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18.07.2010 - 10:22

Abstimmung über Schulreform in Hamburg.

Hamburg (kobinet) Über 1,2 Millionen wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger von Hamburg haben heute die Möglichkeit im Rahmen eines Volksentscheides über die vom Senat geplante Schulreform abzustimmen. U.a. ist eine sechsjährige Primarstufe geplant, die die bisherige vierjährige Grundschule ablösen soll. Eine Reihe von Behindertenverbänden haben sich für die Schulreform ausgeprochen.

Bereits Mitte Mai hatten 16 in der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen (LAG) zusammengeschlossene Verbände dazu aufgerufen, bei der Volksabstimmung für die Schulreform in Hamburg zu stimmen und diese zu verteidigen. Die Verbände behinderter Menschen, ihrer Angehörigen und Freunde sehen im neuen Hamburger Schulgesetz wichtige Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung der Schulen in Hamburg. Längeres gemeinsames Lernen in der Primarschule (Klassen 1 – 6), kleinere Lerngruppen, individualisierter Unterricht und neue Formen der Leistungsbeurteilung erleichtern die Integration von Kindern mit den verschiedensten Behinderungen in die Regelschule. Diese Kernpunkte der Schulreform werden von der Initiative angegriffen, die den heutigen Volksentscheid veranlaßt hat. Die Verbände rufen deshalb dazu auf, die Schulreform zu verteidigen.

Das neue Schulgesetz enthält in § 12 erstmals einen klaren Rechtsanspruch auf integrativen Schulunterricht: "Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben das Recht, allgemeine Schulen zu besuchen. Sie werden dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet und besonders gefördert." Eltern können entscheiden, ob ihr Kind eine Regelschule oder eine der weiter bestehenden Sonderschulen besucht. Bei der Realisierung dieses Rechtsanspruches, der Ausstattung der Schulen usw. sind noch viele Fragen offen. Die Behindertenverbände sind mit dem bisher Erreichten noch nicht zufrieden. Eine Niederlage der Schulreform bei der Volksabstimmung würde aber, so befürchten die Verbände, alle Bemühungen um gemeinsames erfolgreiches Lernen behinderter und nicht behinderter Schülerinnen und Schüler um Jahre zurückwerfen. moh
 

 
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