
Berlin (kobinet) Ältere Besucher des Berliner Fernsehturms müssen mit Sicherheitsproblemen rechnen. Das hat jetzt eine Seniorengruppe aus Itzehoe und Umgebung kobinet mitgeteilt. Marita Brunswik vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter war dabei.
„Drei der Senioren hatten Rollatoren und wir wollten uns zu Beginn des Berlinaufenthaltes die Stadt von oben beschauen und auf die Aussichtsplattform fahren“, so Brunswik, die wusste, dass der Berliner Fernsehturm für Gäste im Rollstuhl für „nicht zugänglich“ erklärt worden war.
„In Ermangelung einer Rollstreppe bzw. Fahrstuhles zum Lift zu den Plattformen brachten wir die Gäste mit Rollatoren die vielen Stufen hoch und trugen die Rollatoren hinterher. Auf der Etage zum Hauptlift angekommen, wurden den Gästen die Rollatoren, die übrigens alle faltbar waren, mit dem Hinweis abgenommen, dass diese zu sperrig sind und bei möglichen Rettungsaktionen stören könnten“, schildert Brunswik die peinliche Situation. Oben sei überdies ja auch ein Handlauf an den Aussichtsscheiben, an denen die Gäste sich festhalten könnten, wurde ihr bedeutet.
Auf ihre Beschwerde beim Sicherheitsdienst wurde entgegnet, dass man an barrierefreie oder behindertengerechte Vorrichtungen beim Bau 1965 noch nicht gedacht habe. „Wir haben jetzt Mai 2010 und Berlin nennt sich Bundeshauptstadt“, kritisiert Brunswik.
Die Senioren aus Itzehoe und Umgebung waren dann noch enttäuscht, dass sie im Zentrum keinen behindertengerechten Einstieg für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen auf den Spree-Ausflugsschiffen gefunden haben. sch
André Nowak schrieb am 04.06.2010, 08:54
Am 30. April 2008 gab es eine große Demo des Berliner Behindertenverbandes vor dem Fernsehturm. BBV-Vorsitzender Ilja Seifert und die über 100 Teilnehmer/innen, darunter viele im Rollstuhl forderten vom Bund und Telekom, das Wahrzeichen Berlins auch für sie zugänglich zu machen. Das einzige, was seit dem geschah, war die Entfernung des diskriminierenden Hinweisschildes an der Eingangstür des Fernsehturmes, dass der Zutritt für Rollstuhlfahrer bzw. Menschen mit Behinderungen verboten ist.
Regina Reichert, BZSL e.V. schrieb am 03.06.2010, 16:50
Ich hab es noch nicht selbst ausprobiert aber vor kurzem von der Reederei Riedel die Auskunft bekommen, dass es am HAUS DER KULTUREN DER WELT einen barriefreien Zugang zu Ausflugsschiffen gibt. Nicht jedes Schiff hat dort einen Haltepunkt. Der lässt sich erfragen unter: 030 6934646.