Idar-Oberstein (kobinet) Rheinland-Pfalz entwickelt sich mehr und mehr zum Land der Zielvereinbarungen. Gestern unterzeichneten eine Reihe von Selbsthilfeverbänden in Idar-Oberstein eine weitere Zielvereinbarung für einen barrierefreien Handel mit dem dortigen Globus Markt. Diese wurde unterstützend vom Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz und vom Oberbürgermeister von Idar-Oberstein mitgezeichnet.
Anna Schädler, der Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz war die Freude, dass auch diese Zielvereinbarung zustande gekommen ist, bei der Unterzeichnung ins Gesicht geschrieben. Denn wieder einmal ist es gelungen, mit einem großen Handelsmarkt den Weg zu mehr Barrierefreiheit zu beschreiten. Was bundesweit noch eher mit Samthandschuhen angefasst oder gar nicht genutzt wird, scheint in Rheinland-Pfalz zum Volkssport zu werden, denn hier wird das Instrument des Abschlusses von Zielvereinbarungen mit Unternehmen, dass den Behindertenverbänden durch das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz an die Hand gegeben wird, rege und erfolgreich genutzt. So sei die mit dem Globus Markt in Idar-Oberstein abgeschlossene Zielvereinbarung mittlerweile die achte Zielvereinbarung, die in Rheinland-Pfalz abgeschlossen wurde, resümierte Anna Schädler den gestrigen Akt der Unterzeichnung.
Wie Marktleiter Herr Schuh im Pressegespräch zur Unterzeichnung der Zielvereinbarung deutlich machte, werden beim Globus Handelshof in Idar-Oberstein derzeit eine Reihe von Baumaßnahmen vorgenommen. So sei es in den letzten Monaten gelungen, die Verkehrsführung und die Parksituation auch für behinderte Menschen erheblich zu verbessern. Die nun abgeschlossene Zielvereinbarung gebe dem Markt Rückenwind, konsequent auf Barrierefreiheit zu achten. Derzeit gelte es noch einige Hürden zu überwinden, die jedoch Stück für Stück abgebaut werden sollen. Vor allem werden bei dem geplanten Anbau die Belange behinderter Menschen entsprechend berücksichtigt. Die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ebenfalls ein Bestandteil der Zielvereinbarung, die für den Marktleiter ganz wichtig ist. Denn es gäbe immer noch viele Unsicherheiten auf Seiten der Beschäftigten im Umgang mit behinderten Kundinnen und Kunden.
Für den Oberbürgermeister von Idar-Oberstein, Brunno Zimmer, ist die Unterzeichnung der Zielvereinbarung ein Glücksfall, denn viele Hürden für behinderte Menschen würden durch Unwissenheit aufgebaut. Man glaube, man habe es richtig gemacht, um dann im Gespräch mit den Betroffenen zu erkennen, dass man doch auf dem Holzweg war. Daher sei die Zusammenarbeit der Selbsthilfe mit dem Globus Handelshof ein wichtiger Baustein für mehr Barrierefreiheit. Diese sei nicht nur für behinderte Menschen wichtig, sondern auch für die zunehmende Zahl älterer Menschen und deren Lebensqualität. Der Oberbürgermeister kündigte zudem an, dass die Stadt gerade in der Planung für die Einrichtung eines Behindertenbeirates sei, um die Beteiligung behinderter Menschen auf allen Ebenen sicher zu stellen.
Der Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul, freute sich über die Initiative der Selbsthilfeverbände zum Abschluss der Zielvereinbarung und über die intensive Vorarbeit und Kooperation mit dem Globus Handelshof. Um das Leben behinderter Menschen mitten in der Gesellschaft zu ermöglichen, müssten an den verschiedenen Stellen die Voraussetzungen hierfür geschaffen werden. Ein barrierefreier Einkauf sei hierfür mit entscheidend. "Mit dieser Zielvereinbarung wird das Einkaufen für behinderte Menschen zur Lust, statt wie so oft zur Last. Möge dieses Beispiel Schule machen", so Ottmar Miles-Paul. Der Landesbehindertenbeauftragte bedankte sich ausdrücklich dafür, dass die Selbsthilfe sich dafür entschieden hat, neben den gesetzlich festgeschriebenen Vertragspartnern, also der Selbsthilfe und das Unternehmen, auch dem Oberbürgermeister und ihm als Landesbehindertenbeauftragten die Möglichkeit zur Mitzeichnung der Zielvereinbarung einzuräumen. "Dies beschreibt den Geist der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure in der rheinland-pfälzischen Behindertenpolitik am besten", so Ottmar Miles-Paul. moh