
Jena (kobinet) Im Universitätsklinikum Jena kümmern sich Patientenlotsen um Besucher und Patienten. Das Uniklinikum Jena und das Saale Betreuungswerk der Lebenshilfe Jena setzen eine erfolgreiche Kooperation fort, die vor zwei Jahren mit einem Modellprojekt des Fördervereins des Uniklinikum und der Lebenshilfe Jena begann. Drei Beschäftigte der Jenaer Werkstatt für Menschen mit Behinderung begleiten Patienten und Besucher auf dem oft unübersichtlichen Weg zu Stationen und Behandlungszimmern. Das Saale Betreuungswerk Jena will weitere Unternehmen in der Region für solche Kooperationen gewinnen
Außenarbeitsplätze heißen die Stellen außerhalb der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, bei denen Menschen wie die Patientenlotsen Rene Wolf, Jens- Peter Hinrichs und Maik Wild als Beschäftigte der Werkstatt sinnvolle Beschäftigung finden, heißt es in einer Presseerklärung des Saale Betreuungswerks der Lebenshilfe Jena. Erkennbar seien die drei freundlichen Männer im Uniklinikum Jena an ihren orangefarbenen T-Shirts mit dem Aufdruck "Patientenlotse". Für die Geschäftsführerin des Saale Betreuungswerkes der
Lebenshilfe Jena, Annelie Lohs, wird mit diesem Projekt besonders deutlich, wie gelungene Integration aussehen kann: "Menschen mit Behinderung brauchen kein Mitleid, sondern Chancen. Wer mit einem gebrochenen Bein in die Klinik kommt, wäre sicher irritiert, wenn er bemitleidet und dann wieder nach Hause geschickt würde. Die Arbeit der Patientenlotsen wird dankbar angenommen."
Das Projekt geht unter anderem auf den Verantwortlichen für Gesundheitsmarketing, den ehemaligen Olympiasieger im Gehen, Hartwig Gauder, zurück. Mit Unterstützung des Fördervereins des Uniklinikums wurde vor über zwei Jahren das Projekt "Soziale Wärme" gestartet. Ziel ist es, den Alltag im Klinikum noch patientenfreundlicher zu gestalten. Auch die Stadtverwaltung im westfälischen Detmold hat für die Idee der Patientenlotsen bereits großes Interesse signalisiert.
Rund 300 Menschen mit Behinderung gehen in den Werkstätten des Saale Betreuungswerkes der Lebenshilfe Jena einer Beschäftigung nach. Die Lebenshilfe hat es sich zum Ziel gesetzt, so vielen Beschäftigten wie möglich die Chance auf einen Außenarbeitsplatz zu geben. Gelungen ist dies zum Beispiel in Kooperation mit dem Universitätsklinikum, der Unibibliothek, Kindertagesstätten und Kahla-Porzellan. Hier hat die Lebenshilfe die Integrationsfirma Kahla Logistik Service gegründet, in der fast vierzig Mitarbeiter mit und ohne Behinderung Verpackung und Versand für den renommierten Hersteller abwickeln. Geschäftsführerin Annelie Lohs wünscht sich mehr solcher Beispiele: "Integration ist dann möglich, wenn sie aus den Sonntagsreden in praktisches Handeln überführt wird. Wir wünschen uns mehr Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung besinnen und mutige Schritte nach vorn gehen. Deshalb freuen wir uns besonders, dass Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig die Schirmherrschaft für den Unternehmenspreis AKZEPTANZ übernommen hat." Der Landesverband der Lebenshilfe Thüringen hat gemeinsam mit den Thüringer Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern den Preis ausgelobt, mit dem im Herbst Unternehmen ausgezeichnet werden sollen, die sich beispielhaft um die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt verdient gemacht haben. moh