
Von kobinet-Korrespondent Keyvan Dahesch
München (kobinet) Bayerns Landesbehindertenbeauftragte Irmgard Badura hat die Verantwortung der Gesellschaft für die Mobilität behinderter Menschen unterstrichen. Die Überprüfung der Freifahrtförderung in Baden-Württemberg ist nach ihrer Ansicht der falsche Weg. "Es stellt sich die Frage, ob man ein Jahr nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention den Haushalt durch Rückschritte in der Behindertenpolitik wirksam sanieren kann", so Badura. "Menschen mit Behinderung können oft nicht so mobil sein, wie sie sein wollen. Die Verantwortung dafür trägt die Gesellschaft", betonte sie.
Solange die Barrierefreiheit nicht umfassend gewährleistet ist, brauchten die Betroffenen Nachteilsausgleiche. Die Freifahrt in Bus und Bahn mache Menschen mit Behinderung mobiler und sei deshalb ein unverzichtbarer Nachteilsausgleich. Eindrücklich erläuterte die Behindertenbeauftragte die Bedeutung des für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung unverzichtbaren Nachteilsausgleichs: "Schwerbehinderte Menschen die aufgrund ihrer Behinderung erheblich gehbehindert, hilflos, blind oder gehörlos sind, dürfen kostenlos oder mit geringer Eigenbeteiligung Bus und Bahn im Nahverkehr nutzen (Merkzeichen G, aG, H, Bl oder Gl). Die Verkehrsunternehmen erhalten dafür einen Pauschalbetrag als Kostenersatz aus öffentlichen Mitteln.
Das Land Baden-Württemberg überprüft derzeit diese Pauschalförderung. Da es sich jedoch um ein Bundesgesetz handelt, kann aden-Württemberg eine Veränderung lediglich über eine Bundesratsinitiative herbeiführen. Die Diskussion führt derzeit zu großer Unruhe bei den Menschen mit Behinderung bundesweit", sagte Badura. In Bayern hätten sich zahlreiche Betroffene und Behindertenverbände bereits an sie gewandt. sch
Peter Stabenow schrieb am 14.02.2010, 11:13
Auch ich als Beschäftigter einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bin gegen die Abschaffung der Freifahrten. im öffentlichen Personennahverkehr
Auf Grund der schlechten Auftragslage drohen den Beschäftigten in den Werkstätten trotz guter Leistung niedrigere Monatslöhne. Deshalb sollte meiner Ansicht nach dieser für uns so wichtige Nachtreilsausgleich weiterhin erhalten bleiben!