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kobinet-nachrichten 27.01.2010 - 18:58
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Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes

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Berlin (kobinet) Im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz heulten heute die Sirenen zu Beginn der Gedenkfeiern an die Opfer des Nationalsozialismus. 65 Jahre nach der Befreiung des Lagers hätten die Überlebenden ein Recht zu glauben, dass ihr Leiden einen Sinn gehabt habe, nämlich eine "bessere Zukunft für alle Europäer" aufzubauen, sagte der frühere polnische Außenminister und Auschwitz-Überlebende Wladyslaw Bartoszewski. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gedachten zusammen mit Israels Staatsoberhaupt Schimon Peres aller Opfer des Nazi-Regimes. "Nie wieder dürfen blutrünstige Diktatoren ignoriert werden, die sich hinter demagogischen Masken verbergen und mörderische Parolen von sich geben", mahnte Peres.

Am Gedenktag der Opfer des Nazi-Regimes erwartet die Lebenshilfe, dass endlich auch zwangssterilisierte sowie ermordete kranke und behinderte Menschen von der Politik als Opfer wahrgenommen werden. Die Kranzniederlegung durch den Bundesbehindertenbeauftragten Hubert Hüppe in der Berliner Tiergartenstraße 4 sei ein Anfang. "Aber wie Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und politische Gegner haben auch die 'Euthanasie'-Opfer und ihre Familien einen würdigen nationalen Gedenkort und entsprechende Entschädigung verdient", so Bundesvorsitzender Robert Antretter.

ENIL, das Europäische Netzwerk für selbstbestimmtes Leben, forderte zum Holocaust-Gedenktag die europäischen Regierungen auf, die erniedrigende Behandlung von Menschen mit Behinderungen zu beenden und Sonder-Einrichtungen für behinderte Menschen zu schließen.

Behinderte Menschen gehörten zu den ersten Opfern des Holocaust. "Vergessene Verbrechen", ein Bericht von Disability Rights Advocates, beschreibe die Verfolgung der Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus als "eine Staffelung von Enteignung, Zwangsarbeit, unmenschlichen medizinischen Experimenten, Zwangssterilisation, Inhaftierung und Ermordung in Konzentrationslagern und anderen schrecklichen Formen der Erniedrigung und Ausbeutung". Der Bericht stellte fest, dass die nationalsozialistische Verfolgung von Menschen mit Behinderungen als Völkermord bezeichnet werden muss und "der systematischen Vernichtung einer medizinisch definierten Gruppe von Opfern" gleichkommt. sch


 

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