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kobinet-nachrichten
27.07.2010 - 06:29
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Die Bundesinitiative Daheim statt Heim fordert die Politik auf, endlich die Voraussetzungen für eine bezahlbare und legale Rund-um-die-Uhr-Versorgung pflegebedürftiger Menschen in den eigenen vier Wänden zu schaffen.
Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in der Pflege werde zwar von allen Seiten – auch von der Bundesinitiative Daheim statt Heim – ausdrücklich begrüßt. Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause sei seitdem allerdings noch schwieriger zu organisieren als vorher, meint die Bundesinitiative Daheim statt Heim. Der Grund dafür sei, dass die Pflege mit aus Osteuropa "entsendeten" Kräften dadurch für fast alle Familien unbezahlbar geworden sei. Denn auch Unternehmen, die zum Beispiel in Polen ansässig sind und Betreuungskräfte von dort zum arbeiten nach Deutschland "entsenden", seien ab sofort an den gesetzlichen Mindestlohn gebunden. Der beträgt im Westen Deutschlands 8,50 Euro und im Osten 7,50 Euro pro Stunde. Selbst wenn nicht jede Stunde, die die Betreuungskraft im Haushalt des Pflegebedürftigen verbringe, als Arbeitszeit gewertet würde, kämen immer mehrere Tausend Euro pro Monat für eine 24-Stunden-Betreuung zusammen.
Hinzu komme, dass Experten die Legalität der Entsendung mittlerweile massiv anzweifeln. Silvia Schmidt von der Bundesinitiative Daheim statt Heim erklärte dazu: "Die Familien brauchen in dieser wichtigen Frage endlich klare Vorgaben der Politik. Die drückt sich seit vielen Jahren um die Lösung des Problems herum. Wir brauchen dringend einen offiziell anerkannten Weg der 24-Stunden-Betreuung, den die Familien angstfrei gehen können und der bezahlbar ist." Eine solche Möglichkeit wäre die Betreuung durch selbständige Kräfte, die in Deutschland versichert sind und auch hier ihre Steuererklärung machen. Um dabei Überlastung und unzumutbare Arbeitsbedingungen zu vermeiden, müsse dieses System der Rund-um-die-Uhr-Betreuung so transparent wie möglich sein, deshalb sei die Politik aufgerufen, hier Regeln und Standards zu definieren. Vorbilder dazu gäbe es. So habe sich zum Beispiel der bebp – Bundesverband Europäischer Betreuungs- und Pflegekräfte e. V. – bereits solche Regeln gegeben. moh
Martina Heidelberg schrieb am 27.07.2010, 11:45
Was soll diese Meldung bitte? Wird jetzt das berechtigte Interesse von (ausländischen) Pflegekräften nach einer angemessenen Bezahlung ihrer Arbeit gegen das berechtigte Interesse alter und behinderter Menschen in den eigenen vier Wänden ausgespielt? - Das nenne ich unsolidarische Klientelpolitik!
Die Bundesinitiative "Daheim statt Heim" sollte sich der Forderung nach einem steuerfinanzierten Assistenzleistungsgesetz anschließen, das für Menschen jeden Alters gilt, und dessen Leistungen so bemessen sind, dass der von ForseA e. V. für persönliche Assistenz geforderte Tarifohn gezahlt werden kann!
Was ist bitte "rund-um-die-Uhr-Versorgung" anderes als "persönliche Assistenz rund um die Uhr"?
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