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kobinet-nachrichten
16.02.2010 - 13:59
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Potsdam (kobinet) Die Deutsche Bahn hat 48 elektrische Triebzüge im Wert von rund 200 Millionen Euro bei Bombardier Transportation bestellt. Die ersten der drei- und fünfteiligen Züge vom Typ Talent 2 der DB-Baureihe ET 442 sollen im Regionalverkehr Berlin-Brandenburg ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011 eingesetzt werden.
Modernes Farbdesign im Innenraum, Klimaanlage sowie Informationsdisplays für die Fahrgäste, die zum Beispiel über die nächsten Anschlüsse informieren, stehen für Komfort ebenso wie behindertengerechte Einstiege und Toilettenanlagen. Zwei Plätze sind für Fahrgäste im Rollstuhl vorgesehen, teilte gestern Renado Kropp, Leiter Angebotsplanung bei der DB Regio Nordost, auf einer Konferenz des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) in Potsdam mit. sch
Jürgen Wecke schrieb am 08.06.2010, 09:22
Durch die Erkrankung meiner Frau und den damit verbundenen Klinikaufenthalt in der Heidelberger Uniklinik bin ich derzeit gehalten immer wieder mit S-Bahnen der DB zu reisen und dabei stelle ich immer wieder fest, dass die Eselstreiber die rabiatesten Nutzer der für sie vorgesehenen Abteile sind. Jeder Zug hat zwei Fahrradabteile, ein kleiner Eselstall für 4 Esel und ein Großer für 12 Esel. Ein einziges Mal konnte ich erleben, dass ein solcher Eselstreiber auf das Einsteigen verzichtete weil der Stall schon mit vier Eseln besetzt war. Teilen müssen die Esel sich den Platz mit Kinderwagen und Rollstühlen, aber das interessiert keinen Eselstreiber, denn der bugsiert seinen Esel auch noch als Nummer 25 in den Stall. Auf die Frage, was macht ihr nun wenn jetzt ein Rolli einsteigen möchte kam die Antwort: "Was geht mich das an, wer zuerst kommt malt zuerst!" Hier muss die DB sich etwas einfallen lassen, denn es kommt immer wieder einmal vor, dass RollstuhlfahrerInnen Einlass begehren . Bei meiner letzten Fahrt hatte ein Rollipilotin ausgesprochenes Glück, daß sich das Kombiabteil in Bad Schönborn leerte, sie hatte also in Ubstadt Weiher ausreichen Platz zur Verfügung. Schlechter hätte sie dagestanden wollte sie in Walldorf /Wiesloch zusteigen. Ich habe das Problem an Frau Engel, an die Rhein-Neckar-Bahn und an Herrn Hüppe gemeldet. Mal sehen ob etwas geschieht.
Jürgen Wecke
RoKoDat Zentrum
FGQ Kontaktstelle
Max Mütze schrieb am 17.02.2010, 19:00
Bombardier ist stolz darauf, dass der Talent 2 das neue Rückgrat der DB Regio bildet. „Der Zug ist modular aufgebaut und kann sehr flexibel an verschiedenste Einsatzzwecke angepasst werden. Sie können ihn als S-Bahn einsetzen mit vielen Türen, um den Fahrgastwechsel an den zahlreichen Haltestellen zu erleichtern“, war in einem Marketing-Interview zu lesen. „Sie können die Plattform gleichzeitig als Regionalzug auslegen. Geräumige Multi-Funktions-Abteile, Bistros oder sogar Party-Bereiche, all das lässt sich darstellen.“
Arnd Hellinger schrieb am 16.02.2010, 21:16
Wenn ich mir überlege, wieviele Rollstuhlfahrer bereits ein Halbzug der S-Bahn Berlin GmbH (Baureihe 481) oder ein U-Bahn-Zug der BVG (F, H oder Hk) so mitnehmen kanm. sind schon die jetzigen 5 Plätze in den Doppelstock-RE eher zu wenig, zumal Letztere ja nicht in den bei U- und S-Bahn im VBB üblichen kurzen Takten fahren. Dazu kommt, dass Radfahrer, Kinderwagennutzer etc. exakt dieselben Plätze beanspruchen...
Hier muss also der VBB - der ist im konkreten Fall Auftraggeber von DB Regio - dringend seine Vorgaben bzgl. der Platzzahlen revidieren, bevor die Züge bei Bombardier tatsächlich gebaut werden und dann natürllich nicht mehr so leicht zu verändern sind.
Bernd Masmeier schrieb am 16.02.2010, 17:06
Der Wunsch, die Plätze für Rollstuhlbenutzer in den Wagen der DB AG nicht zu limitieren, ist verständlich. Abgesehen davon, dass nicht wirklich nachvollziehbar ist, inwieweit sich ein Rollstuhl samt Nutzer mehr oder weniger auf die Achsbelastung eines Eisenbahnwaggons (!) auswirken soll, kann der Wunsch nach mehr Rollstuhlplätzen aber an der Bauart bzw. dem Grundkonzept des jeweiligen Eisenbahnwaggons scheitern. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung des ICE: Im ICE 1 ist Platz für 2 - 3 Rollstuhlbenutzer; allerdings müssen sich diese den zur Verfügung stehenden Platz mit Kinderwagen teilen, und der Weg vom Einstieg zum Stellplatz ist lang und eng. Beim ICE 2 ist das Platzangebot ausgesprochen kläglich: selbst ein einziger Elektro-Rollstuhl ist schon ein Problem, und auch bei Faltrollis stellen möglicherweise schon 2 ein Problem dar (nach meinen Informationen wird auch nur ein Rollstuhl-Platz je Rollifahrer-Wagen reserviert). Dafür entfällt die "Konkurrenz" mit den Kinderwagen, die am anderen Ende dieses Wagens ihren Platz finden. Der ICE 3 schließlich bietet zwei Varianten: in den Wagen ohne Neigetechnik ist ein großes Platzangebot, das bequem drei Rollis (auch E-Rollis) zulässt; allerdings entzieht es sich meiner Kenntnis, wie es mit der "Konkurrenz" mit den Kinderwagen steht. Bei dem ICE 3 mit Neigetechnik ist das Platzangebot für Rollstuhlnutzer ebenso begrenzt wie im ICE 2.
Eine Lösung sehe ich nur darin, die Bahn aufzufordern, behinderte Menschen bereits an der Konzeption neuer Wagen, d.h. an der Erstellung des so genannten Lastenheftes, zu beteiligen. Darin werden die technischen Anforderungen an die Fahrzeuge beschrieben; auf dieser Grundlage erfolgt dann die Ausschreibung, in deren Rahmen sich die Hersteller um den Auftrag bewerben können. Im örtlichen Bereich hat die Rheinbahn in Düsseldorf unlängst erstmals Menschen mit Behinderung an der Erstellung eines Lastenheftes für die Beschaffung neuer Stadtbahn-Wagen beteiligt; dies sollte Schule machen. Allerdings wird es schwierig sein, die Unternehmen hierfür zu gewinnen.
Ursula Lehmann schrieb am 16.02.2010, 14:29
Als ich auf der VBB-Konferenz in Potsdam Herrn Kropp nach den Rolli-Plätzen im Talent 2 fragte, bin ich fast aus dem Stuhl gekippt. Jetzt sind in den Nahverkehrszügen noch fünf Rolli-Plätze vorhanden, außer im Prignitz-Express (RE 6), der angeblich wegen sonst zu starker Achsbelastung nur einen Fahrgast im Rollstuhl mitnehmen kann. Die Limitierung von Reisenden im Rollstuhl sollte bei der Bahn schnellstens beendet werden. Herr Kropp hat mich zum Ortstermin nach Hennigsdorf eingeladen, um im Bombardier-Werk mal den Komfort für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität zu testen. Wenn die Bahn will, kann Bombardier sicherlich noch was machen.
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