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kobinet-nachrichten 21.01.2010 - 06:35
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Verbesserte Bildungschancen für blinde Kinder

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München (kobinet) Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) hat im Rahmen eines Seminares für Familien mit blinden und sehbehinderten Kindern einen Forderungskatalog für verbesserte Bildungschancen für blinde Kinder aufgestellt.

Der Einladung zum "Integrationstreff" des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes (BBSB) waren 18 Familien mit insgesamt 34 Kindern von 2 bis 17 Jahren gefolgt - darunter 14 blinde und 4 sehbehinderte Kinder. Bereits zum achten Mal seit 1995 veranstaltete die Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung blinder und sehbehinderter Menschen in Bayern diese für Eltern und Kinder gleichermaßen informative und ermutigende Veranstaltung in ihrem blindengerechten AURA-Hotel Saulgrub.

Vom 15. bis 17. Januar widmeten sich die Teilnehmer besonders dem Thema "Gemeinsamer Unterricht blinder bzw. sehbehinderter Schüler mit sehenden Kindern", der sogenannten "Schulischen Integration". Angesichts der seit dem 26. März 2009 auch in Deutschland geltenden UN-Behindertenrechtskonvention dürfen behinderte Kinder nicht mehr gegen den Willen ihrer Eltern auf eine Förderschule geschickt werden.

Wesentliche Forderungen des BBSB sind:

1. Der gleichberechtigte Zugang blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher zu den Bildungsangeboten.

2. Ein Elternwahlrecht zwischen Förderschule und Schulischer Integration.

3. Ein wesentlicher Ausbau der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste, so dass alle behinderten Schüler wöchentlich betreut werden. Derzeit stehen den Förderzentren für blinde und sehbehinderte Schüler für fast 1.000 Kinder und Jugendliche in Bayern nur 350 Lehrerstunden zur Verfügung. Dies ist nach Ansicht des BBSB viel zu wenig. "Notwendig wäre das 4- bis 5-fache", so Christian Seuß, Landesgeschäftsführer des BBSB.

4. Die Verankerung von Standards zur schulischen Integration im Erziehungs- und Unterrichtsgesetz, wie die Unterstützung von behinderten Schülern durch qualifizierte Integrationshelfer, die Versorgung von blinden Schülern mit Schulbüchern und elektronischen Hilfsmitteln und deren unbürokratische Finanzierung sowie die Lehrerfortbildung.

5. Die Weiterentwicklung der jetzigen Förderzentren für Blinde und Sehbehinderte zu "Inklusiven Schulen", an denen auch nichtbehinderte Schüler unterrichtet werden.

Die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Irmgard Badura, die am 16. Januar am Integrationstreff teilnahm, informierte die Gäste darüber, dass vor kurzem im Bildungsausschuss des bayerischen Landtags eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gebildet worden ist, die bis Mitte 2010 Vorschläge zur Änderung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes vorlegen soll. Der BBSB hat seine Forderungen hinsichtlich der Bildung blinder und sehbehinderter Kinder an die politische Ebene weiter gegeben und sieht dem Ergebnis der Beratungen gespannt entgegen. moh
 

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