
Simmern (kobinet) Am 27. Juli wurde im Globus Handelshof in Simmern auf dem Hunsrück eine Zielvereinbarung mit den Verbänden der Selbsthilfe unterzeichnet, in der sich der Lebensmittelmarkt dazu bereit erklärt, auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen einzugehen und die Betriebsstätte zukünftig barrierefrei zu gestalten.
Wie die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz mitteilte soll die zunächst auf fünf Jahre angelegte Vereinbarung durch seine sukzessiv umzusetzenden Maßnahmen zu einer gleichberechtigten Einkaufsmöglichkeit für behinderte und nichtbehinderte Kundinnen und Kunden führen. Vertragspartner sind verschiedene landesweit tätige Behindertenverbände und der Globus-Markt Simmern. Im Zuge der Umsetzung der vereinbarten Ziele stellt Globus zukünftig ausreichend und gut gekennzeichnete Behindertenparkplätze sowie - speziell für gehbehinderte KundInnen - Elektromobile und rollstuhlgerechte Einkaufswagen zur Verfügung. Die Gemüsewaage sowie die Service-Telefone werden für RollstuhlfahrerInnen bzw. kleinwüchsige Menschen herabgesetzt. Das Personal hilft darüber hinaus bei Bedarf beim Einpacken an der Kasse und dem Einladen in das Auto. Ein taktil erfassbarer Plan sowie ein kontrastreich und in Großschrift ausgeschildertes Warenangebot sollen blinden und sehbehinderten Kunden den Einkauf erleichtern. Gehörlose Menschen können Informationen über Fax oder E-Mail anfordern.
"Mit dem Abschluss der Zielvereinbarung wird der Einkauf nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch älteren, in ihrer Mobilität eingeschränkten Kundinnen und Kunden erleichtert", so Anna Schädler, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz. Die LAG war bei den Verhandlungen federführend.
Der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Ottmar Miles-Paul, betonte ebenfalls die positiven Auswirkungen dieser Zielvereinbarung. "Neben der Tatsache, dass mit dem Globus Simmern ein vorbildlicher Partner in Sachen Barrierefreiheit gefunden wurde, freut es mich am meisten, dass behinderte, ältere sowie mobilitätseingeschränkte Menschen von nun an problemlos ihren Einkauf erledigen können." Er gehe davon aus, dass die unterzeichnete Zielvereinbarung über Simmern hinaus Signalwirkung haben werde. "Ich hoffe, dass auch andere Märkte dem positiven Beispiel folgen werden."
Das im Bundesbehindertengleichstellungsgesetz verankerte Instrument der Zielvereinbarung wurde in den letzten Jahren auf Bundesebene eher zögerlich betrachtet. Während seit Inkrafttreten des Gesetzes bundesweit bisher nur sehr wenige solcher Vereinbarungen abgeschlossen wurden, erfreuen sich diese bei den rheinland-pfälzischen Behindertenverbänden mittlerweile großer Beliebtheit. Dort wurde bereits eine Reihe von Zielvereinbarungen für die Schaffung von mehr Barrierefreiheit in den unterschiedlichsten Bereichen abgeschlossen. Diese zeigen mittlerweile gute Erfolge. moh