben wurden.

In dem Projekt "Wir sehen weiter" wurden in den vergangenen zwei Jahren rund 100 ehrenamtliche Berater in mehr als 250 Unterrichtsstunden qualifiziert, um medizinische, rechtliche und wirtschaftliche Fragen beantworten und mit praktischen Tipps für den Alltag helfen zu können.

"Wenn man erblindet, werden gewohnte Alltagsabläufe zu unüberwindbaren Hürden. In dieser Situation brauchen Betroffene und Angehörige einen kompetenten Ansprechpartner, der den Weg durch das Dunkel weist", sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann heute bei der Übergabe der Zertifikate an die zweite Gruppe der Berater, die ihre Qualifizierung jetzt beendet haben. Die erste Hälfte der Berater hat im vergangenen Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen und arbeitet bereits am Aufbau der Beratungsstellen.

Das Projekt, das sich vor allem an ältere Betroffene wendet, wird vom Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen gemeinsam mit anderen Blindenvereinen durchgeführt und vom nordrhein-westfälischen
Sozialministerium zwischen 2007 und 2010 mit fast 1,2 Millionen Euro finanziert.

Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland erblinden jährlich etwa 6.000 Menschen. Rund 34.000 Personen beziehen derzeit Blindengeld, fast drei Viertel von ihnen sind älter als 60 Jahre. Die so genannten "Hilfen für hochgradig Sehbehinderte" erhalten mehr als 11.000 Menschen, davon sind sogar mehr als 85 Prozent älter als 60 Jahre. Nach wissenschaftlichen Prognosen wird es 2030 etwa ein Drittel mehr blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen als heute geben. sch


 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Dorothea Moesch schrieb am 30.12.2010, 14:11

Angst oder Wunsch?

Versteh ich Sie richtig - Sie MÖCHTEN in ein sogenanntes "Behindertenheim"? Ich kann es mir kaum vorstellen. Was verbinden Sie mit einem Heim"aufenthalt"? Ist es der Wunsch nach Unterstützung im Alltag, Angst vor Unselbständigkeit und Nichtmehrkönnen?

Um ein selbständiges, erfülltes Leben auch als Spät"behinderter" führen zu können, braucht es keine Absonderung in einem "Heim". "Heime" sind sogar eher geeignet, Individualität und Selbständigkeit zu unterbinden und Gleichmacherei, Gleich-Gültigkeit und Verflachung zu fördern durch immergleiche Tagesabläufe, vorgefertigtes Gruppenessen, frühe "Bett-"Zeiten, Nichtvorhandensein geistiger Anregung, "sozialarbeiterischer" - verdummender - FÜRsorge etc.

Mit Blindheit und der daraus entstehenden Umstellung bisheriger Lebens- und Alltagsabläufe umgehen können Sie _bei Erhalt Ihrer Individualität, Ihrer Interessen, Ihrer Selbständigkeit am besten, wenn Sie sich mit Nichtheiminsassen zusammen schließen, die blind ihr Leben "draußen" leben - z.B. durch Engagement in einem Blinden- oder Seh"behinderten"verband, durch Besuch eines Zentrums für selbstbestimmtes Leben, Terminvereinbarung bei einem "peer counsellor" (das sind sog. "Behinderte", die anderen bei Schwierigkeiten weiterhelfen durch Beratung und Information) oder nötigenfalls bei einem Psychologen. Auch das Einholen von Informationen bzgl. Hilfsmitteln bei Blindheit (z.B. Spracherkennungssoftware für den Computer, "sprechende" Telefone, Uhren etc.) oder Ordnungssystemen zum Wiedererkennen von Kleidung (auch farblich) verschafft Ihnen Sicherheit

Ein Einzug in ein "Behinderten"-"Heim" jedoch schafft Abhängigkeit, Bevormundung und degradiert Sie zum Insassen.

Ein selbständiges Leben, das ebenfalls für Blinde möglich ist, so zeigen hunderte Blinde täglich, ist möglich - dies aber nur als freier Bürger, nicht als Insasse.

Christa Baars schrieb am 30.12.2010, 13:10

Blindenheim

Hallo- werde durch AMD erblinden, bekomme Blindengeld- mehr aber nicht
Lebe alleine in meiner Wohnung- möchte ins Heim
Bekomme aber keine Pflegestufe, da ich körperlich sehr gesund bin ,,NUR,, fast blind

Ohne Pflegestufe keine Heimgenehmigung!
Sind Blinde Menschen, sich selbst überlassen?
Nur das Blindengeld und das war es- egal wie der Blinde alleine in der Versaorgung und sozialfeld klar kommt?
Habe schon ein Heim was mich nehmen würde aber es führt kein Weg dahin

Was mus ich tun? freundlicher Gruß Christa Baars 66

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