
Berlin (kobinet) Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, erwartet von der am 21. und 22. Juni in Bremen stattfindenden Fachtagung der Kultusministerkonferenz ein klares Signal für einen verbindlichen Plan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Artikel 24 der Konvention verpflichte die Staaten dazu, "ein inklusives Schulsystem zu schaffen und zwar sofort", betonte Hüppe heute in einer Presseinformation.
"Der Handlungsbedarf ist offensichtlich. Immer noch gehen nur knapp 15 % aller Kinder und Jugendlichen mit so genanntem ‚sonderpädagogischen Förderbedarf’ auf allgemeine Schulen. In anderen europäischen Ländern liegt der Wert bei 90 %“, erklärte der Beauftragte. Hüppe betonte, dass jedem Kind ermöglicht werden müsse, eine allgemeine Schule zu besuchen. Es gehe dabei nicht um freiwillige Zugeständnisse, sondern um einen menschenrechtlichen Anspruch.
„Das Recht auf Bildung muss unter Beachtung des Rechtes auf Teilhabe verwirklicht werden“, so Hüppe. Hierfür sei es erforderlich, dem einzelnen Kind die notwendige Unterstützung bereitzustellen und, wenn nötig, Barrieren zu beseitigen. Sonderpädagogische Kompetenz müsse in die allgemeine Schule verlagert werden, verlangte der Beauftragte.
Das in Bremen zu diskutierende Positionspapier der Kultusministerkonferenz zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention bei der schulischen Bildung enthalte gute Ansätze, meint Hüppe. Ausdrücklich sei das grundsätzliche Bekenntnis zur Inklusion im Schulbereich zu begrüßen. Außerdem unterstütze er den von der Kultusministerkonferenz eingeschlagenen Weg, bei der Erarbeitung des Positionspapiers unter anderem Verbände der Menschen mit Behinderungen anzuhören.
„Ich vermisse allerdings klare Aussagen zum Vorrang inklusiver Bildung gegenüber dem jetzigen System. Außerdem ist es notwendig, klare zeitliche Vorgaben zu den Umsetzungsschritten festzulegen“, betonte Hüppe. Das Positionspapier erwecke dagegen den – vielleicht gar nicht beabsichtigten – Eindruck, man wolle die Einbeziehung von Kindern mit Behinderungen auf die lange Bank schieben, da mehrfach betont wird, die Herstellung inklusiven Lernens sei eine längerfristig angelegte Aufgabe. sch
Wasilios Katsioulis schrieb am 16.06.2010, 11:46
seitdem bekannt geworden ist, dass die Bundesregierung die AD Richtlinie blockieren wuerde ist der Euro von 1,50 auf 1,1865 gefallen. Mit Griechenland hat dies nichts zu tun, denn den Maerkten war dies schon seit Jahren bekannt. Aber die Blockade dieser Richtlinie kommt einer Katastrophe gleich, denn so wird statt Inklusion Exklusion gefoerdert in Europa, deshalb die Reaktionen gegen den Euro !
Wasilios Katsioulis schrieb am 16.06.2010, 11:37
Inklusion ist in allen Bereichen gefordert, nicht nur in der Schule, und hierfuer brauchen Behinderte die Europaeische Antidiskriminierungsrichtlinie, die Adaptionen zur Verfuegung stellt, aber leider von der Bundesregierung blockiert wird.
Lieber Herr Hueppe bitte erklaeren Sie ihren Kollegen, dass wir nicht mehr in der Kategorie des medizinischen Modells denken!!! Ohne Adaptionen werden Behinderte und die Wirtschaft in Europa blockiert !!!