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11.02.2010 - 06:22

Gemeinsamer Unterricht am Gymnasium muss Schule machen.

Bielefeld (kobinet) Der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder am Gymnasium und an der Realschule in Bielefeld-Bethel ist nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Landesbehindertenbeauftragten, Angelika Gemkow, hervorragend und muss Schule machen. Dies erklärte Angelika Gemkow bei ihrem gestrigen Besuch mit Hospitation der Schulen.

"Immer mehr Grundschulen unterrichten Kinder im gemeinsamen Unterricht. An vielen Stellen in Nordrhein-Westfalen wird die UN-Behindertenrechtskonvention also schon vorbildlich umgesetzt. Aber nach der Grundschule ist vielfach plötzlich Schluss für viele Kinder. Die Durchlässigkeit zur weiterführenden Schule fehlt. Es gibt kaum Angebote. Wahlfreiheit der Schulform für Eltern bedeutet, dass es in allen Schulformen Angebote zum gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder geben muss. Gesamtschulen, Gymnasien, Realschulen sind besonders gefordert, die Schultüren für Kinder mit einer Behinderung zu öffnen", betonte die Landesbehindertenbeauftragte. "Wichtige Voraussetzung ist, dass die Schulen barrierefrei sind. Ich will, dass die Kinder mit Behinderungen im neuen Schuljahr Angebote in allen weiterführenden Schulen haben, wenn sie aus dem gemeinsamen Unterricht der Grundschule kommen. Das gemeinsame Lernen und Spielen muss weitergehen", so Angelika Gemkow.

"Schule für behinderte Kinder heißt für mich Vielfalt. Vielfalt der Förderorte und kompetente Förderung in Nordrhein-Westfalen, wie wir sie durch engagierte Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich erleben. Die vorhandene Kompetenz, die Erfahrungen im Umgang mit den unterschiedlichen Behinderungen und schweren Erkrankungen unserer Kinder muss in allen Schulformen breiter werden. An dieser Stelle sage ich meinen Dank für das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer im gemeinsamen Unterricht und den Förderschulen. Leider wird die gute Arbeit für behinderte Kinder in vielen Bildungsstellungnahmen nicht ausreichend gewürdigt. Eine gute gemeinsame Schule braucht Mitmacher, Mutmacher und die Anerkennung der kompetenten engagierten Arbeit vieler Menschen in unseren Schulen. Sie sind vorbildlich für andere."

In Nordrhein-Westfalen gibt es 31.000 Kinder mit einer Behinderung zwischen 6 und 18 Jahren. Rund 127.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen haben
sonderpädagogischen Förderbedarf. moh
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Wasilios Katsioulis schrieb am 11.02.2010, 11:34

weitere Adaptionen notwendig

und es Bedarf weiterer Handlungen im Bereich lernbehinderter Kinder, denn

barrierefrei heisst in diesem Fall ein Angebot von Adaptionen zu schaffen, dass diese
(lernbehinderten) Kinder erst in die Lage versetzt zu lernen. Hier moechte ich vorallem
die Methode ABA (applied behaviour analysis) benennen, die nach juengsten
Studien zu den groessten Lernerfolgen fuehrt.

Das Abschieben der Kinder in Sonderschulen muss ein Ende haben, denn was Regelschulen
von anderen Schulen - den Sonderschulen - erwarten, sollten sie lieber durch die zur Verfuegungstellung eigener und notwendiger Adaptionen (Assistenz und ABA) selber in die´
Wege leiten. Nur auf diese Weise ist gewaehrleistet, dass es zur gemeinsamen Beschulung
ALLER Kinder - und unabhaengig von ihrer Behinderung - kommt, denn die UN BRK darf
nicht dazu fuehren, dass bestimmte Behinderungen - etwa physische - nicht (mehr) diskriminiert
werden aber lernbehinderte Kinder weiterhin diskriminiert werden, indem sie weiterhin
sonderbeschult werden.

Gerade fuer Kinder mit lernbehinderungen ist der alltaegliche Kontakt mit nicht behinderten Kindern wichtig, denn sie schauen sich in einem "lernbehinderten Umfeld" vieles - was eher unangemessen ist - bei anderen ab. Dies waere in einer Regelschule nicht mehr der Fall.

Cordula Müller schrieb am 11.02.2010, 10:13

Öffentlich machen

Ja, diese Worte klingen gut in unseren Ohren.
Doch müsste nun endlich damit begonnen werden, die Eltern von nur REGELKINDERN aufzuklären, wie Gemeinsamer Unterricht funktionieren muss.Viele Eltern fürchten nach wie vor, daß ihre schlauen Kinder nicht genug Förderung bekämen, wenn zu viele Kinder mit z.B. geistiger Entwicklungsbeeinträchtigung in den KLassen zusammen kommen. Gemeinsamer Unterricht funktioniert, indem alle Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden. Die hochbegabten können am selben Thema arbeiten wie die Lernbehinderten. Es gibt unterschiedlichen Stoff, der aber letztlich zum selben Ziel führt.

Wenn das in Theorie und Praxis funktioniert, dann kommt jedes Kind auf seine Kosten. Jetzt ist unsere Landesregierung an der Reihe, die erforderlichen Sonderpädagogen in die Regelschulen fliessen zu lassen.
Nicht der Aufbau neuer Förderschulen sollte das Ziel sein sondern der Abbau der Förderschulen hin zu der einen Schule für Alle.
Dabei ist es ganz egal, ob Gymnasium oder Realschule oder Gesamtschule, das Ziel muss einfach sein, daß der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule keine Probleme mit sich bringt und ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Schule mit seinen Grundschulkameraden weiterbesuchen kann.

Elterninitiative Gemeinsamer Unterricht Bornheim

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