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kobinet-nachrichten
22.01.2010 - 10:52
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Die christlich-liberale Pharma-Lobby hat sich durchgesetzt. Deutschlands oberster Arzneimittelprüfer Peter Sawicki muss gehen. Zwar will heute noch der Stiftungsrat des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) im Gesundheitswesen über die Personalie beraten. Doch das ist nur noch eine Formsache, nachdem der Vorstand gestern gegen eine Vertragsverlängerung des Institutsleiters entschieden hat. "Damit haben Union und FDP ihr Ziel erreicht, den bei der Pharmaindustrie unbeliebten Mediziner los zu werden", schrieb heute die Berliner Zeitung.
Sawicki und das 2004 gegründete Institut sind der Pharmaindustrie schon lange ein Dorn im Auge. Fällt die Bewertung eines neuen Arzneimittels negativ aus, werden die Kosten oft nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Schon eine einzige IQWiG-Entscheidung kann so für den Hersteller Verluste in mehrstelliger Millionenhöhe bedeuten (kobinet 16.12.09).
Sawicki wurde vorgeworfen, Reisekosten zu üppig abgerechnet und zu teure Dienstwagen angeschafft zu haben, was der Mediziner bestreitet. Die Opposition unterstützt Sawicki und spricht von Rufmord. Der sozialdemokratische Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte, nach dem Willen von Union und FDP werde das Institut künftig nach den Regeln der Pharmaindustrie arbeiten. "Ich möchte den sehen, der so blöd ist, sich als Nachfolger von Sawicki zu bewerben", zitierte die Berliner Zeitung den Politiker. sch
S. Schmidt schrieb am 24.01.2010, 09:01
Hallo,
die Mövenpckpartei (FDP) hat noch mehr Rabatte im Angebot: www.netzwerk-mit-nutzwert.de/. Und wie ist es mit Rabatten auf Heil- und Hilfsmittel? Wäre Recherchen wert, das zu ermitteln.
Oder: Alle Behinderten werden eine Zeit lang Mitglieder der Mövenpickpartei. Denn auch das Strapazieren von Rabatt-Angeboten, das heißt ihre übermäßige Nutzung kann zu deren Niedergang führen. Und dann wars das mit dem Verteilen von Rabatten an Begünstigte. Vorteilsnahme nennt man sowas. 'Wes' Brot ich ess', dess' Lied ich sing'.'
S. Schmidt.
S. Schmidt schrieb am 22.01.2010, 18:00
Ah ja, so werden also die Arbeitsplätze in der Arzneimittel-Industrie geschaffen. Es soll ja auch keiner sagen müssen, es gäbe keine Arbeitsplätze in Deutschland.
Und, es gibt also doch eine neue Personal-Causa aus Richtung Bundeskanzlerin-Amt: Die Causa Sawicki.
Man darf gespannt sein, wer der nächste Mensch ist, der so aus verantwortungsvoller Position weg-ge"kegelt" wird.
S. Schmidt
Max Mütze schrieb am 22.01.2010, 17:38
SPD und Grüne haben heute empört auf die Ablösung des Pharmakontrolleurs reagiert. Die Bundesregierung habe die Personalentscheidung maßgeblich vorangetrieben und sich damit zum Erfüllungsgehilfen der Pharmainteressen gemacht, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte, mit Sawicki werde ein ausgewiesener Kritiker der Pharmabranche mundtot gemacht.
S. Schmidt schrieb am 22.01.2010, 15:10
Da fragt man sich doch ...
Dennoch: Irgendwer muss doch die FDP gewählt haben.
Wie jemand so dreist sein kann und nicht einmal seine Käuflichkeit vor Dritten verbirgt.
Die gesellschaftliche Mitte (wohin wohl ...?) hat die FDP für mich schon lange verlassen. Wer so die Menschenrechte mit Füßen tritt oder sonstwie gehässig gegenüber arm gemachten, behinderten und kranken Menschen ist, wie die FDP, vielleicht sollte es ein FDP-Verbot, analog zu dem Verbot rechter Parteien, geben?
S. Schmidt.
Gisela Maubach schrieb am 22.01.2010, 14:36
Es gibt auch noch andere Gewinner in unserem Gesundheitssystem - z.B. die FDP-Mitglieder:
Die FDP hat einen Gruppenversicherungsvertrag mit der Deutschen Krankenversicherung AG geschlossen, wodurch FDP-Mitarbeiter und deren Familienangehörige "persönliche und finanzielle Vorteile" haben.
Nachzulesen ist dies auf der Seite der DKV:
kooperation.dkv.com/fdp/vorteile-gruppenversicherung_66.html
Da das gelbe FDP-Logo in fast gleicher Größe direkt unter dem DKV-Logo erscheint, ergibt sich fast die Frage, auf wessen Seite man sich da eigentlich befindet.
Auch so kann man offensichtlich Mitglieder werben . . .
S. Schmidt schrieb am 22.01.2010, 13:45
Aus Profitgründen wurde also, dem Vernehmen einschlägiger, seriöser Presse nach, ein Pharma-Claqceur (leichte Sprache: ein Claquer ist jemand, der anderen Menschen sagt, sie sollen Beifall klatschen) installiert. Das lässt ebenso nichts Gutes für den Medizin-Bereich insgesamt "erwarten".
S. Schmidt
S. Schmidt schrieb am 22.01.2010, 13:29
Ähnlich wie beim Chef des ZDF, Nikolaus Brender, der ebenso als der der CDU-FDP-Regierung unbeliebte Chef des ZDF Ende 2009 für ab Anfang 2010 gegangen wurde.
Auf dem Deutschen Journalistentag 2009 berichtete ein Referent, dass das Absägen von Brender im Bundeskanzleramt initiiert worden sei.
Da lässt sich bei Sawicki auf ähnliche Gedanken kommen.
Im Umkehrschluss lässt sich gleichfalls sagen, dass, wenn nur so genannte Speichellecker bei und mit Posten- und Pöstchenvergabe bedacht werden, dass ja in der CDU-FDP-Regierung nicht minder solche "Fachleute" zu ihren Posten gelangt sind. DEM Eindrucke lässt sich nicht erwehren.
S. Schmidt
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