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23.03.2010 - 05:18

Weitere Zielvereinbarung für barrierefreien Edeka-Markt.

Schweich (kobinet) Gestern wurde im E-Center in Schweich bei Trier eine Zielvereinbarung unterzeichnet, in der sich der Lebensmittelmarkt der Edeka-Kette dazu bereit erklärt, auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen einzugehen und die Betriebsstätte zukünftig barrierefrei zu gestalten.

Die zunächst auf fünf Jahre angelegte Vereinbarung soll durch seine sukzessiv umzusetzenden Maßnahmen zu einer gleichberechtigten Einkaufsmöglichkeit für behinderte und nichtbehinderte Kundinnen und Kunden führen. Vertragspartner sind verschiedene landesweit in Rheinland-Pfalz tätige Behindertenverbände und der Edeka-Markt in Schweich. Im Zuge der Umsetzung der vereinbarten Ziele stellt das E-Center zukünftig ausreichend und gut gekennzeichnete Behindertenparkplätze sowie - speziell für gehbehinderte KundInnen - Rollatoren und rollstuhlgerechte Einkaufswagen zur Verfügung. Die Gemüsewaagen wurden für RollstuhlfahrerInnen bzw. kleinwüchsige Menschen herabgesetzt. Auch die Prospekte sind nun für diesen Kundenkreis erreichbar.

Das Personal hilft darüber hinaus beim Einpacken an der Kasse und dem Einladen in das Auto. Eine Aufstecklupe sowie ein kontrastreich und in Großschrift ausgeschildertes Warenangebot sollen sehbehinderten KundInnen den Einkauf erleichtern. Gehörlose Menschen können Informationen über Fax oder E-Mail anfordern. "Dank der guten Zusammenarbeit mit dem E-Center in Schweich ist es behinderten Kundinnen und Kunden nun möglich, barrierefrei und somit selbst bestimmt den Einkauf zu erledigen", erklärte Anna Schädler, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz (LAG). Die LAG war bei den Verhandlungen federführend und hat bereits mit anderen E-Centern Zielvereinbarungen abgeschlossen. "Wir hoffen, dass auch weitere Handelsgruppen dem positiven Beispiel der E-Center folgen werden." Auch der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Ottmar Miles-Paul, war mit dem Abschluss der Zielvereinbarung sehr zufrieden. "Ich freue mich, dass immer mehr Unternehmen die Belange von Menschen mit Behinderungen ernst nehmen und auf diese eingehen." In Rheinland-Pfalz gebe es bereits eine gute Tradition mit dem Abschluss von Zielvereinbarungen. Das Schöne sei, so Miles-Paul weiter, dass alle von dieser Vereinbarung profitieren. Er zollte dem Markt und den Verbänden Respekt und Anerkennung für diesen wichtigen Schritt hin zu einer barrierefreien Lebenswelt.

Das im Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG) verankerte Instrument der Zielvereinbarung wurde in den letzten Jahren eher zögerlich betrachtet. Während seit Inkrafttreten des Gesetzes bundesweit bisher nur sehr wenige solcher Zielvereinba-rungen abgeschlossen wurden, erfreuen sich diese bei den rheinland-pfälzischen Behindertenverbänden mittlerweile großer Beliebtheit. Dort wurde bereits eine Reihe von Zielvereinbarungen für die Schaffung von mehr Barrierefreiheit in den unterschiedlichsten Bereichen abgeschlossen. Diese zeigen mittlerweile gute Erfolge. moh
 

 
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