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kobinet-nachrichten
22.04.2010 - 14:00
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Der Bundesverband der Deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW setzt sich für mehr barrierefreie und barrierearme Wohnungen ein. Das berichtet heute Susanne Krumpholz, die einen Vortrag von GdW-Präsident Lutz Freitag auf einem Kolloqium des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland unter dem Motto "Wohnen - wie, wo und mit wem ich will“ verfolgt hat:
Der GdW vertritt mit 6 Millionen Wohnungen zwei Drittel der gewerblichen deutschen Wohnungsunternehmen mit allen kommunalen Gesellschaften, Genossenschaften, Sozialverbänden, öffentlichen und kirchlichen Wohnungsunternehmen. 1 Prozent der Wohnungen sind barrierefrei. Den Anteil der barrierearmen Wohnungen konnte der GdW in den letzten 3 Jahren von 2 auf 4 Prozent verdoppeln. Dieser Gesamtbestand von 5 Prozent barrierefreien und barrierearmen Wohnungen des GdW stellt immerhin die Hälfte aller behinderungsgerechten Wohnungen in Deutschland.
Lutz Freitag sieht dies als Erfolg des Konzepts „Wohnen für ein langes Leben“ zum Wohle der Mieterinnen und Mieter durch soziale und technische Vernetzung. „Wir kombinieren die barrierefreie Ausstattung mit fortschrittlicher Haustechnik und wohnungsnahen Dienstleistungen.“ Der GdW verfolge dabei die Strategie, soziale und bauliche Voraussetzungen in Wohnquartieren und Häusern so zu gestalten, dass Menschen auch mit Pflegestufe 3 in ihren eigenen 4 Wänden leben können. „Es hat sich in der Praxis herauskristallisiert, dass wir jede Wohnung für 5.000 Euro behinderungsgerecht machen können. Bei Pflegestufe 3 übernimmt die Pflegekasse die Hälfte davon. Die andere Hälfte kann so finanziert werden, dass die Miete nicht erhöht wird.“
Für Freitag besteht in der Bereitstellung barrierefreier Neubauwohnungen und barrierearmer Bestandswohnungen eine gemeinsame Interessenlage: „Menschen mit Behinderung, die in ihrer eigenen Wohnung selbstbestimmt leben, schaffen eine dreifache Win-Win-Situation. Einmal den Gewinn an Humanität für behinderte Menschen, weil sie selbstbestimmt in ihren eigenen 4 Wänden leben können. Aber auch den Gewinn für die Gesellschaft, weil das Wohnen in der eigenen Wohnung mit Assistenz wesentlich preiswerter ist als eine stationäre Unterbringung in Heimen. Zudem ist es auch eine Gewinnsituation für unsere Wohnungsunternehmen, da Menschen mit Behinderung zu unseren sozial verträglichen und zuverlässigen Kunden gehören.“
Der GdW will sich der Herausforderung durch den demographischen Wandel stellen, denn „wir alle werden weniger, bunter und grauer“. Freitag führte dafür als Beispiel die selbstbestimmten Wohngemeinschaften von Menschen mit Demenz an. „Dies hat sich bewährt, weil die dunklen Phasen der Demenz nur zeitweise auftreten, sodass sich die Menschen gut gegenseitig ergänzen und unterstützen können.“ Freitag sieht in diesen Erfahrungen die Konzepte des Bundesverbandes bestätigt: „In unseren Wohnungen sollen sich Menschen mit Behinderung nicht wohnungsgerecht verhalten müssen, sondern ihrer Behinderung gerecht wohnen können. Unser Motto lautet daher: Aufzug statt Auszug!“ sch
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