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kobinet-nachrichten 24.07.2010 - 08:46
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Cafebar Winzig neuer Integrationsbetrieb in Neustadt

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Neustadt an der Weinstraße (kobinet) In Neustadt an der Weinstraße wurde vor kurzem ein neuer Integrationsbetrieb eingeweiht, der einen Besuch wert ist. Die Cafebar Winzig wurde als Gastronomieobjekt im Rahmen der Umgestaltung des Grünzuges Wallgasse in Betrieb genommen.

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Rheinrestaurant Oppenheim, das bereits als Integrationsbetrieb arbeitet, konzipiert. Vorrangiges Ziel ist es, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen vorzuhalten. Die Kaffeebar Winzig liegt inmitten einer Grünanlage entlang des Floßgrabens und in unmittelbarer Nachbarschaft eines Spielplatzes und will mit gutem Service und ausgesuchten Angeboten verschiedene Zielgruppen, darunter vor allem junge Eltern mit Kindern, ansprechen.

"Alle Arbeitsplätze in der Kaffeebar, darunter 40 Prozent Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, wurden neu geschaffen. Das 'junge' Serviceteam ist sehr motiviert, die Herausforderungen des Neuaufbaus zu meistern. Es wird in seiner Arbeit sowohl von den Mitarbeitern des Rheinrestaurants Oppenheim als auch von den pädagogischen Kollegen vor Ort unterstützt", heißt es auf der Internetseite des Projektes. moh

Link zum Projekt
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Sascha König schrieb am 28.03.2011, 18:57

Antworten auf ausstehende Fragen

Liebe Leser,

anknüpfend an die Antwort von Frau Dellmann vom 27.07.2010 möchte ich mich als Technischer Leiter bei Lernen Fördern, die Muttergesellschaft der Betreiberin der Kaffeebar Winzig, nämlich der Garmena GmbH, zu den Aussagen äußern.

Frau Mörsch hinterfragt in Ihrem Kommentar vom 24.07.2010 einige Details, die durchaus sehr verbittert erscheinen, im Falle der Kaffeebar Winzig (und sämtlichen anderen Projekten des Trägers) aber keineswegs zutreffen.

Derzeit arbeiten in der Kaffeebar drei Menschen in Festanstellung, die alle über eine nachgewiesene Behinderung verfügen. Eine dieser Angestellten hat eine Leitungsfunktion inne, indem sie für sämtliche Einsatzpläne zuständig ist, die übrigen Aufgaben wie Bestellungen an mich weiter zu reichen erfolgen nach festen Plänen, da bei dem Betrieb nach dem Prinzip der Systemgastronomie gehandelt wird, d.h. für sämtliche Abläufe und Produkte gibt es fest vorgegebene Standards. Dies dient nicht nur der Arbeitserleichterung für die Angestellten, sondern garantiert für die Kunden eine gleichbleibende Qualität der Produkte. Dieses Prinzipien gibt es in allen größeren Betrieben, siehe McDonalds usw.

Die drei Festangestellten befinden sich in einem ordentlichen, sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis und werden aushilfsweise unterstützt von Mitarbeitern von Lernen Fördern, zudem sind für dieses Jahr an umsatzstarken Tagen Aushilfen geplant. Aufgrund der Betriebsgröße gibt es keinen eigenen Betriebsrat, wobei der Gesamtbetriebsrat der Lernen Fördern TG RLP e.V., mit für die Mitarbeiter der Garmena GmbH agiert, welche ebenfalls den Integrationsbetrieb Rheinrestaurant Oppenheim inne hat. Fortbildungsmöglichkeiten werden intern angeboten, sodass alle Mitarbeiter im IB Rheinrestaurant sämtliche Stationen eines großen Restaurantbetriebes kennen lernen können. Diesem angeschlossen ist auch die Produktionsschule "Am Tiergarten" in Oppenheim.


Ansonsten stehe ich (anzumerken wäre: als nicht behinderte Person) den hier ausgesprochenen Anschuldigungen sehr kritisch gegenüber. Es ist sicherlich leicht, im Internet unter dem Deckmantel der Unsichtbarkeit groß auf die Pauke zu hauen und erstmal jeden schwer zu verurteilen, der irgendwie etwas tut und macht, dazu gehört aber auch, dass man sich VORHER mit der Sache detalliert auseinander setzt, lange bevor man den ersten Satz (unwiederruflich) veröffentlicht. Letztlich bewirkt solch ein Handeln nämlich nur, dass solche Projekte garnicht mehr zu Stande kommen und damit auch wichtige Arbeitsplätze für benachteiligte Mitmenschen verloren gehen, womit ebenfalls ein wesentlicher Beitrag zur Integration in die Gesellschaft zerstört wird. Ich bin mir sicher, dass dies nicht im Sinne von den Schreibern Schmidt und Moesch ist, oder?

Einen weiteren Dialog biete ich gerne an, auch gerne im Betrieb selber bei einem Kaffee.


Mit freundlichem Gruß
SASCHA KÖNIG
techn. Leiter
Lernen Fördern TG RLP e.V.

S. Schmidt schrieb am 27.07.2010, 10:57

zum Leserbrief von A. Dellmann

Der Leserbrief von A. Dellmann strotzt nur so von Unterstellungen, Beschwichtigungen und lässt Fakten vermissen, nämlich, ob tatsächlich Behidnerte als Angestellte was auf Leitungsebene zu sagen HABEN und ob nach TARIFLOHN bezahlt wird.

Frau Dellmann bedient sich der Masche, die gegenüber Behinderten (nahezu) alltäglich angewendet wird: Nicht-Ernst-Nehmen von eigener Meinung der Behinderten und Beschwichtigung, wo man hinsieht. Auch Nichtbehinderte, allerdings die Autonom(eren) von jenen, beobachten solche Beschwichtigungs-Aktivitäten sehr genau und wundern sich, wie lange und wie viele Behinderte dem Beschwichtigt-Werden aufsitzen und sich gelegentlich sogar dem Beschwichtigt-Werden hingeben, als ob jeder Widerstand in ihnen bereits gebrochen wurde.

Mitleid und Beschwichtigung sind nun wahrlich fehl am Platze; statt dessen ist für mich die Frage, die hiermit an Frau Dellmann ergeht, noch offen: Tariflohn-Bezahlung?; Ausführen von Leitungspositionen?

Sehr geehrte Frau Dellmann, ich bitte Sie um Antwort von Ihnen, jenseits vom Austeilen von Beschwichtigung und Belehrung.
S. Schmidt.

Anja Dellmann schrieb am 27.07.2010, 10:26

Antwort auf den Leserbrief von Frau Moesch

Liebe Frau Mösch, Ihre Reaktion auf den Artikel über die Kaffeebar Winzig vom24.7. 2010 hat mich sehr bestürzt. Aus ihr spricht sehr viel Verbitterung, vermutlich vor einem langen Erfahrungshintergrund von Demütigungen, denen Menschen mit Behinderungen immer wieder ausgesetzt sind. Das kann ich gut nachvollziehen, da ich diese Erfahrungen auch immer wieder mache. Sie sind sehr schmerzlich und hinterlassen Narben auf der Seele.

Dennoch möchte ich Sie ermutigen, Ihre Augen und ihr Herz nicht zu verschließen vor solchen Dingen, die schön und stützend sind-gleichsam Oasen der Ruhe. Die Kaffeebar Winzig, in der ich bereits öfter zu Gast war, ist solch eine Oase und ich habe absolut nicht den Eindruck, dass die Angestellten Menschen mit Behinderungen dort "zwangserzogen" werden.
Falls Sie mögen, kommen Sie doch mal nach Neustadt und machen sich selbst ein Bild: Ich lade sie dann dorthin zu einem Espreeso ein.

Viele Grüße, Anja Dellmann, Dipl.-Psych., Integrationsbeauftragte des Dekanates Neustadt an der Weinstraße

Dorothea Moesch schrieb am 24.07.2010, 12:27

Frage:

Wie viele der sogenannten "Behinderten" haben in diesem Cafe (und anderen Betrieben) Leitungsfunktionen?

Oder werden sie alle zwangs"erzogen"?

Wie sieht es mit tariflichen Leistungen aus? Besteht ein Betriebsrat? Arbeitslosen- und Rentenbeiträge werden bezahlt? Fortbildungsmöglichkeiten sind angedacht und werden organisiert?

Oder handelt es sich wieder einmal um "beschützte Beschäftigung" in neuem Lack?

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