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kobinet-nachrichten
22.03.2010 - 17:02
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Essen (kobinet) Nordrhein-Westfalens Behindertenbeauftragte Angelika Gemkow verlieh heute das erste Barrierefrei-Signet des bevölkerungsreichsten Bundeslandes an den Domschatz in Essen. Das "Signet Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren" soll ein Markenzeichen des Landes werden.
In den Kategorien "Barrierefrei bewegen" und "Barrierefrei hören" hat die Domschatzkammer als erste Einrichtung in Nordrhein-Westfalen die Voraussetzungen für diese neue Auszeichnung erfüllt. Der Haupteingang ist beispielsweise stufenlos gestaltet und alle Türen haben eine Durchgangsbreite von mindestens 90 Zentimeter.
Dieses gute Beispiel soll überall in Nordrhein-Westfalen Schule machen. Menschen mit Handicap wünschen sich eine Orientierungshilfe, die ihnen anzeigt, so die Landesbeauftragte, dass sie in ein Geschäft, Hotel, Gaststätte, Kino, oder Schwimmbad ohne Hindernisse hineinkommen und dort auch gut zurechtkommen. Das Signet steht seit heute allen Kommunen im Land zur Verfügung.
"Ich will mit dem Signet eine Marke, ein Markenzeichen etablieren, damit das Thema Barrierefreiheit endlich zur Selbstverständlichkeit wird. Die mit dem Signet verbundene Anerkennung für die Eigentümer von ausgezeichneten Gebäuden und Einrichtungen können Ansporn für andere sein, selbst etwas zu tun und den guten Beispielen zu folgen. Mein Motto der Zukunft lautet: Weg mit Stufen, Treppen, Stolperfallen und Ja zu großer Schrift, mehr Farbe und mehr Licht", so Gemkow. Sie bat die örtlichen Akteure, mit dafür zu sorgen, dass das "Signet Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren" fester Bestandteil im Straßen- und Stadtbild wird.
Das Signet hat die Beauftragte gemeinsam mit Vertretern des Landesbehindertenbeirats und der "agentur barrierefrei nrw" entwickelt. Es gewährleistet landesweit einheitliche Standards in den vier Bereichen: Barrierefrei bewegen, Barrierefrei orientieren, Barrierefrei hören, Barrierefrei erklären und verstehen.
Für die Auszeichnung eines Gebäudes müssen bestimmte bauliche und gestalterische Kriterien erfüllt sein, die in einem besonderen Kriterienkatalog beschrieben worden sind. Neben obligatorischen Grundkriterien müssen gebäude- bzw. einrichtungsspezifische Anforderungen erfüllt sein, um das Signet zu erhalten. Solche Anforderungen wurden z. B. für Geschäfte, Supermärkte, Kaufhäuser, Sparkassen, Banken, Postämter, Hotels und Schwimmbäder beschrieben.
Das Signet wird auf Antrag verliehen. Die Prüfung der Vergabevoraussetzungen kann durch örtliche Selbsthilfezusammenschlüsse oder durch kommunale Einrichtungen erfolgen. Die Kosten für das Signet trägt der Antragsteller. sch
S. Schmidt schrieb am 24.03.2010, 07:58
Die Ignoranz wurde hier www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,685317,00.html in Gang gesetzt und wird gehütet, wie der ... DomSCHATZ!
Frau Merkel (man möchte den Namen schon gar nicht mehr aus-schreiben) betrachtet Geschädigte offenbar als Dreck, als Aussätzige. Sie ist offenbar für weitere Beschädigungen wie bisher.
S. Schmidt, HH
Gisela Maubach schrieb am 23.03.2010, 23:42
Wenn dieses Signet-Beispiel überall in NRW Schule machen soll, darf man auf weitere gespannt sein.
Am 14. April plant die Landesregierung eine Info-Veranstaltung zum Thema "barrierefreies Walderlebnis", denn für viele Menschen sei es "unvorstellbar, die Wälder unseres Landes barrierefrei machen zu wollen", aber mit "entschlossenem Handeln und guten Ideen" sei "vieles machbar, was Menschen mit Behinderungen den Weg in den Wald und ein hautnahes Erleben ermöglicht."
Jetzt weiß ich endlich, welche wirklich wahren - und existentiell wichtigen - Probleme ich bisher noch übersehen habe . . .
Rolf Steltzer schrieb am 23.03.2010, 22:14
liebe frau gemkow.
ist es zufall?
gerade wird in fasst allen kirchlichen einrichtungen von schweren misshandlungen in seelischen
und körperlichen fehlgriffen diskutiert und öffentlich angeprangert.
was ist ihre mission? oder vision?
dortmund wartet schon seit jahren auf einen behinderten-zugänglichen bahnhof.
andere städte versuchen ebenfalls, in etappen das barriefrei in allen köpfen der betreffenden
institutionen zu verankern.
nun ist auch din 18040-1 dem schützenden leib der architekten u. behörden mit einem
schubs ins feindliche leben entlassen worden.
mehr leider noch nicht. es ist wieder nur eine empfehlung. mit vielen aussnahmen.
es ständ ihnen besser zu gute, dort den finger in die wunde zu legen.
ist ihnen bekannt?
das in nrw landtagswahlen sind?
Oswald Utz schrieb am 22.03.2010, 18:08
Langsam frage ich mich wieviele Signet wir denn noch einführen wollen. Es gibt die DIN und ich denke unsere Kraft sollten wir dafür verwenden, dass nach dieser DIN gebaut wird. Ich habe den Eindruck, dass es in naher Zukunft einen Wildwuchs an Signet gibt und wieder keiner weiss, was für was steht - oder muss man in Zukunft als Mensch mit Behinderung mit einem Nachschlagewerk durch die Welt ziehen und nachschlage welches Signet was bedeutet. Ich lehne diese Kennzeichnungen entschieden ab und werde auch für München kämpfen, dass so etwas nicht eingeführt wird - für mich sind diese Signet zum großen Teil "Beruhigungspillen", so nach dem Motto "Wir haben doch ein Signet für Barrierefreiheit"
Oswald Utz, Behindertenbeauftragter der Stadt München
S. Schmidt schrieb am 22.03.2010, 18:03
Jaaa, Frau Gemkow, an Stelle des Posierens vorm Domschatz; gehen Sie lieber los und setzen sich für die in Heimen erniedrigten Behinderten ein; die seit dem zweiten Weltkrieg in Heimen fixiert, in die Ecke gestellt und anderweitig gezüchtigt wurden.
Aber dafür muss man sich ja gelegentlich mit Anderen anlegen; vielleicht sollten Sie das mal schleunigst machen!
S. Schmidt.
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