Berlin (kobinet) Berlins größtes Stadthotel, das „Park Inn“ am Alexanderplatz, lockt Touristen mit einem Blick von seiner Terrasse im 40. Stock. Für Berlin-Besucher mit Behinderungen kann diese „Attraktion“ allerdings kaum empfohlen werden.
„Hoch über den Dächern Berlins erwartet Sie eine Panorama Terrasse als Aussichtsplattform mit Open Air Lounge“, hatte eine leicht gehbehinderte Spanierin auf der Webseite des Vier-Sterne-Hauses gelesen und ihren Berliner Begleiter zum Aufstieg überredet. Der Aufzug beförderte sie geschwind in die 37. Etage, wo Besucher im Rollstuhl ohnehin umkehren müssen.
Dann ging es über Treppen mit ermunternden Sprüchen an den Wänden hinauf zur Aussichtsplattform. Hier waren drei Euro für den Eintritt zu löhnen. Die Kassiererin bot noch Getränke zum Mitnehmen feil, denn schließlich ging es zur „Open Air Lounge“. Die Liegestühle waren bis auf zwei schon von anderen erschöpften und geschröpften Gästen belegt, obwohl das Hotel auf dem ohnehin begrenztem Raum weit mehr davon aufgestellt hatte, als das Foto auf der Webseite erahnen ließ.
Während des Abstiegs nach zehn Minuten über den Dächern Berlins musste der Spanierin neben genauer Übersetzung der Sprüche an den Wänden auch noch der Berlinische Begriff "verhohnepiepeln" erklärt werden. "Meinst du, die wollten mich wirklich verarschen", fragte sie, beim Spielcasino im 37. Stock angelangt. "Nein", so die Antwort im Aufzug weiter abwärts, "die wollen nur spielen". sch