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05.07.2010 - 00:05

Wieder Schulhelferproblematik in Berlin.

Berlin (kobinet) Hat mein Kind im kommenden Schuljahr einen Schulhelfer? Diese Frage stellen sich in Berlin derzeit wieder viele Eltern von Kindern mit Behinderungen. Die Schulhelferproblematik, die das Elternzentrum Berlin e.V. nun schon über Jahre beschäftigt, scheint vor den am Mittwoch beginnenden Sommerferien wieder aus dem Blickpunkt der Berliner Senatsschulverwaltung geraten zu sein. In einer Pressemeldung warnte das Elternzentrum davor, dass hier gegen die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verstoßen wird.

Immerhin war im jetzt zu Ende gehenden Schuljahr ein Runder Tisch (kobinet 30.1.10) eingerichtet worden. Das Elternzentrum hat sich daran aktiv beteiligt und konkrete Vorschläge für die zukünftige Verwaltungsvereinbarung "Schulhelfer" vorgelegt, auch klar die Aufhebung des erstmals gedeckelten Schulhelferetats gefordert. „Viele Eltern haben uns die beschwerlichen Behördenwege, die unklaren Zuständigkeiten, den Mangel an Informationen und die vielen anderen Unwägbarkeiten bei der Durchsetzung des Rechtes ihrer Kinder auf eine angemessene Bildung geschildert“, heißt es in der Pressemeldung.

Nun hat die Senatsschulverwaltung für die nächste und "abschließende" Runde des "Runden Tisches Schulhelfer" kurzfristig zum 6. Juli eingeladen, also dem letzten Schultag. Das Elternzentrum hält diesen Termin unmittelbar vor den Sommerferien für ganz ungünstig, da an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen zur feierlichen Beendigung des Schuljahres wie auch die Zeugnisübergabe stattfinden. Es wird befürchtet, dass wieder Eltern behinderter Kinder vor der Tatsache stehen werden, für das neue Schuljahr keinen Schulhelfer bewilligt zu bekommen, also das dritte Jahr in Folge extrem besorgt über die adäquate Beschulung und Begleitung ihrer Kinder in die Sommerferien gehen.

„So wurden bereits Anträge für das kommende Schuljahr abgelehnt, Schulhelfer-Stunden wurden aus haushaltspolitischen Gründen reduziert, nach wie vor wird der gruppenbezogene Einsatz praxisuntauglich (verschiedene Kinder, verschiedene Klassen und Etagen) lanciert um massiv Mittel einzusparen. Es scheint den Senat nicht zu interessieren, dass hier gegen die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verstoßen wird, die seit mehr als einem Jahr verbindlich umzusetzen ist, auch in Berlin“, kritisiert das Elternzentrum.

Unverständlich sei auch, warum die dritte Runde des Runden Tisches von der Senatsschulverwaltung als "Abschlussrunde" bezeichnet wird. Bisher gibt es keine abschließende Klärung bezüglich der fehlenden Schulhelferbescheide, des Informationsdefizits in den Regionen sowie der fehlenden Schulhelferstunden gerade in der Integration.

Schulaufsichten teilen aktuell mit, dass wieder erst die letzten Tage vor Ende der Sommerferien über die Ergebnisse zu den Anträgen informiert werden soll. „Wann wird es für das kommende Schuljahr schriftliche Bescheide geben? Wenn Eltern, Ärzte und Gutachter zu dem Ergebnis kommen, dass ein Schüler einen Schulhelfer benötigt, aber die Schulaufsicht oder die Schulleitung diese Ansicht nicht teilen, wohin können Eltern sich dann im Konfliktfall wenden? Wie wird der Übergang aus einem Förderzentrum in die Integration allgemein und im Einzelfall - auch mal mitten im Schuljahr - organisiert? Diese Fragen können nicht am Tag vor den Ferien beantwortet und Lösungen dann noch rechtzeitig umgesetzt werden“, so das Elternzentrum. sch
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Stephanie Loos schrieb am 09.07.2010, 13:20

Leitfaden SchulhelferInnen Berlin

Wir wirken seit nunmehr 2 Jahren intensiv an der Verbesserung der Beschulungssituation autistischer Kinder und junger Erwachsener mit und meinen, dass insbesondere die Schulbegleitung Schülerinnen und Schülern mit Autismus ermöglicht, eine Schule zu besuchen, die ihren jeweiligen Fähigkeiten und Begabungen entspricht.

Auch wenn unser Fokus auf der Beschulung von Menschen mit Autismus und anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen liegt, ist die Anpassung der Lerninhalte an das individuelle Lernvermögen der Schüler und Schülerinnen der Schlüssel für den Lernerfolg aller Schüler gemeinsam.

Vor diesem Hintergrund und auf Basis unserer Erfahrungen der letzten Jahre bündeln wir unser Wissen nun in einer komplexen Handreichung: "Schulassistenz – Ein Leitfaden zur Beantragung für Eltern und Schulen"
Ein Leitfaden, der sowohl Eltern als auch Schulen auf viele Fragen Antworten gibt und die Beantragungswege Schritt für Schritt darstellt. Der Leitfaden informiert auch über die Rechte der Kinder und Jugendlichen auf Assistenz in der Schule.

Es muss nochmals betont werden, dass der Einsatz von Schulhelfern enorm wichtig ist, um tatsächlich für alle Kinder eine adäquate und fundierte Schulbildung zu gewährleisten. Schließlich sind angemessene Vorkehrungen, notwendige Unterstützung und individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen – wie eben auch Schulbegleitung – der Schlüssel zum Lernerfolg aller.

Nähere Informationen unter:
www.elternzentrum-berlin.de/leitfaden-schulassistenz/

Mit freundlichen Güßen, St. Loos für das Elternzentrum Berlin, e.V.

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