
Kiel (kobinet) In einem Offenen Brief hat der Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein (BSVSH) gegen die geplante Halbierung des Landesblindengeldes protestiert. "Wir fühlen uns buchstäblich allein gelassen und ins soziale Abseits gedrängt", schreibt Annegret Walter, Vorsitzende des BSVSH, an die Adresse Dr. Heiner Gargs. Der schleswig-holsteinische Sozialminister hatte in einem Interview behauptet, dass trotz der drastischen Kürzungspläne niemand allein gelassen würde.
Der Brief entlarvt die von der Landesregierung zum "Ausgleich" für die Blindengeld-Halbierung ins Spiel gebrachte Blindenhilfe als Mogelpackung und fordert neben dem Sozialminister auch den Ministerpräsidenten zum konstruktiven Dialog auf. Ganz bestimmt nicht allein gelassen wird der BSVSH vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und seinen Mitgliedsverbänden. "Hinter den Forderungen stehen nicht nur Betroffene aus Schleswig-Holstein, sondern selbstverständlich auch wir als Dachverband mit allen unseren Mitgliedsverbänden sowie die blinden und sehbehinderten Menschen in ganz Deutschland. Für einen gerechten Nachteilsausgleich sind wir alle bereit, erneut gemeinsam auf die Straße zu gehen", so DBSV-Präsidentin Renate Reymann in dbsv-direkt. Zunächst aber erwartet sie, dass Ministerpräsident und Sozialminister schnell das direkte Gespräch mit den Betroffenen suchen. moh