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kobinet-nachrichten 01.01.2003 - 13:03
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Glückliche Zeiten?

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Berlin (kobinet) Düstere Prognosen für´s kommende Jahr klingen von allen Seiten an unsere Ohren, ob wir sie hören wollen oder nicht. Jammert die Wirtschaft, die, nein kein Minus, sondern nur ein geringeres Plus erzielt, jammern die Mitarbeiter mancher Krankenkassen mit besorgtem Blick auf ihr 14. Monatsgehalt, klagen unterbezahlte Ärzte über die geforderte Nullrunde, klagen ... Düsternis, Ängste und Besorgnis, wohin das verzweifelte Auge auch blickt.

Überall Düsternis? Nein! Behinderte Menschen blicken in eine bessere Zukunft. Das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen naht. Es soll nicht nur durch zahlreiche Veranstaltungen Zeichen setzen, Solidarität und Sensibilität wecken. Nein es hat schon jetzt geschafft, dass die Ministerien gegen sich selbst protestieren.

So können die geneigten Leserinnen und Leser zu ihrer großen Freude und Überraschung in einer Pressemitteilung von Ministerin Ulla Schmidt (www.bmgesundheit.de/bmg-frames/index.htm) lesen, dass die Nationale Koordinierungsstelle des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen, angesiedelt beim Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, gemeinsame Veranstaltungen mit der Aktion Mensch, unter anderem am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag behinderter Menschen, geplant hat.

In den vergangenen Jahren haben behinderte Menschen und ihre Organisationen den Europäischen Protesttag genutzt, um gegen benachteiligende und behindernde Politik zu protestieren (das ist nämlich der Sinn eines Protesttages) und ihr Bürgerrecht auf Chancengleichheit einzufordern. Dies scheint nun endlich das richtige Echo gefunden zu haben: Wir freuen uns schon jetzt auf gemeinsame Veranstaltungen der Aktion Mensch mit den Ministerien, die gegen unzumutbare Kürzungen im Hilfsmittelsektor, den Fallpauschalen (DRGs) in Krankenhäusern, Kürzungen im Sozialhaushalt im Allgemeinen, für bedarfsdeckende Pflege, für Deinstitutionalisierung, gegen Kürzungen von Leistungen in noch vorhandenen Einrichtungen durch nicht angepasste Kostenpauschalen, für ein Zivilrechtliches Antidiskriminierungsgesetz, für eine Reform des Strafgesetzes, für ein Assistenzsicherungsgesetz, gegen das Hartz-Konzept ... protestieren.

So können wir getrost den Jahreswechsel begehen und in eine glücklichere Zukunft blicken. Oder?
Rocky

 

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