
Berlin (kobinet) In einem offenen Brief an Senat und Abgeordnetenhaus in Berlin hat der Landesbeirat für Menschen mit Behinderung heute die Verantwortlichen der Stadt aufgefordert, künftig für einen wirksameren Winterdienst zu sorgen. "Der Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen fordert Sie auf, in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass auch bei Schnee und Eis das öffentliche Straßenland jenseits der Fahrbahnen von allen Bürgern und Gästen dieser Stadt genutzt werden kann, auch von Rollstuhlfahrern, gehbehinderten, blinden und sehbehinderten, älteren und chronisch kranken Menschen", heißt es in dem Brief.
Ein Unfallkrankenhaus muss 70 Personen mit Brüchen versorgen und ganz Berlin meldet mehrere hundert Sturzopfer - wohlgemerkt: an einem einzigen, ganz "normalen" Tag, beschreibt der Behindertenrat die Situation: "Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für ältere, behinderte und chronisch kranke Menschen berichten, dass diese Gruppen der Bevölkerung faktisch ihre Wohnungen nicht mehr verlassen, nicht zu ihren nötigen Krankengymnastik-Terminen, Arztbesuchen oder zu gesellschaftlichen, sozialen Treffen kommen. Wenn dieser Zustand fast zwei Monate lang als Normalität gilt, während parallel der Autoverkehr auf sauber geräumten Straßen rollt, dann ist Winter in der Bundeshauptstadt nicht nur ein Winter der Isolation für viele Bürger, sondern ein Winter unseres Missvergnügens." sch
Maria Ottmann schrieb am 22.12.2010, 16:51
was ist mit Behinderten, die tägl. zum Dienst fahren müssen ?
Ich habe MS, fahre täglich um 6 Uhr mit eignem, umgebauten Fahrzeug zum Dienst. Ohne Nachbarschaftshilfe und Arbeitskollegen total unmöglich. Die Schneemassen zwingen mich fast zum Aufgeben, kosten jede Menge Kraft. Das Einkaufen habe ich schon aufgegeben, weil die Parkplätze nicht geräumt sind. Mit Rolli geht draußen allein gar nichts.
MfG