
Düsseldorf (kobinet) Schon fast 580 zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen – dies ist die Halbzeitbilanz des im Jahr 2008 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung gemeinsam mit den beiden Landschaftsverbänden gestarteten Landesprogramms "Integration unternehmen!". Innerhalb von drei Jahren sollen insgesamt 1.000 neue und marktfähige Arbeitsplätze in Integrationsunternehmen geschaffen werden.
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann sagte gestern in Düsseldorf. "Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Denn 580 Menschen mit schweren Handicaps erleben so Tag für Tag, dass ihre Arbeit einen echten Wert hat. Gerade für Schwerbehinderte bedeutet der Arbeitsplatz Anerkennung und Umgang mit anderen Menschen. Und die Unternehmer haben bewiesen, dass soziales Engagement und betriebswirtschaftlicher Erfolg vereinbar sind. Das ist Integration, wie ich sie mir vorstelle." Das Land Nordrhein-Westfalen stellt für das Programm bis 2011 insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung, die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) beteiligen sich mit Fördermitteln in gleicher Höhe.
"Die Integrationsunternehmen in NRW zeigen, dass gerade integrative Teams von Menschen mit und ohne Behinderung oft besonders qualitätsvolle Arbeitsergebnisse bringen", freute sich LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger: "Behinderten Menschen eine berufliche Perspektive zu geben kann sich lohnen, weil sie häufig überdurchschnittlich engagierte und zuverlässige Beschäftigte sind. Mit der Förderung durch die Landschaftsverbände wird der besondere Aufwand ausgeglichen, der bei der Beschäftigung einer großen Zahl behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsteht. Grundsätzlich steht diese Förderung jedoch allen Arbeitgebern offen, die Menschen mit Behinderung einstellen. Nachahmung ist ausdrücklich erwünscht."
In Integrationsunternehmen oder betrieblichen Integrationsabteilungen arbeiten behinderte und nicht behinderte Beschäftigte zusammen. Voraussetzung für die Anerkennung durch die Landschaftsverbände ist, dass mindestens ein Viertel der Beschäftigten schwerbehindert ist. Außerdem muss der Betrieb wirtschaftlich sein und am Markt bestehen können. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch: "Unter dem Motto ‚Unternehmen tun Gutes!‘ hat der LWL gerade mit großem Erfolg die bundesweit erste Messe für Integrationsunternehmen veranstaltet. Knapp 80 Integrationsunternehmen haben gezeigt, was sie Gutes tun, indem sie Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, da zu arbeiten, wo es alle tun: auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Damit noch mehr Menschen mit Behinderung diese Chance erhalten, appelliere ich an alle Unternehmer, Gutes und wirtschaftlich Lohnendes zu tun, indem sie weitere Integrationsunternehmen oder -abteilungen gründen." moh