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22.08.2010 - 22:08

Aufruf zur Rettung eines Arbeitgebermodells.

Korbach (kobinet) Zum ersten Mal in seiner Geschichte ruft der Bundesverband ForseA e.V. dazu auf, zur Rettung eines Arbeitgebermodells der Arbeitgeberin ein zinsloses Darlehen auf deren Konto zu überweisen. In seinem Aufruf schreibt ForseA unter anderem: "Frau Natrup kann und darf nicht verlieren. Denn sonst wäre die UN-Behindertenrechtskonvention und die deutsche Unterschriften das Papier nicht wert, auf der sie stehen. In Deutschland gibt es nach wie vor Behörden, die nach Gutsherrenart "gewähren" oder halt nicht. Dort sind die Fenster so dicht verschlossen, dass der neue Wind der gesellschaftlichen Änderungen kein Einlass gefunden hat."

Die kobinet-nachrichten haben bereits am 14.08.2010 ausführlich über die Vorgänge in Nordhessen berichtet. Der Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Dr. Reinhard Kubat, hat in der vergangenen Woche erneut eine von ForseA gestellte Frist zur Stellungnahme verstreichen lassen. Somit gibt er laut ForseA zu erkennen, dass er voll hinter dem gesetzwidrigen Verhalten seines Sozialamtes steht. Anscheinend konnte er auch von den beiden Parteien SPD und Bündnis90/DIE GRÜNEN, die ihn für dieses Amt vorschlugen, nicht davon überzeugt werden, dass das Verhalten seiner Behörde in der heutigen Zeit nicht mehr dem Gesetzesstand entspricht, teilt der Verein weiter mit.

ForseA macht in seinem Aufruf klar, dass der Verein Neuland betritt. Sobald das Sozialamt seine gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt, werden die Darlehen von der Arbeitgeberin sofort zurückgezahlt. Danach will der Verein den gesamten Vorgang analysieren und seine Schlüsse für die Zukunft ziehen

Im Aufruf ist weiter zu lesen: "Zunächst gilt es jedoch, Frau Natrup schnell und ausreichend aus dieser Falle zu befreien. Wir hoffen hier auch auf Überweisungen unserer Politiker aus Bund und Land. Hier können Sie ihren Worten - nahezu risikolos - Taten folgen lassen." gba

Link zum vollständigen Aufruf mit Angabe der Bankverbindung auf der ForseA-Seite.
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Manfred Keitel schrieb am 23.08.2010, 14:46

Solidarität 1

Auch ich kann nur einen "kleinen" Obulus von 100 Euro dazugeben, den ich aber sehr gerne erübrige. Leider finde ich für das - keineswegs beispiellose - Vorgehen gegen Frau Natrup keine treffenderen und harmloseren Begriffe als "Erpressung" und "Nötigung". Ich wünsche ihr aus ganzem Herzen, dass sie eine Welle der Solidarität erlebt.
Gewöhnlich wird so eine Situation, bei der Wohnung und Grundversorgung auf dem Spiel stehen, als "existenzielle Bedrohung" beschrieben, aber das darf man ja nicht sagen...

Mit meiner Vorgeschichte als komplex traumatisiertes Kind habe ich selbst als Erwachsener haarsträubende Alptraumsituationen erlebt, in denen Notsituationen, in die mich Ämter brachten, erbarmungslos ausgenutzt wurden. Unter anderem von einem Täter, der mein Leben aufs Spiel setzte. Ich zitiere aus folgender Quelle:
- netzwerkb.org/2010/02/05/manfred-keitel/
(Dies ist keine Empfehlung für das Netzwerk, weil die Problematik des Missbrauchs beeinträchtigter Menschen weitgehen außen vor steht.)

Manfred Keitel schrieb am 23.08.2010, 14:45

Solidarität 2

Der Täter Bernhard Wierum aus Bad Salzufflen konnte mich erpressen, ihn nicht aus meiner Wohnung zu werfen, obwohl er hart an der Grenze zum sexuellen Missbrauch war:
(...)
"Außerdem hatte er mich ja bei verschiedenen Behörden angeschwärzt, Freundschaften und Kontakte gezielt zerstört und Lügen verbreitet. Er hat mich über Jahre hinweg körperlich zerstört und psychisch traumatisiert. Ermöglicht wurde dies durch Umstände, die ich nicht selbst verschuldet habe. Er wurde zwar wegen einem kleinen Teil seiner Verbrechen verurteilt, aber Konsequenzen musste er dafür nicht tragen."
(...)
"Entgegen kam ihm das Vorgehen des damaligen Sozialamtes.Als ich eine Erbschaft erhalten sollte, stoppte das Amt spontan alle Zahlungen für mich und meine Assistenz („Helfer“), so dass ich auf Wierum angewiesen war, um zur Arbeit gefahren zu werden. Wie bereits angedeutet saß ich hinten im Auto und nicht selbst am Steuer. Und selbst wenn ich hinterm Lenkrad gesessen hätte, hätte ich Assistenz gebraucht um aus dem Bett gehoben zu werden.
Die Erbschaft konnte ich zunächst gar nicht einlösen, weil ich dazu die notarielle Beglaubigung durch den Notar meines Halbbruders benötigte. Er meinte mir einen Gefallen damit zu tun, wenn er das Auszahlen verzögerte. Aber er wusste nicht, daß beeinträchtigten Menschen ihr Vermögen praktisch weggenommen wurde und wird."
(...)
"Wenn die Angelegenheit mit der Erbschaft nicht in mein Leben getreten wäre, hätte ich ihn wieder zurück nach Bad Salzufflen schicken können. Das Fass war gerade am überlaufen, ich wollte längst nichts mehr von ihm wissen. Die „Beziehung“ war keine und hatte noch nicht einmal das erste Jahr überlebt. Doch durch die Erbschaftsangelegenheiten und der Reaktion des Sozialamtes gewann er wieder Oberwasser über mich. Unter anderem deshalb weil ich zur Arbeit ins Büro musste."

Dieser Erlebnisbericht erreicht übrigens auch den "Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch", in der Hoffnung das die diesbezügliche Situation beinträchtigter Kinder und Erwachsener nicht länger ignoriert bleibt.
Im Fall des Amtes bei Frau Natrup liefert meine Geschichte den Beweis, dass das Ausgrenzen und Ignorieren einen Rattenschwanz an Unzumutbarkeiten hinter sich herzieht, über die die Öffentlichkeit noch (!) kein entsprechendes Bewusstsein hat, obwohl sie durch die Verkettung von "Umständen" und Situationen auch heiß umstrittene Reizthemen betreffen können. Hoffentlich zeigen sich viele Menschen solidarisch mit der Frau!

MfG
Manfred Keitel

Uwe Heineker schrieb am 23.08.2010, 09:40

Bin entsetzt ...

... und traurig zugleich, dass schon zu solchen Mitteln gegriffen werden muss, nur weil hier - an sich gute Gesetze - ignoriert und mit Füßen getreten werden ...

Was hier passiert, hat nichts mehr mit Rechtsstaatlichkeit zu tun - die hierfür Verantwortlichen müssen daher unbedingt zur Rechenschaft gezogen werden oder die entsprechenden Konsequenzen tragen!

angelika mincke Aids und Behinderten Selbsthilfe schrieb am 23.08.2010, 06:56

Geben ist besser als nehmen

in diesem Sinne, werde ich auch eine Spende überweisen. Leider ist mir nur eine klein Spende möglich. Aber ich denke wenn viele Menschen ein klein Spende leisten kommt was grosses dabei raus.

Abersinnig ist es schon, das Menschen sich finanziell unterstützen müssen damit sie nach den ganzen Gesetzen die wir haben, zuhause verbleiben dürfen, damit sie barrierefreiheit genießen können, damit sie teilnehmen können.
Da wir aber auch durch einen Spendenaufruf einen Schwimmbadrollstuhl kaufen konnten, und hier auch soviel unterstützung kam, bin ich gern bereit meinen Obolus zu geben. Weiter werde ich diese Mail auch an alle Politiker schicken die ich in meinen Mailadressbuch habe.
S wie an alle anderen Personen.
Ich wünsche Euch viel Glück bei der Spendenaktion, aber noch mehr Glück bei den Kampf gegen die Behörden. Wie ihr ja alle schon lesen konntet, sind in Herzogtum Lauenburg die Behörden bei denn Themen persönliches Budget usw. nicht gerade auf den neuesten Stand oder sie stellen sich einfach sturr. Von 5 Anträgen muss Mensch hier mindestens 4 Widersprüche schreiben.
Also alles Gute wünscht Angelika von der Aids und Behinderten Selbsthilfe

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