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31.07.2010 - 11:21

Stefan Krastel weiterhin unter Druck.

Kehl (kobinet) Im Spätsommer letzten Jahres marschierte Stefan Krastel zusammen mit seinem Hund von Offenburg in Baden nach Berlin. Mit diesem Marsch wollte er auf die desolate finanzielle Situation pflegender Angehöriger aufmerksam machen. Am Ziel der Reise wurde er von der Polizei vom Gelände des Kanzleramtes verwiesen. Krastel, der ehemals selbständige Friseurmeister, weigert sich, seine Mutter in ein Pflegeheim zu geben. Er pflegt sie selbst, hat, als das Geld für Pflegekräfte aufgebraucht war, sein Geschäft aufgegeben und bezieht nunmehr Hartz-IV-Leistungen.

Heute will die L-Bank, die Staatsbank Baden-Württembergs mehr als 300.000 Euro von Krastel. Seiner Mutter und ihm droht der Verlust seines Hauses.

Mit seinem Marsch nach Berlin hat er sich den Medien bekannt gemacht. Er konnte "sein" Thema in unzähligen Radio- und Fernsehbeiträgen in die Öffentlichkeit tragen. Zuletzt am 22.7. im Rundfunkbeitrag des SWR 2 Das teure Bett zuhause – Durch häusliche Pflege in die Armut rutschen. Die Anmoderation beginnt mit den Worten: "In unserer Gesellschaft geht es ums Geschäft, auch in der Altenpflege. Oder welchen Grund gäbe es sonst noch für die Tatsache, dass die Pflege im Heim höher subventioniert wird als die Pflege zuhause, obwohl die Pflege zuhause unter dem Strich billiger ist?" Alexander Hübner vom Bundesverband ForseA e.V.: "Krastels Vorschlag, pflegenden Familienangehörigen die Geldleistung in Höhe der Sachleistungen der Pflegeversicherung für Heimbewohner auszuhändigen, wird am erbitterten Widerstand der Heimbetreiber-Lobby scheitern. Denn die investieren ja weiterhin in ihre Aufbewahrungsanstalten. Und nur dann, wenn diese voll sind, rentieren sich die eingesetzten Mittel." gba

Link zur Internetseite http://www.wir-pflegen.net/
 

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