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22.03.2010 - 06:29

Mehr behinderte Menschen erhalten Leistungen.

Kassel (kobinet) Bei einem Haushaltsvolumen von insgesamt 1,51 Milliarden Euro gibt der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) in diesem Jahr mehr als je zuvor für Leistungen im Rahmen der überörtlichen Sozialhilfe aus. Das sieht der Haushaltsplan 2010 vor, den die Abgeordneten der Verbandsversammlung des LWV beraten und verabschiedet haben. Den größten Teil der Ausgaben tragen die hessischen Kreise und kreisfreien Städte: Über die Verbandsumlage werden sie über eine Milliarde Euro an den LWV zahlen.

"In diesem Jahr werden 50.000 Menschen in Hessen Sozialhilfeleistungen von uns erhalten: Das sind 1.200 mehr als im Vorjahr", betonte der Landesdirektor des LWV Hessen Uwe Brückmann. "Diese Menschen haben einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung." Die wichtigsten Leistungen im Einzelnen: Rund 19.000 Männer und Frauen besuchen regelmäßig eine Tagesstätte oder arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, rund 24.000 Menschen werden in ihren Wohnungen oder einer stationären Einrichtung betreut. Viele von ihnen erhalten sowohl die eine als auch die andere Leistung. Rund 13.500 Menschen bekommen Blindengeld vom LWV.

In einem Zusatzantrag forderten die Abgeordneten das Land Hessen auf, seine Zuschüsse aus originären Mitteln nicht zu kürzen, sondern deutlich zu erhöhen. Die kommunale Seite könne die steigenden Ausgaben nicht alleine tragen. Die Eingliederung behinderter Menschen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unterstrichen die Abgeordneten. 1.870 Mädchen und Jungen werden an einer Förderschule in Trägerschaft des LWV unterrichtet und mehr als 1.800 sinnesgeschädigte Kinder werden bereits im Vorschulalter von Sozialpädagogen/innen gefördert. Mehr als 30 Millionen Euro fließen in diese Arbeit.

Rund 6.000 Menschen werden von der Hauptfürsorgestelle des LWV unterstützt. Sie betreut Kriegsopfer und ihre Hinterbliebenen, Wehr- und Zivildienstgeschädigte, Impfgeschädigte und Opfer von Gewalttaten, die gesetzlich anerkannt sind. Dafür wird der LWV in diesem Jahr voraussichtlich 51,4 Millionen Euro aufwenden.

Für die Betreuung schwerbehinderter Menschen an ihrem Arbeitsplatz wird das Integrationsamt des LWV 2010 hessenweit fast 58,6 Millionen Euro ausgeben. Es berät Firmen, die Arbeitsplätze behinderungsgerecht umgestalten, und gibt finanzielle Hilfen. Es beauftragt Integrationsfachdienste, die schwerbehinderte ArbeitnehmerInnen an ihrem Arbeitsplatz begleiten und unterstützen. Diese Ausgaben werden über die Ausgleichsabgabe finanziert: Sie wird von Firmen gezahlt, die weniger schwerbehinderte Menschen beschäftigen als gesetzlich vorgeschrieben.

"Alle Leistungen des LWV kommen den Menschen direkt vor Ort zugute", betonte Landesdirektor Uwe Brückmann. "Sie finden ein weitverzweigtes Netz mit differenzierten Angeboten vor. Was unsere Träger über die Umlage bezahlen, fließt in die Kreise und kreisfreien Städte zurück." moh
 

 
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