Guxhagen (kobinet) Karin Kestner hat heute beim Kultusministerium von Sachsen Anhalt eine Dienst- und Verwaltungsbeschwerde gegen das Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Halberstadt eingereicht. Anlass war ein Bericht über eine Tagesexkursion von Studentinnen der Studiengänge Gebärdensprache der Hochschulen in Magdeburg und Utrecht über die Zustände an dem Bildungszentrum.
"Die Lehrer in Halberstadt können keine Gebärdensprache und lehnen sie – bis auf ein paar Ausnahmen – ab“, schrieb Kestner an die Ministerin Prof. Dr. Wolff. „Lehrer in Halberstadt sagen vor gehörlosen Kindern im Unterricht, dass sie es erst gar nicht versuchen in Gebärdensprache zu unterrichten, weil die Gehörlosen sowieso bald aussterben würden. Was müssen die Kinder denken, wenn sie das vom Mund abgelesen haben?“ sch
Mehr über die Fach- und Dienstaufsichtsbeschwerde
Karin Kestner schrieb am 04.08.2010, 22:23
Das Schlimme ist, Halberstadt macht das noch nicht mal heimlich, sondern auch noch öffentlich.
www.pr-inside.com/de/gehoerlos-und-dennoch-sprechend-lern...en-r1259721.htm
Und wie dort Taubblinde "gefördert" werden, möchte ich fast nicht mehr wissen. Schön an den Schwächen arbeiten und die Stärken vernachlässigen - ein Sumpf tut sich auf.
Lieben Gruß
Karin
S. Schmidt schrieb am 03.08.2010, 21:36
Wie schnell dagegen werden Arbeiter, denen man geringste 'Verstöße' anheim stellt, wie jüngst bei einer Kassiererin einer überregionalen Supermarkt-Kette in Berlin.
Aber bei behinderten Kindern und Jugendlichen scheint die Behörde eben nicht genau hinzuschauen / hinschauen zu wollen (?). Behinderten Kindern und Jugendlichen werden Menscheh zugemutet, die woanders schon lange gefeuert worden wären.
Das ist es, was ebenfalls aufregt. Und dann die Weigerung, den Berufsanforderungen entsprechend nachzukommen, gepaart mit Menschenfeindlichkeit, die nicht zu toppen ist. Ich komme nicht umhin, mich an finsterste, Mitte des 20. Jahrhunders-Zeiten in Deutschland erinnert zu fühlen. Wer noch, außer mir?
Es wäre schön, wenn die Crew des Sommerlagers 2010 in Duderstadt eine entsprechende Resolution zur Versetzung des inkompetenten und behindertenfeindlichen Lehrerpersonals der Schule in Halberstadt verfassen und öffentlichkeitswirksam verabschieden würde.
S. Schmidt.
Hans-Jürgen Kleefeldt schrieb am 03.08.2010, 21:12
Ich bin auch ganz erschüttert über das Verhalten der Lehrer, die grundsätzlich Gebärdensprache ablehnen. Ich finde es unmöglich, sie weiter in diese Bildungszentrum unterrichten zu lassen. Diese Lehrer müssen aus dieser Schule entlassen werden und nur Lehrer einstellen, die bereits gebärdensprachkompetenz sind.
Ich finde es mutig, dass Frau Kestner eine Dienst- und Verwaltungsbeschwerde eingereicht hat und bereits politisch in Bewegung kommt. Weiter so!!!!! klee
Karin Kestner schrieb am 03.08.2010, 15:37
Sehr geehrter Herr Asmus, haben Sie herzlichen Dank auch im Namen der Kinder.
Viele Grüße
Karin Kestner
A. Asmus schrieb am 03.08.2010, 15:15
Sehr geehrte Frau Kestner,
Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, nimmt Ihre Ausführungen zum Anlass, die Bundesregierung mit einer schriftlichen Frage um eine Stellungnahme zu bitten:
"Wie wird die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalten darauf hinwirken, dass die im einem Artikel der Kobinet-Nachrichten vom 30.07.2010 (www.kobinet-nachrichten.org) beschriebenen Zustände im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Halberstadt, wonach unter anderem deren Lehrkräfte keine Gebärdensprache können und überhaupt die Existenz von Hörgeschädigten langfristig in Frage stellen, politisch aufgearbeitet und daraus Sofortmaßnahmen sowie langfristige Veränderungen entwickelt werden?"
Mit einer Antwort ist in spätestens zwei Wochen zu rechnen. Wir werden Sie selbstverständlich darüber informieren.
Mit freundlichen Grüßen
A.Asmus
(Mitarbeiterin Büro Ilja Seifert (DIE LINKE)
Karin Kestner schrieb am 31.07.2010, 12:26
Liebe Frau Schmidt, auch ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.
Im Moment ist wohl fast jeder im Urlaub.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Verteiler noch mehr Menschen erreiche.
Da ich nun seit vielen Jahren die Zustände an den Schulen anprangere und sich nichts tut, werde ich nun wohl auch gegen andere Schulen und auch Ämter diesen Weg einschlagen müssen. Ich hoffe auch auf Berichte von Eltern, die sich bislang nicht getraut haben sich zu wehren, damit ihre Kinder nicht leiden.
Ich werde es dann für die Eltern tun!
Wir werden sehen, was am Ende herauskommt......
Viele Grüße
Karin
S. Schmidt schrieb am 30.07.2010, 21:10
Liebe Frau Kestner,
herzlichen Dank für Ihre Beschwerde.
Ich bin sehr erschrocken darüber, dass es offenbar wieder en vogue zu sein scheint, behinderten Menschen zu sagen, dass sie von der Bildfläche, ähm, der Welt zu verschwinden haben. Zynisch möchte ich am liebsten die Lehrer_innen der sonderbaren Sonderschule in Halberstadt fragen, welcher politischer Grundhaltung die frönen? Und ob das mit dem Beruf des Lehrers / der Lehrerin noch vereinbar ist, wenn die Lehrer_innen behinderte Kinder und Jugendliche am liebsten in die Hölle verbannt sehen.
Dass bei kobinet augenscheinlich kein (Leserbrief-)Aufschrei erfolgt (ist), erschüttert mich um so mehr! Die Abgestumpftheit scheint wohl nicht gering zu sein, wenn es nicht nur um eigene Belange geht.
Gruß,
S. Schmidt.