
Berlin (kobinet)Eine große Demonstration anlässlich des Europäischen Protesttages der Menschen mit Behinderung soll am 5. Mai 2010 wieder in Berlin stattfinden. Der Förderverein der Bundesinitiative "Daheim statt Heim" hat heute alle Vereine und Verbände für, von und mit Menschen mit Behinderung, der Wohlfahrtspflege sowie die Werkstatträte und Gewerkschaften dazu aufgerufen, die zentrale Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt zu unterstützen.
"Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Wir wehren uns dagegen, dass die über 8 Millionen von Behinderung betroffenen Menschen in Deutschland noch immer bevormundet und ausgegrenzt werden. Wir werden am 5. Mai wieder ein Zeichen setzen, damit diese Gesellschaft ihre Verantwortung gegenüber Menschen mit Behinderung und ihren Familien endlich wahrnimmt", so die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzende des Fördervereins, Silvia Schmidt.
Die UN-Behindertenrechtskonvention hat in Deutschland als Gesetz eingeführt, was die Behindertenbewegung seit Jahrzehnten fordert: Inklusion - dabei sein von Anfang an. Das ist auch das Thema der Aktion Mensch für den diesjährigen Protesttag. "Menschen mit Behinderung sind normaler Teil der Gesellschaft - wir müssen Chancen für selbstbestimmtes Leben, Wohnen und Arbeiten und einen inklusiven Sozialraum schaffen. Dabei spielt inklusive Bildung eine zentrale Rolle, denn wen man in der Kita und Schule nicht trennt, braucht man im Betrieb nicht wieder zusammen zu führen. Wenn Inklusion gelebt wird, wird Integration überflüssig", heißt es in einer Presseinformation.
Es dürfe nicht länger von den "Schwachen" in der Gesellschaft gesprochen werden, denn die Gesellschaft sei schwach, wenn sie denen, die ihre Unterstützung benötigen, die Unterstützung versagt, meint die Bundestagsabgeordnete. Viele Menschen mit Behinderungen fühlten sich von dieser Gesellschaft ja gerade deswegen nicht angenommen und respektiert, weil sie die benötigte Unterstützung nur in Sondereinrichtungen erhielten. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert dazu auf, von Anfang an auf ein normales Leben mitten in der Gesellschaft hinzuwirken.
Wie im vergangenen Jahr gibt es wieder die Möglichkeit, eine Rede im Namen eines Selbsthilfeverbandes oder einer anderen Organisation anzumelden. Es soll jeder angemeldete Redner auch zu Wort kommen können, daher wird darum gebeten, wirklich kurze Statements zu formulieren. Der Förderverein hat Unterstützung bei der Aktion Mensch beantragt und kann Fahrtkostenzuschüsse nach Absprache gewähren. sch