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kobinet-nachrichten
24.07.2010 - 08:34
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Von kobinet-Korrespondent Keyvan Dahesch
Nürnberg (kobinet) Die bayerische Sozialministerin Christine Hadertauer gratulierte im Vorfeld der heutigen Geburtstagsfeier des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes der Blindenselbsthilfe in Bayern zu 90 Jahren erfolgreicher Arbeit.
"In Bayern musste nicht erst die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Blickpunkt rücken", so Christine Hadertauer (CSU), "wir haben schon früh Maßstäbe gesetzt, für moderne, zukunftsgerichtete Politik für Menschen mit Behinderung. Ich erinnere nur an die Aufnahme des Benachteiligungsverbots in die Bayerische Verfassung, das Bayerische Behindertengleichstellungsgesetz und an die vielen bayerischen Aktivitäten, die den Paradigmenwechsel eingeleitet haben und begleiten." Die Ministerin dankte dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund auch im Namen ihres Chefs, Horst Seehofer, für 90 Jahre erfolgreichen Einsatz für die Belange von blinden und sehbehinderten Menschen in Bayern und für das überaus große Engagement in der bayerischen Behindertenpolitik. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund sei vom hoffnungsvollen Projekt zu einem gelebten Selbsthilfeverband gewachsen, der bayernweit Vorbildcharakter hätte, da er für alle Anliegen der Betroffenen ein äußerst kompetenter und fachkundiger Ansprechpartner sei.
Christine Haderthauer appellierte an den Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund sich auch weiterhin in die Gestaltung der bayerischen Behindertenpolitik einzubringen und betonte: "Trotz aller Fortschritte ist noch immer viel zu tun. Inklusion ist der Auftrag an uns alle die Voraussetzungen zu schaffen, damit Menschen mit Behinderung ein Leben mitten in unserer Gesellschaft führen können. Hier voran zu kommen, liegt mir besonders am Herzen", betonte die Ministerin. moh
Inge Rosenberger schrieb am 27.07.2010, 09:21
Seit langem gibt es von den Politikern - nicht nur in Bayern - wunderbare Sonntagsreden zur Inklusion und zur UN-Konvention. Es gibt gegenseitiges Schulterklopfen, dass doch alles schon lange bestens läuft und optimal geregelt ist.
Rosmarie Fischer hat Recht: Menschen mit Behinderung, die ihre Interessen nicht selbst vertreten können, gehen unter.
Denn eine große und mächtige Gruppe unter den Entscheidungsträgern ist doch – still und heimlich – der Ansicht, dass diese Menschen doch am besten „unter sich“ aufgehoben sind.
Rosmarie Fischer schrieb am 26.07.2010, 20:16
Wieder einmal eine der vielen Festtagsreden unserer PolitikerInnen.
Frau Haderthauer sollte sich einmal in den Wohn- und Pflegeheimen für behinderte Menschen mit hohem Hilfebedarf umschauen.
Selbstbestimmtes Leben ist dort nicht möglich und von einer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft kann schon gar keine Rede sein.
Gerade die Bedürfnisse von schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen werden selbst nach der Ratifizierung der BRK in Bayern überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Wer nicht in irgendeiner Weise leistungsfähig ist, wird nach wie vor aussortiert.
Aber vielleicht gehört zu einer modernen Behindertenpolitik auch , dass man in Bayern immer mehr dazu übergeht, den schwerstbehinderten Menschen einen zweiten Lebensbereich in Tagesförderstätten zu verwehren, wenn sie in Heimen leben (müssen).
Ambulante betreutes Wohnen gibt es für diesen Personenkreis ohnehin nicht, dafür sorgen schon die Bezirke als Kostenträger.
Die, die sich nicht selbst für ihre Rechte einsetzen können, bleiben bei dieser Politik auf der Strecke.
Hans Wocken schrieb am 24.07.2010, 17:54
Dass die bayerische Bildungspolitik schon vor der UN-Konvention Inklusion in den Mittelpunkt gestellt haben soll, ist eine groteske Geschichtsfälschung. Der behauptete Paradigmenwechsel sieht in Wirklichkeit so aus: Über 85 Prozent aller Schüler mit Behinderungen besuchen Sonderschulen! Es wäre zu schön, wenn Bayern wenigstens nach der UN-Behindertenrechtskonvention endlich anfangen würde, für alle Schüler mit Behinderungen inklusive Unterrichtsangebote zu realisiieren.
Prof. Dr. Hans Wocken
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