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kobinet-nachrichten
22.04.2010 - 12:14
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Münster (kobinet) Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland gibt es mittlerweile 163 Behindertenbeauftragte. „Damit hat sich die Zahl der Beauftragten und Koordinatoren für die Belange der Menschen mit Behinderung in unseren Städten und Kreisen seit 2004 vervierfacht“, teilte heute Nordrhein-Westfalens Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow mit.
Auf einer sozialpolitischen Fachtagung des Städte- und Gemeindebundes des Landes in Münster berichtete Gemkow, dass in 65 nordrhein-westfälischen Kommunen darüber hinaus Vertreter der Behindertenselbsthilfe, der Ratsfraktionen und der Verwaltung eng in Beiräten zusammen wirken, um die Belange der Menschen mit Behinderung vor Ort zu beraten.
„Kommunen, die einen Behindertenbeauftragten bestellt haben oder in denen es einen Behindertenbeirat gibt, stellen schnell fest, dass die Betroffenen und ihre Vertreter oft die besten und einfachsten Lösungen zum Abbau von Barrieren parat haben. Es ist klüger und bürgerfreundlicher, schon bei der Planung an die Belange von behinderten Menschen zu denken. Die nachträgliche Herstellung von Barrierefreiheit ist oft mit viel Ärger und hohen Kosten verbunden“, betonte die Landesbeauftragte.
Trotz aller Erfolge gebe es aber noch viele weiße Flecken auf der Landkarte. „Wir müssen das Recht behinderter Menschen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ernst nehmen und ihre Kompetenzen nutzen“, so Gemkow. „Darum werbe ich mit Nachdruck für noch mehr kommunale Behindertenbeauftragte und Behindertenbeiräte.“ sch
Gisela Maubach schrieb am 22.04.2010, 20:49
Frau Gemkow hatte bereits 2006/2007 eine Erhebung durchgeführt, wonach als Umfrageergebnis mitgeteilt wurde, dass es in NRW zu diesem Zeitpunkt 126 Behindertenbeauftragte gegeben hatte, wobei betont wurde, dass sich damit die Zahl der Behindertenbeauftragten seit Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes in 2004 mehr als verdoppelt hatte.
Heute lesen wir nun, dass sich die jetzige Zahl (163) seit 2004 vervierfacht hat. Der Vergleich mit 2004 klingt offensichtlich immer noch gut.
Auch die Kommentierungen der Ergebnisse haben sich kaum geändert, denn schon in 2007 wurde mitgeteilt: "Es wurden aber auch die weißen Flecken auf der Landkarte von NRW sichtbar. Ich werde auch in Zunkunft mit Nachdruck für kommunale Behindertenbeauftragte und Behindertenbeiräte werben."
Die "weißen Flecken auf der Landkarte" und das "Werben mit Nachdruck" scheinen sich offensichtlich gut als Textbausteine zu eignen.
Die Entwicklung der Behindertenbeiräte oder analogen Gremien wird leider nicht kommentiert. Hier wurde die Zahl in 2007 bereits mit 66 angegeben. Wenn heute von 65 Kommunen berichtet wird, ist für mich kein Vorwärts-Trend erkennbar.
Behindertenbeauftragte werden von der Kommune bestellt und üben ihre Funktion überwiegend hauptamtlich aus. Durch diese enge Anbindung innerhalb der Verwaltung stellt sich natürlich die Frage, mit welchen Kompetenzen die Behindertenbeauftragten ausgestattet sind. Innerhalb von Sozialämtern ergeben sich auch Interessenkonflikte, wenn man Kostenträger und gleichzeitig Interessenvertreter des Kostenempfängers ist.
Wenn wir heute hier lesen, dass diejenigen Kommunen, die einen Behindertenbeauftragten bestellt haben, schnell feststellen, dass die Betroffenen und ihre Vertreter oft die besten und einfachsten Lösungen zum Abbau von Barrieren parat haben, dann würde mich interessieren, warum die Behindertenbeauftragten von den Kommunen bestellt werden - und nicht von den Betroffenen und ihren Vertretern???
Gerhard Kiel schrieb am 22.04.2010, 15:40
Nur eine Frage:
Können Sie mir den/die Namen der Behindertenbeauftragten aus dem Raum Herford mitteilen?
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Kiel
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