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20.02.2010 - 00:05

Durch Blutprodukte HIV-infiziert.

Hamburg (kobinet) Der Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen geht im nächsten Jahr das Geld aus. Der Hamburger Andreas Bemeleit hat jetzt den Stand der Dinge in seinem Blog ZwischenZeit dargestellt. Der Artikel steht unter der Überschrift "Stirb schneller! Das Geld ist alle!" im Netz.

Durch die Behandlung der Hämophilen (Bluter) mit verunreinigten Gerinnungspräparaten wurden bis Mitte der 80er Jahre etwa die Hälfte der Hämophilen mit HIV und nahezu alle, die nicht virusinaktivierte Präparate erhalten hatten, mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert. Der größte Teil der Infektionen hätte verhindert werden können, wenn die Blutprodukte herstellenden Unternehmen, die Blutspendedienste und die Deutschen Aufsichtsbehörden rechtzeitig gehandelt hätten.

Die Mittel der Stiftung für die Unterstützung der Betroffenen sind begrenzt. Anfang 2011 werden alle Mittel verbraucht sein.
Das Stiftungsvermögen in Höhe von 127,8 Millionen Euro wurde vom Bund (40%), der Pharmaindustrie (36,3%), den Ländern (20%) und den Blutspendediensten des Roten Kreuzes (3,7%) aufgebracht. Die damalige Kalkulation sollte alle Betroffenen bis an ihr Lebensende versorgen.

Es wurde prognostiziert, dass im Jahr 2010 keine Zahlungen mehr notwendig sein werden, weil alle Anspruchsberechtigte an den Folgen von AIDS gestorben sind. Momentan leben dank verbesserter Medikamente noch 700 Betroffene. Um sie bis 2017 mit den notwendigen Zahlungen zu unterstützen, sind ca. 70 Millionen Euro nachzustiften. Die Stifter haben bei ihrer Kalkulation auf eine biologische Lösung gesetzt und sich dabei gründlich verspekuliert.

Einen Gewinn aus der unerwartet langen Lebensdauer der Bluter macht weiterhin die Pharmaindustrie. Ein Patient braucht durchschnittlich Medikamente zum Verkaufspreis von 150.000 Euro im Jahr. Bei einer Marge von 12% ließen sich die notwendigen Stiftungsmittel alleine aus den Erlösen der verkauften Medikamente finanzieren.

Die Zahlungen sind in der Höhe seit Anbeginn gleich geblieben. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie mit einem Kaufkraftverlust in Höhe von ca. 30% ihr Leben und das ihrer Familien finanzieren müssen. sch


 

 
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