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kobinet-nachrichten
14.06.2010 - 17:02
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Die Behindertenrechtskonvention rückt nach Ansicht von Hubert Hüppe das Miteinander von Menschen in vielen Staaten in den Mittelpunkt. „Mögen die Voraussetzungen in den unterschiedlichen Unterzeichnerstaaten der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen teilweise noch so unterschiedlich sein. Die Herausforderungen sind häufig identisch“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen heute nach seinem Gespräch mit Lenin Moreno, Vizepräsident von Ecuador.
In Ecuador habe man in den letzten Jahren eine „Revolution der Behinderung“ erreicht, so der Gast aus Lateinamerika. Er wies darauf hin, dass kürzlich Sanktionen gegen Großunternehmen in Ecuador verhängt wurden, die zu wenig Menschen mit Behinderungen eingestellt hatten. Menschen mit Behinderungen seien seit einigen Jahren sichtbarer an öffentlichen Orten. Zuvor wurden sie häufig in Hütten versteckt, weil Behinderung teilweise für eine „Strafe Gottes“ gehalten wurde, sagte Vizepräsident Moreno.
Hüppe wies seinerseits darauf hin, dass man zwar von derartigen Zuständen in Deutschland weit entfernt sei, allerdings auch hierzulande noch eine Menge zu tun sei. Auch in Deutschland erlebten Menschen mit Behinderungen immer noch Ausgrenzung in unterschiedlichen Lebensbereichen, ob in der Schule, bei der Arbeit oder beim Wohnen. Ein großes Problem in Deutschland sei, so der Beauftrage, dass es zwar unterschiedlichste Unterstützungen gäbe, diese aber häufig nur in Sondereinrichtungen angeboten würden. Menschen mit und ohne Behinderungen lernten einander so nicht kennen. „Vorbehalte, die zu Ausgrenzung führen, sind die Folge dieses Systems“, verdeutlicht der Beauftragte. Vizepräsident und Beauftragter waren sich einig, dass die Behindertenrechtskonvention in beiden Ländern noch einige Steine hin zu einem Mehr an Miteinander ins Rollen bringen wird. sch
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