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17.05.2010 - 10:46

Bahnhofsservice in Treysa mit neuer Barriere.

Schwalmstadt (kobinet) Seit Mitte April haben Reisende mit eingeschränkter Mobilität im nordhessischen Treysa eine erhebliche zusätzliche und zugleich eigentlich unnötige Belastung. Wie kobinet jetzt von Matthias Schönfelder erfuhr, bekam der Bahnhof am Übergang zwischen Gleis 2 und Gleis 1 eine Barriere, die aussieht wie ein Schranke, aber nur ein etwa 4 Meter langes Rohr ist, das mit einem kleinen Schloss festgemacht ist.

Schönfelder ist Vorsitzender der Fraternität der Menschen mit Behinderung in Schwalmstadt und Umgebung. Er ärgert sich, dass Bahnkunden im Rollstuhl nicht mehr wie bisher (nach Rücksprache mit dem Stellwerk!) von einem Bahnsteig zum anderen wechseln können. Nachdem der Übergang nun gesperrt ist, müssen sie erhebliche Umwege fahren.

“Wenn wir - wie einst von Gleis zwei - nach Kassel fahren wollen, haben wir nun zuerst von Gleis eins nach Marburg/Lahn oder noch weiter zu fahren, dort umzusteigen und können erst dann in Richtung Kassel fahren. So ähnlich ist es auch mit der Heimfahrt nach Treysa, wenn wir z. B. vorher in Stadtallendorf oder Marburg/ Lahn oder Frankfurt/M. gewesen sind. Wir haben von den genannten Städten erst nach Kassel zu fahren, dort umzusteigen, um anschließend in Richtung Frankfurt/M. zu fahren und erst dann auf dieser Strecke in Treysa auf Gleis eins auszusteigen“, schildert Schönfelder die Situation.

Das Ganze koste einen Mehraufwand an Zeit von mindestens zwei Stunden. „Wir haben's getestet“, so die Fraternität. „Wir schlagen eine Ampelanlage oder eine vom Stellwerk gesteuerte Schranke vor, oder - am allerbesten - einen kleinen Tunnel mit maximal 6% Neigung, der über Rampen befahrbar ist.“ sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Max Mütze schrieb am 17.05.2010, 20:12

Kleines Schloss, großes Problem

Für das von Betroffenen geschilderte Problem auf dem Bahnhof Schwalmstadt-Treysa gibt es zahlreiche weitere Beispiele. Da stellt sich die Frage, ob die Deutsche Bahn dies schon bei der noch ausstehenden grundsätzlichen Überarbeitung ihres Programms für Barrierefreiheit von 2005 berücksichtigen wird. Da wissen Experten wie Volker Sieger (VdK) oder Horst Frehe (ISL) sicherlich mehr, die damals bei der Verkündigung des vom damaligen Bundesbehindertenbeauftragten Haack initiierten Programms im Kanzleramt in Berlin mit dabei waren. Die grundsätzliche Überarbeitung wollte die Bahn ursprünglich zu Jahresbeginn 2010 abgeschlossen haben.

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