
Berlin/Stuttgart (kobinet) Mit der Initiative FairCare will die Diakonie Württemberg osteuropäische Betreuungskräfte aus der Illegalität holen. Die sogenannte Entsendung wird dabei von den Intitiatoren abgelehnt - mit gutem Grund findet die Initiative Daheim statt Heim, die FairCare unterstützt.
Das Diakonische Werk Württemberg hat ein legales Angebot für zeitintensive Betreuung pflegebedürftiger Menschen in den eigenen vier Wänden entwickelt. Ziel von FairCare ist es, die häusliche Betreuungssituation alter Menschen durch die offene Zusammenarbeit von legal beschäftigten osteuropäischen Betreuungskräften und ambulanten Diensten zu verbessern sowie einen fairen Markt im Bereich der Betreuung und Pflege zu schaffen. Johannes Flothow, der für die Diakonie Württemberg das Projekt koordiniert erklärte: "Es geht darum, Frauen vor Ausbeutung zu schützen und bei der Durchsetzung von sozialen Schutzrechten zu unterstützen." Im Rahmen von FairCare vermittelt die Diakonie ab September 2010 osteuropäische Betreutungskräfte in Familien. Damit deren Beschäftigung legal ist, werden die Kräfte bei den Arbeitsagenturen angemeldet und nicht etwa von einem osteuropäischen Pflegeunternehmen zum Arbeiten nach Deutschland "entsendet".
"Der weit verbreitete und oft als legal bezeichnete Beschäftigungsweg der sogenannten Entsendung entpuppt sich bei genauem Hinsehen sehr oft als illegal. Von den Entsendeunternehmen in Osteuropa, die wir uns angesehen haben, hält sich kaum eines an die gesetzlichen Regeln. Denn diese sehen vor, dass im Heimatland ein Pflegedienst besteht und nicht nur eine Briefkastenfirma", so Johannes Flothow. Deshalb setzt die Diakonie auf die Anmeldung über die Arbeitsagenturen. Die Familien werden dabei zu Arbeitgebern der Betreuungskräfte, müssen quasi ein Unternehmen gründen. Die damit verbundenen bürokratischen und organisatorischen Aufgaben nimmt das Diakonische Werk Württenberg den Familien ab, auch die Einrichtung eines "Springerdienstes" für den Fall, dass eine Betreuungskraft krank wird, ist geplant. FairCare-Projektkoordinator Johannes Flothow erklärte dazu: "Wir wollen einerseits einen optimalen Service für die Familien bieten und andererseits humanitäre Arbeitsbedingungen gewährleisten."
Zu den Regeln von FairCare gehört, dass die Betreuungskräfte täglich mindestens 11 Stunden und zusätzlich einen Tag in der Woche komplett frei haben.
Eine 24-Stunden-Betreuung von Pflegebedürftigen wird im Rahmen von FairCare nicht angeboten. Silvia Schmidt von der Bundesinitiative Daheim statt Heim begrüßt die Initiative: "Wir brauchen dringend neue Wege, um die viele Schwarzarbeit in diesem Bereich zu beenden und die Frauen aus der Illegalität zu holen." moh